Sommertørn 2026 – Teil II

Limfjord | Lemvig – VenøFurEjerslev – Logstør – Hals

SOMMERTÖRN 2026 – zweiter Teil

Dies ist der 2. Teil unser kleinen Sommerreise. 333 Seemeilen liegen in MALAs Kielwasser. Und in unserem zusätzliche 2 ½ Tage schönes Lemvig.

Limfjord | Fjordfahrt von West nach Ost

Der Wind steht immer noch durch. Um 12:00 Uhr steht im Logbuch: W-W4-5 Bft. Hochdrucklage mit 1025 mbar. Aber: WEST-NORDWEST-WIND! Das ist gut.

Wir bereiten MALA vor – und machen alles seeklar. Wichtig für uns auch immer: Eine umfassende Maschinenkontrolle, einschließlich Funktionstest, Sichtprüfung Dichtheit – und Ölstand (steht auf 1/2). Für letzteren füllt Gesche ca. 250ml Öl nach – und so steht wieder 3/4 am Peilstab an.

Motor-Wartung, Kontrolle & Pflege.

LOS GEHT’S.

Wir entscheiden, uns mit etwas Aufwand von der Pier zu lösen, dampfen in unsere bewährte Spring ein, drehen den Bug Richtung Fjord.


Freitag, 07.08.2026

Limfjord | Lemvig – direkt durch nach Logstør

Wir sind noch auf dem Törnteil Richtung „weiter-weg-von-Harlingen“. Und wissen, daß wir eventuell später noch unsere gut gehüteten Reservetage im Gesamt-Törnplan einsetzen müssen, um überhaupt vertretbar zurück kommen zu können.

Entsprechend verhalten wir uns. In diesem Fall heißt das, Venø, Fur und Ejerslev fallen aus der Route. Für diesmal. Schade einerseits, da wir das mit Hingabe vorab geplant und vorbereitet haben, auch landseitig. Unvermeidlich andererseits, wenn wir im noch zeitlich stark beschränkten Urlaubszeitraum eben auch unsere langen Strecken fahren mögen.


Das wird bei manchen (wenigen) Seglern um uns rum ggf. wieder lästerliches Gezeter geben 🙄 das nervt, klar, aber was soll’s.

Wir fahren unseren Törn – die eben nicht. Insofern: Nix für ungut. Andere, auch erfahrene Langfahrer, u.a. vom TO, stärken uns in der Ansicht. Das hilft.


Um 12:45 Uhr stehen bereits die Segel im engen Fahrwasser vor dem Hafen, durch das wir vor ein paar Tagen reinkamen – und durch das wir jetzt fröhlich wieder hinausegeln.

Die enge Rinne ist freundlich & allerbesten ausgetonnt.

Lemvig-Bucht, Ausfahrt aus dem Hafen.

Nach ca. 10 Meilen und 2h Fahrt kommt die erste Brücke unseres anstehenden Hürdenlaufs in Sicht. Der Ausguck meldet vernehmlich: „Kamele voraus!„.

Hah, spätestens seit unser Eider-Ralley damals schockt man mich damit nicht mehr. 😅 Aber es stimmt: Die von vorne mit 5,5kn Fahrt auf uns zurauschende „Oddesund Bro“ hat was von Kamelhöckern.

Wir laufen noch an einem uns gut bekannten anderen Schiff vorbei – und grinsen stolz aufgrund unser vermeintlichen terminlichen Glanzleistung, unter Segeln und in vollem Galopp exakt 3 Minuten vor Brückenöffnungszeit vor der Tür zu stehen.

Und feiern uns dafür. Wir kleinen Seehelden … nur leider zu früh. 😮

Jan Werner’s Revierführer führte uns hier … und zwar in die irre. Nicht nur zu früh gefeiert, nein, leider auch erheblich zu früh angekommen. Die nächste Öffnung wird nicht wie erwartet 15:15 Uhr sein, sondern erst 15:45 Uhr, wie Gesche via VHF direkt herausbekommt.

Mist.

Kamele!

Das Brücken-Öffne-Dich-Spiel hier funktioniert eigentlich ganz einfach und im weiteren Verlauf auch sehr gut:

Die Boote, die aus der (heute hier im Fjord allerdings abwesenden) Flotte der so rumkreuzenden Schiffchen ein Interesse daran haben, beim Kamel durch’s Nadelöhr zu schlüpfen, zeigen das gut sichtbar an mit der Signalflagge „N“.

Das ist der hübsch blau/weiß karierte Lappen, da unter der MALAs Saling. Der Backbord-Saling.

N – NOVEMBER.

