Wartung & Umbau zum Saisonbegin 2024 – Teil II


24.-30. März 2024.

 Unser zweiter Einsatz.
Diesmal sind wir zu dritt – Gesche, Mia & ich – und stürzen uns direkt ins Vergnügen 🙂

Laufendes Gut & Segel:
Um 17:30 Uhr des ersten Arbeitstages vor Ort sind alle Segel und Leinen angeschlagen und passen.

Puh, wir sind immens erleichtert, denn das war unser kleines Wetterfenster, bevor es windig und regnerisch werden sollte. Freut uns sehr – und wir können uns in den kommenden Tagen den Antennen, sowie dem Service unseres treuen Diesels zuwenden.

SEGEL!

Impeller:
Wir beginnen nach dem Morgenkaffee mit der potentiell unangenehmsten Arbeit 😉 – dem Impellertausch. Der hat jetzt die lange Saison (mit den vielen Motorstunden NOK und zurück) hinter sich und die weiterhin dichte, bestens funktionierende Seewasserpumpe soll neben unserem obligatorischen Impellertausch diesmal auch eine neue Verschleißscheibe, sowie einen frischen Deckel bekommen. Alle Teile liegen bereit (DANKE an unsere Werft!) und wir können loslegen.

Freigelegt.

Seit wir einen der Schläuche direkt abnehmen, ist die Zugänglichkeit recht ordentlich. Trotzdem nichts, was wir gerne auf See und in der Not machen möchten – insofern tauschen wir hier konsequent & präventiv, da wir uns recht viel in Sand und Schlick im Wattenmeer tummeln … Der ausgebaute Impeller sieht wie alle vorherigen allerdings einwandfrei aus, ohne erkennbaren Verschleiß. Uns so kommt er bis nächste Saison auch in die Ersatzteilekiste an Bord.

Yanmar selbst weist im Servicedokument für den 3JH3E ein Service-Intervall von 600h / 1 Jahr für den Impeller aus. Bei uns wird es weiterhin je nach Maschinenanteil 1x pro Saison sein – was in etwa 100-150h Motorlaufzeit (im Wattenmeer-Wasser) bedeutet.

Motoröl & Filter (Feinfilter, Vorfilter):
Hier gibt Yanmar für unsere Maschine ein Wechselintervall von 150 Betriebsstunden vor, im Betriebsmanual (Stand 2005), das uns jetzt als pdf aus einem Internet-Download vorliegt. Unsere älteren Borddokumente (2002/3) wiesen hier geringere Serviceintervalle aus.

Wir selbst hatten die ersten Jahre zunächst 100h, dann 120h selbst gesetzt, um unsere Maschine kennenzulernen und beobachten zu können. Über eine Saison Betriebszeit füllten wir auf die Gesamtmenge von ca. 4 Litern rückblickend bei den täglichen Ölstandkontrollen in Summe über die Saison insgesamt etwa 0,5 – 0,75l nach. Das scheint uns in Ordnung zu sein. Unser eigenes Ölwechselintervall für das Motoröl bleibt bei 1x pro Saison. Im Logbuch werden wir nun gegen den Stundenwert von 120h mit 30h Zusatzreserve rechnen und mitschreiben.

Motorölwechsel.

Der Öl-Vorfilter in der Backskiste, sowie Öl-Feinfilter und Dieselfilter an der Maschine sind von uns im Anschluß jetzt bereits getauscht und neu beschriftet. Gesche füllt unsere Startmenge von rund 3,5l Motoröl ein – und der nächste Schritt wird das Entlüften und hoffentlich Anlaufen sein 🙂 Final angepaßt wird der Ölstand nachher am Peilstab.

