Sommertørn 2026 – Teil I

Harlingen – Vlieland | Nordsee | Limfjord -Thyborøn – Lemvig

SOMMERTÖRN 2026 – erster Teil

… wir ‚wagen‘ uns mal wieder raus aus unserem geliebten Wattenmeer & runter von den Schlickhügelchen …


Samstag, 01.08.2026

Harlingen – Waddenzee – Vlieland – Seegatt

Wattfahrt

Zu dritt sind wir an Bord: GescheLarsStephan. Als Crew bewährt, vor allem auch für längere und mehrtägige Schläge. Und einen solchen wollen wir angehen.

Raus aus dem lieblichen Wattenmeer hinter den Inseln, und einmal rechtwinklig quer durch die großen Verkehrstrennungsgebiete (VTG), die da vor der Küsten liegen, weit raus auf die Nordsee. Dann Kurs Nord-Nordost … bis an unser Steuerbordseite Thyborøn & der Eingang in den Limfjord auftauchen wird.

Bordhund Mia bekommt einen separaten Transport auf dem Landweg mit Maren & wir hoffen, daß wir beide in wenigen Tagen oben im Limfjord wohlbehalten schon wiedertreffen werden. Denn das soll unser erstes Zwischenziel sein, für diesen Sommtertørn ’26: Lemvig, DK.


Das Wasser plätschert vergnügt um MALAs Bug. Die Segel ziehen uns in Richtung Urlaub. Hafen Harlingen liegt bereits achteraus – im Kielwasser hinter uns. Dies hat er gemeinsam mit all der Vorbereitungszeit, den Pflege- und Umbauarbeiten der vergangenen Monate & auch unserem Alltag, den wir jetzt alle gemeinsam für eine kurze Zeit zurücklassen möchten … 🙂 Kleine Fluchten sind besonders schön, wenn sie gerade erst beginnen.

Die Wettervorschau macht uns (mir) zu schaffen. Wir planen bereits um, bevor die Landleinen in der Box überhaupt das erste Mal gelöst werden. Die gesamte Region liegt unter kommendem Hochdruckeinfluß. Zumindest die ersten zwei Tage.

Und dieses Hoch bewegt sich viel schneller von Südwesten kommend heran, als ich das vorhergesehen – und unsere Wettermodelle das so schön gerechnet haben. 🙂

Kurzum – wir sind noch gar nicht los, da sind wir (zeitlich) schon hinten dran. Der vorgesehene Ankerstop vor Vlieland, zum Einstimmen, wird ebenso einstimmig … gestrichen.

Wir entscheiden, direkt raus zu gehen. Auch, wenn das in der Vergangenheit nicht optimal war zum Beginn eines Törns. Dann schauen wir, wie lange uns das Wetter tragen mag. Allen von uns geht es prächtig – also: Doch direkt raus. Ohne Ankerstop.

Klar ist allerdings – wir werden nicht schnell genug sein können, um uns mit einem derart hochmotorisierten Hochdruckgebiet messen zu können. Angetrieben von zwei Randtiefs rundum legt es mächtig an Tempo vor. Mehr, als wir mit unser kleinen Atlantic 36 je mitgehen könnten.

Also ist zunächst auch etwas und etwas mehr (…) Motorfahrt in der später einsetzenden Flaute unvermeidlich. Leider.

Spannend wird die Frage, ob wir es wohl schaffen werden, vor der großen erwarteten Winddrehung Tage später und oben vor Dänemark noch unterzukommen im Limfjord. Gelingt dies nicht, wird es uns aus nördlichen Richtungen entgegen blasen. Mit Welle, die sich dann unweigerlich aufbaut.

Blød, wenn man (zumindest sowas) vorher eigentlich schon ganz sicher weiß. Aber unser Urlaub läuft, die Landcrew mit Bordhund ist bereits unterwegs … genau diese kleinen terminlichen ‚Zwänge‘ also, die verhindern werden, daß ‚geduldiger Skipper immer guten Wind hat‘. Tja.

immerhin machen wir‘s mit Ansage … 😉

Wetter-Routing

Während das ablaufende Wasser uns kräftig Richtung Seegatt zieht, sind wir noch angespannt – und gespannt. Vor allem darauf, wie arg es uns später vielleicht draußen beuteln mag, aber auch, wie uns die nächtlichen Passagen der gut frequentierten Verkehrstrennungsgebiete (VTG) draußen vor der Küste dann gelingen mögen.

Daß uns das alles Tage später hintenraus zeitlich nicht wie geplant und liebevoll vorgerechnet gelingen sollte … das ahnten wir also leise, als wir gut gelaunt heute Vormittag, unseren Freunden an der Werft fröhlich winkend, durch die erste Brücke in Harlingen und durch die Kanäle in Richtung Schleuse und dann Nordsee fuhren.

Lars – Gesche – Stephan


PS – ein Nachsatz zum „Miteinander“:
In der Schleuse selbst wurde uns diesmal noch ein wirklich bemerkenswertes ‚Schauspiel‘ geboten. Ein hochengagierter Motorbootfahrer, der an der gesamten, geduldig wartenden Flotte vor der Schleuse zunächst nach ganz vorne vorbeifuhr, während ein Großschiff doch langsam und vorsichtig gerade erst noch einlief 🙂 – brüllte dann wild in alle Richtungen, wir sollen doch endlich fahren. Das an sich war schon ungewöhnlich.

Alle anderen wartenden Crews lächelten milde – warteten weiter und liefen dann ein, als das Schraubenwasser des großen Partners dort zurückging.

In der Schleuse selbst bescherte uns der laute Kollege dann beinahe eine gute halbe Stunde (!) Pause, während ihm keine einzige seiner Leinen erfolgreich an die Poller kam. Der Schleusenwärter muß derweil dort oben in seinem Büro die Wände hochgegangen sein …

Zunächst kam unser Lautmaler schwungvoll linksrum quer, dann rechtsrum noch einmal – und schließlich stand er tatsächlich verkehrt herum im Schleusenbecken. Dabei hebelte er unverdrossen weiter kräftig am Gasgriff in alle Richtungen, während sein Boot erst vorne, dann hinten an die Wände ditschte.

Immer noch laut rufend. Seine arme Gattin versuchte, das Chaos nach Kräften etwas zu glätten – gemeinsam mit uns und zwei toll agierenden Gummiboot-Crews, die sich als Puffer im demolition derby dann schließlich dazwischen schoben, während wir seine Leinen fischten. Das gelang dann auch.

Was für ein Auftakt. 😂


Im nächsten Teil geht’s weiter mit Durchfahrt Seegatt und der Passage der Verkehrstrennungsgebiete (VTG, TSS) draußen vor der Küsten. Außerdem … Wetter, Segelwechsel bis zum Umfallen & Motoren.


In diesem Sinne,


A l l e r b e s t e   G r ü s s e
   –   C r e w  v o n   M A L A   A l h e n a    –

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