Die wirklich reine Le(e)hre hier empfiehlt (oder „gebietet“, je nach dem Vertreter dieser Sichten und dessen Laufstärke 😉 …) das Fahren von Signalflaggen unter der Saling alleine. Also ohne alle anderen z.B. Stander o.ä.

Ein Grund dahinter: So können eventuelle Flaggenkombinationen (ja, die gibt es auch noch) aus der Entfernung sauber erkannt werden & es gibt keine Verwechslungen mit einem Clubwimpelchen des Heimatvereins oder ähnlichem.


Wir sehen, so ganz alleine da vor der großen Klappe rumtreibend davon ab & lassen das so, wie es gerade im Wind flattert. Für die halbe Stunde Wartezeit packen wir die Segel kurz ein – und hängen uns als Fähnchen wartend mit dem Heck in den Wind.

Das hat sich bei MALA bewährt und funktioniert für unseren Kutter hervorragend. Wir hängen also wartend etwas herum, Maschine im Standby, um bei dem doch recht frischen Wind jederzeit etwas helfen zu können. Dann geht es weiter.

Wir sehen die LKW und PKW zum Stillstand kommen, die Signalanlage zeigt blinkend 3x Rot übereinander (heißt hier: „Passage für von Westen kommende Schiffe in Vorbereitung„) – und dann geht’s auch schon los. Um exakt 15:45 Uhr, wie angekündigt. Wir kriechen heran, um die Passagezeit kurz zu halten, während das mächtige Brückenstück hochzuschwenken beginnt.

Klappe auf!

Und zack – rutschen wir durch, ziemlich in dem Moment, in dem die blinkenden Signale in dauerhaft Leuchtende übergehen, was unserem erwarteten ‚Startschuß‘ entspricht.

Ran …

Im Gegenlicht sieht man dem jeweiligen Rudergänger trotz viel Routine & Übung, die wir den schönen und vielen niederländischen Brücken und Schleusen verdanken, nach der Konzentration bei der Durchfahrt dann doch immer ein wenig Erleichterung an … 😃

Wir wollen doch auf keinen Fall durch kleine Fehler oder quersetzenden Strom, Wind oder ähnlicher Schweinereien unser schönes Rigg irgendwo ganz weit oben dort an diesen ausgefuchsten Bauwerken hängenlassen.

Nein. Also – mit Konzentration ran & durch – und danach das Honigkuchenpferdchengrinsen wieder auflegen.

… und: Durch.

Der Bordhund sieht das erfahrungsgemäß wesentlich entspannter und schaut sich das betriebsame Gebaren nur kurz aus bequemer Lage heraus einmal an.

Mia.


Jetzt darf gesegelt werden! ⛵️

Das tun wir. Gerne, ausgiebig und mit ordentlich Brise auf’s Heck. „West um fünf“ steht in der Zeile für den Abend im meteorologischen Abschnitt unseres Logbuchs. Mit gerefftem Groß, Klüver und voller Fock rauschen wir Richtung Ost.

Die Windfahne übernimmt – und wir können uns hauptamtlich um das Bewundern der langsam an uns vorbeigezogenen Landkulissen kümmern. Blauer Himmel, nette Wolken, kein Regen. Das kann gefallen & tut es auch.

Rauschefahrt, MAUS-gesteuert ….

Wir loggen Meilen. Fahrt durch’s Wasser (FdW) von recht konstant über 7 Knoten können wir über längere Zeiten halten. Begeistert schauen wir zu. MALAs berechnete theoretische Rumpfgeschwindigkeit sollte um und bei 7,8kn FdW liegen.

Wir rauschen durch den schönen Fjord – nicht weit weg von diesem Wert.

Schnell.

Schäfchenwolken, Wind, freies Wasser voraus und Segel oben … genau unser Ding. 🥰

Bilderbuch-Aussicht vor dem Bug.

Langsam nähern wir uns der nächsten Brücke über den Limfjord. Die „Salling Sund Bro„. Sie ist mit einer freien Durchfahrthöhe von 25 Metern ausgewiesen und so gar kein Problem für uns.

MALA rauscht heran – und Gesche legt fest, daß wir das auch unter Segeln machen. Einzig das Ruder nimmt sie kurz vor der Brücke unser orangen Maus aus der Hand.

Salling Sund Bro voraus.

Unter solchen Bauwerken macht die Windrichtung erfahrungsgemäß lustige Dinge & Sprünge – und wenn wir da windfahnengesteuert folgen würden … ist die Chance hoch, daß wir direkt grasen gehen.

Das will keiner. Außerdem mag sich die Skipperin diese schöne, Passage auch nicht aus der Hand nehmen lassen. Also – los!