Das Entlüften mit geduldigem Handgepumpe gelingt im diesmal 2. Anlauf – und dann läuft unser kleiner Diesel zufrieden 10 Minuten warm. Der Seewasserdurchsatz ist zu unser Freude einwandfrei, die Impellerpumpe dicht – und auch das leuchtend rote Kühlmittel im internen Kreis hebt sich im Ausgeleichsbehälter in etwa auf den markierten Stand von vor einem Jahr. Auch das scheint nun verläßlich und dicht zu sein. Wir freuen uns und schalten nach etwas Zuschauen- und Hören den Diesel ab. Job erledigt – Klasse!

Wir wischen und putzen noch gründlich, sodaß alles sowohl sauber, als auch trocken ist (das macht eventuelle Kontrollen oder gar Fehlersuche später immer leichter) und lackieren das korrodierte Luftfiltergehäuse mit Baumarktmitteln vor Ort noch auf die Schnelle etwas nach. Rost mag ich an Maschinenteilen nicht sehen. Mal schauen, wie lange das halten wird.

Nachlackiert.

Dann gibt es den finalen Ölstand – letzten Testlauf – und wir schließen diese Aufgabe erfreut ab. Prima. Es hat nur wenig geregnet, währenddessen 🙂

Getriebe:
Entgegen vielerlei ‚Ratschlag‘ wollen wir auch das bißchen Öl (0,35…0,45l) unseres kleinen Kanzaki-Getriebes noch recht regelmäßig verfolgen und wechseln. Das scheinen viele nicht für sehr nötig zu halten. Und wir fanden oder hörten schon Angaben von „300h, über einjährlich, alle paar Saisons …“ bis hin zum gefundenen YANMAR-pdf, das hier jetzt zu unser Überraschung ebenfalls eine Service-Betriebsheit von 150h ausgibt. Wir sind baff. Wat denn nu‘?!

Nach Ansicht des strapazierten Öls legen wir hier früher bereits für uns fest, daß beobachtet und gewechselt wird – und ab heute gilt für uns dann vereinheitlicht: 120h + 30h Reserve analog zum Motor – und somit einfach einmal im Jahr mit abzuarbeiten. Das ist dann einheitlich.

SAE20/30 HD ist die Vorgabe laut Typschild – ein Einbereichsöl. Wir verwenden im Getriebe nach Werft-Rücksprache dasselbe SAE15W40, das wir auch für den Motor nehmen. Ein Mehrbereichsöl – und angesichts unser Sommer- und Wintertouren im Watt eine adäquate Wahl, was auch die Zuordnungstabellen bestätigen. Der regelmäßige Wechsel gibt uns auch etwas Kontrolle, denn als Gesche den unseligen Peilstab aus dem Getriebe dreht, da staunen wir nicht schlecht und schauen uns betroffen an:

7IO

Das Peilstab-Ding ist kaputt! Ölmeßstab im Kunststoffgewinde gebrochen und ein ordentliches Risiko. Es hängt am letzten halben Gewindegang – dann wäre uns das Metallteil ins laufende Getriebe gefallen. Wir sind sprachlos. Eine schnelle Internet-Suche ergibt, daß eine ordentliche Anzahl von gleichartigen Schilderungen in englischsprachigen Bootsforen zu existieren scheint. Wir hatten einen Mordsdusel.

Ein Metallstab, eingepreßt (und geklebt) im orangen Kunststoffkopf des Deckels schwingt frei im Getriebe. Das kann, ja das muß eigentlich über Laufzeit zu Problemen führen. Unser Konstrukt hielt 20 Jahre. Zum Glück fanden wir das in diesem Zuge. Ein lokal kontaktierter Originalteilehändler hat für uns lediglich ein immer noch absolut baugleiches Teil zur sofortigen Verfügung.

Das nehmen wir, sowie seine verständnisvollen Äußerungen, die klar machen, er hält von dem „Design“ das gleiche wie wir – und hätte einen nennenswerten Bestand dieser Unglücksstäbe stets am Lager. Wir seien bei weitem nicht die Einzigen, wie wir hören. Aber welche mit viel Glück … 🙂 Nadenn. „ Zum Ölmessen nur auflegen – wenn die Spitze ein Stück benetzt ist, ist es gut.„. Präzision, wohin man schaut, bei diesem Ding … 😉

Ich fahre zurück zu MALA, an Bord wird auch dieser Ölstand final angepaßt und schließlich der Deckel aufgeschraubt. FERTIG für heute. Wir gehen mit Rotwein nahtlos in die nächste Veranstaltung an Bord über: Das letzte TO-Seminar für diese Wintersaison – „Essen und Kochen an Bord“. Wie passend – und während die kundigen Vereinskameraden berichten, sitzen wir online vor dem kleinen Bildschirm und schnibbeln uns parallel ein Abendessen an Bord. SO GEHT DAS PRIMA & zum Seminar-Ende steht auch unser Essen fertig auf dem Salontisch. Wirklich fein. 🙂

TO-Seminar zum Abend(essen).

Die kommenden zwei Tage kämpfen wir mit alten Elektrogeräten, roden aus, ringen mit störrischen Antennenkabeln und Steckern, ziehen gemeinsam mit der Werft noch ein komplettes neues Antennenkabel bei stehendem Mast ein – und ärgern uns bis abends mit blöden, ebenfalls stehenden Wellen und deren Verhältnissen herum.

Nebenbei läuft noch die Trinkwasser-Reinigung … und des Abends, in Regenpausen gehen wir ausnahmsweise auch mal Essen.Leicht genervt, daß der Antennenkram nicht richtig will. Die eine neu installierte Antenne funktioniert prima, hat ein SWR von 1,35, wird sowohl von VHF, als auch vom (etwas pingeligerem) AIS-Gerät anstandslos akzeptiert – und liefert bei unseren Test-VHF-Anrufen einwandfreie Rückmeldungen („… wir empfangen Euch laut, klar, rauscharm und deutlich … „). Es geht also … grundsätzlich, was wir da zusammenlöten.

Einzig … die andere Antenne will noch nicht. Masseschluß über Mast auf Rumpf war das erste Problem (irgendwann behoben) – ein lausiges Stehwellenverhältnis von über 2,2 reicht für gar nichts. So wird das nix. Abgeklemmt ist das Gesamtsystem sauber. Ich beiße tiefe Wunden ins Kirschholzfurnier …

Das nachstehende Bildchen faßt uns für unsere Erinnerung alles zusammen:

Das übliche „Umbau-Chaos“.

Passend zur Gesamtstimmung des Stehwellenverhältnisskippers heute Abend trübt sich das lokale Wetter (eigentlich wirklich malerisch schön) ein – und unser letzter Abend für diese Runde geht zuende. OK, wir können nicht immer alles gleich schaffen. Auch das sollten wir für eine mögliche Langfahrt-Zukunft frühzeitig akzeptieren lernen … 😉 Also dokumentieren wir bestmöglich für die Jungs von unser Werft – und legen dann seufzend die Werkzeuge weg und räumen auf.

Eingetrübt & schön.

Der nächste Morgen sieht noch vielfältige Kleinaktivitäten, wir entfernen alte Klettbänder mit hartnäckigen Kleberesten im Cockpit, dichten die Kabelführung aus dem Mast ein, organisieren als „Inventur“ diverse Schapps neu und erfassen in Staulisten, schreiben Einkaufs- Werkzeug- und Teilelisten und waschen zumindest das Deck noch, sodaß MALA anständig in ihrer Box liegt. Es ist mutmaßlich nur noch die letzte, einzige Antennenleitung – dann wären wir soweit seeklar.

Mit diesem Gefühl machen wir uns auf den langen Weg zurück nach Hause … und hoffen auf eine gute Saison dieses Jahr – wenn uns die dann hoffentlich fertige Schleuse beim nächsten Besuch bald dann bis in die Nordsee durchläßt. … 🙂

In diesem Sinne,


A l l e r b e s t e   G r ü s s e
–   C r e w  v o n   M A L A   A l h e n a    –

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