Rudergängerin im Glück.

Gut gezielt geht’s rauschend hindurch. 😄

Und doch auch hier wieder … als Rudergänger ist man irgendwie froh, daß man bei solchen Durchfahrten nicht oben anditscht 🤣 …

Das ist bei uns irgendwie immer so, egal wie gut wir wissen, wie die Durchfahrthöhen und ggf. Pegel dazu gerade sind. Man ist froh, diese Bauwerke im Kielwasser zu sehen.

Durchfahrt.

Die Freude an Deck bekommt auch der Bordhund mit – und steht sogar auf für einen Blick herum. Eine gute Hilfe.

Mia.

Um 18:20 Uhr ist in MALAs Logbuch vermerkt:

Mehrfach über 8kn geloggt. Halb/raum bei SW 3-4 (5). SENSATIONS-SEGELN derzeit. Wunderschön!

Dem ist auch hier nichts weiter hinzuzufügen. 😍 Schon eilt der kleine geringelte Turm von Glyngøre auf der Steuerbordseite heran.

Im Bildhintergrund ist bereits die wunderschön beleuchtete Landmasse von Fur erkennbar. Unser 2. Tagesziel in der Törnplanung seit Lemvig, dann dem wir heute Abend mit großer Segelfreude … vorbeifahren werden. 😇

Ringelturm von Glyngøre und Fur im Hintergrund.

Um 19:30 Uhr liegt Fur in unserem Kielwasser. Passiert mit einem weinenden und mehreren laut lachenden Augen, bei 7 kn Fahrt und einem Steuerkurs von 015°.

Ab 20:40 Uhr beginnt der Wind zurück zu gehen. SW 3-4. Um 21:45 Uhr haben wir noch 4 sm Reststrecke. Leinen & Fender klarieren wir noch beim letzten Licht, dann knipsen wir die 3-Farblaterne an und gehen in die Ansteuerung.

Danach schickt sich die Sonne an, bald zischend im Meer zu versinken.

Uns beginnt das Licht auszugehen. Sonnenuntergang war bereits. Heute hier um 21:24 Uhr. Um 22:11 Uhr folgt die zivile Dämmerung, so langsam wird’s finster rundum. Unsere ETA liegt derzeit bei 22:30 Uhr. Die kleinen Tonnen der Ansteuerung sind nicht einzeln beleuchtet, an Land leuchtet dafür um so mehr. Kaum mehr zu sehen. Wir fahren weitgehend nach Gehör 😉 …

Und prompt vorbei! 😱 Es darf ja nicht wahr sein. Und das bei dem Lichtermeer & all‘ den Hilfsmitteln. Blamabel.

Limfjord.

Unsere Gesamtstrecke sind 46 sm am GPS, dargestellt im linken Bildteil. Unser ‚witziger‘ Track beim Einlaufen im rechten Bildteil. 😂 Wir folgen dem Tonnenstrich bis vor die Haustür. Und … prompt etwas dran vorbei.

Als der Steuermann mit Schwung Ruder legt, schaut der Navigator auf dem Vorschiff prompt in den falschen kleinen Hafen. Eine Hausnummer zu weit! „Abbruch! Falsch hier. Zurück! JETZT!“.

Nach so einem Ausruf läuft bei uns beiden Routine ab. „Alles klar!„. Aufstoppen, im engen Kreis drehen und neu orientieren ist dann eine fließende Bewegung. „Sau-Dunkelheit hier! 😜 Von wegen ‚mit letztem Büchsenlicht‘! Alles klar, bin auf Gegenkurs und laufe unseren Track zurück!“ so schallt’s wenig erfreut vom Rad. OK soweit.

30 Sekunden später ist die Sachlage wieder klar und wir biegen in den kleinen Kanal ein, der von dieser adretten weißen Brücke weiter hinten begrenzt wird. W 5 pfeift durch die Gänge. Wach scheint rundum niemand mehr – und alles rundum ist belegt. Die winzigen Boxen gleich am Anfang sind für MALA nicht breit genug um die Hüfte herum.

Wir schummeln uns kurz entschlossen in einem beherzten Rückwärts-Manöver zurück und hinter die leere Dalbenreihe für die kleinere Boote. Gegen den Wind paßt das gerade so am Heck des davor liegenden Bootes vorbei und hinter die Dalben.

Die (wichtige) Spring fliegt gegen den Wind, trifft, wird dicht genommen und bekommt Zug. MALA dreht leicht ein, lehnt sich mit noch achteraus laufender Maschine sanft am dicken Ballonfender am Heckkorb mit dem Hintern zart an den Steg – und wir haben gewonnen, liegen gut & und sind angekommen.

Leinen fest – nachts in Logstør.

Der Rest ist schnelle Routine. Restleinen setzen, Maschine und eigenen Tannenbaum aus, mit dem Hund laufen Fender & Leinen ‚hübsch‘ und passend machen, dann wird der 5. Festmacher gelegt.


Das kleine, pittoreske Logstør scheint hinsichtlich Datenverarbeitung und Service allerdings bereits voll in der Neuzeit zu stehen. Per QR-Code wird auch hier gescannt und die Liegegebühr direkt entrichtet. Klappt.

Allerdings: Kein Landstrom, mit der Meldung „nicht abgedeckt“. Hmm. Wir wollten schon wieder einpacken, das kann eigentlich nicht angehen. Wir stellen die moderne Webseite nochmal auf eine andere Landessprache um – und siehe da es wird ad hoc im Wortsinne gleich heller: 😅

Die Übersetzung ist dann richtig und verständlich, wir „selecten ein socket“ und „payen the bill“ – und siehe da: Unter Deck piepst es vernehmlich und zufrieden – Landstrom haben wir ab sofort auch.

Morgen geht es dann weiter den Limfjord im 2. Teil hoch. Vorbei an verschiedenen „Kamelen„, einer Mausefalle, entlang einer wahrhaft -ähm- beeindruckender Architektur der viertgrößten Stadt Dänemarks bis in ein spannendes Geschlängel der Seewasserstraße, die uns dann langsam Richtung Ostsee und nach Hals aus dem Fjord entläßt.


Samstag, 08.08.2026

Limfjord | Logstør – Ålborg vorbei – Hals

Die Sonne geht auf! Um 05:42 Uhr.☀️

Zumindest vermutet die noch irgendwann zwischen 08:30 und 09:30 Uhr schläfrige Crew das 😉😇 – denn als eben diese erstmalig zerknittert an Deck erscheint, leuchtet der Himmelskörper schon fleißig.

Und bestrahlt warm … ein wunderschönes kleines Örtchen, dessen wir uns gestern in pechschwarzer Nacht noch gar nicht gewahr wurden. SCHÖN!

Hafen Logstør.

Wie immer sind die frühen Vögel schon längst los & weg, wenn wir auf MALA überhaupt so langsam aktiv werden. Unsere Art Urlaubs dann … 😉

MALA liegt praktisch schon wieder ganz alleine am Steg, wir machen uns auf den Weg, das kleine Örtchen ein wenig zu erkunden. Außerdem brauchen wir Brötchen … und sei es nur, um ganz sicher zu sein, daß wir auch da angekommen sind, wo wir denken, nach der Aktion gestern Nacht.

MALA wieder alleine.

Logstør ist hinreißend niedlich. Wirklich. Klein, mit außergewöhnlich viel und lokaler Kunst aller Orten. Einer Badestelle, die Ihresgleichen sucht, viel Farbe und Malerei, blaue Fische, die uns durch den Ort begleiten und guten Brötchen. Wir sind gerne hier.

Collage Logstør.

Um 10:30 Uhr slippen wir die Landleinen, mit dem Ziel die Brückenöffnung um 11:15 Uhr zu erwischen. Unsere ETA ist 11:10 Uhr. Sollte also passen. Und paßt auch.

Ganz an Ende müssen wir sogar noch etwas langsam machen. Der Wind steht auf Süd-West 4 und schiebt uns mit unserem Groß II noch ganz kräftig vor sich her, als wir da auf die Brücke zu pütschern. Und die ist diesmal gar nicht ganz so pünktlich, wie die anderen … daher der etwas skeptische Blick des Rudergängers vom Dienst:

Ran an die Erste der kommenden Brücken. Wird die aufgehen?

Die Kamelhöcker erscheinen vor uns. In der Mitte wird es durchgehen.

„Kamele an der roten Leine“ …

Die Öffnungszeit (hier: 11:15) steht groß dran. 3x rot sehen wir auch.

Also … hinein, sobald es geht. Es kommen schließlich noch so einige Bauwerke dieser Art, die uns da im Weg rumstehen werden 🙂

Um 11:25 Uhr liegt auch dieses Hindernis hinter uns, wir reffen aus – und lassen MALA laufen. Die Landschaft rundum ist zunehmend weniger spektakulär.

Oddesund Bro.

Das kleine Fahrwasser wird enger. Und es beginnt sich kräftig zu schlängeln. Motoren ist für uns keine echte Option, also kreuzen wir vor dem Wind und nutzen aus, was geht. In alter Wattfahrwasser-Manier … immer ran an die Kanten.

Wenn man aber mal eine Zeitlang „Einhand“ an Deck sowohl Groß, als auch Backstagen, Klüver, Fock bedient, den Kurs festlegt, die Laylines im Auge behält, sowie die Entgegenkommer … und dabei schön auf die Kartenangaben (hier 4-6m) vertraut und deshalb keines der anderen Augen noch auf’s Echolot richtet … dann war das … falsch. 🤣

Schrööööömps! Da ziehen wir den Kielfuß durch den Schlick, mit schönen, vollen Segeln – und die Chose kommt zum Stehen. „Miiiiiist hier!!!„. Große Betriebsamkeit.

Stimmt, verflixt. Tiefe steht bei 1,6m. Kiel hoch, Maschine an & kräftig zurück … Segel auf, soweit es geht.

Aber mit Eleganz sollten wir (sprich hier: ICH 😎) nicht direkt wieder von diesem Hügel runterkommen. Unwürdig muß der reuevolle Rudergänger abwarten, bis MALA sich (erkennbar leicht genervt – „Mann, Schiffer, das kannst Du doch besser! Muß ich denn hier alles machen?!„) langsam mit dem Wind dreht & unsere kleine Rettung Erfolg hat.

Tja. Sowas passiert. Wir feiern unseren robusten Alukutter – und hier ganz besonders den sehr soliden Schwenkkiel uns seine Mechanik & Hydraulik. 🥰 DANKE MALA! Und: Entschuldige bitte.

Auf 6m Kartentiefe geht uns das Wasser aus …

Die weiteren großen Bögen des gewundenen Fahrwassers werden mit etwas mehr Respektabstand wieder genommen. MALA kreuzt noch etwas … (dann doch wieder an den Kanten längst, wie immer) … und dann beginnt Aalborg bereits zu grüßen:

Willkommen bei Aalborg …

Bunte, lärmende Bagger und irrsinnige Speedboote, die Touristen angeschnallt und spritzend durch die Gegend schaukeln begrüßen uns. Gleich werden das auch die nächsten Brücken tun.

Dementsprechend flaggen wir wieder „N„.

Flagge „N“ wieder … für die Brücken.

Nach der letzten Biegung stehen wir … vor Stadtkulisse. Wohnen in allererster Lage an der Waterkant. Aber für uns … wär‘ das wohl eher nix. Sieht wild aus, finden wir – und machen, daß wir weiterkommen.

„Aalborg „… wie … „Aarchitektur“.

Nun wähnen wir uns im Glück: Gesche rief die Brücke kurz (und ohne große Erwartungen) mal an. Und kam mit der Info zurück: „Hebel auf den Tisch! Feuer – das Ding geht in weniger als 5 Minuten auf!„. Na denn … LOS! 🙂

Auch hier wieder … 3x rot, Passage von Westen kommend frei – und wir stürzen uns erfreut vorwärts, preisen unser Glück – und ahnen gar nicht, daß wir direkt in eine lustige Mausefalle fahren, deren Klappe wir gerade passierten und die hinter uns zackig wieder zuklappt.

3x ROT.

Gefangen.

Der Blick geht voraus … auf die beiden runden Türme mit der Ausgangstür …

… noch lächelt der Steuermann erleichtert …

Die werden die beiden Brücken doch aufeinander abgestimmt haben, wie es z.B. in den Niederlanden doch meist so üblich ist, oder?!„. So langsam werden wir unsicher.

Etwas näher ran & wir können die nächste Öffnungszeit ablesen. 15 Minuten dürfen wir die Falle und das Szenario links und rechts genießen. Das reiche ich hier vielleicht nochmal nach …

Bis dahin hängen wir wie’s Fähnchen im Wind, treiben wir vor dem achterlichen Wind vor in Richtung Bauwerk, motoren wieder ein Stück zurück … und das Spielchen wiederholt sich.

Da werden 10-15 Minuten lang … und ich beneide die flachen Schiffe, die einfach drunter durchschlüpfen können.

In der Falle …

Jetzt zum Abschluß übertreffen sich unsere Dänen noch einmal in der Lichterführung. Es ist für uns ja schon manchmal komisch, über eine rote Ampel zu fahren 😉 … zwei rote Lichter haben für uns an unseren gewohnten Schleusen die ganz und gar nicht gute Bedeutung, daß da dicht ist – sei es wegen Feierabend (Mist) oder auch wegen z.B. eines Defektes (GROSSER Mist) …

Gleich drei rote Lichter mußten wir zu Beginn der Fjordfahrt erst einmal nachschlagen … und jetzt derer gleich noch mal fünf?!?

Fahrer von Westen kommend dürfen fahren bei drei roten (nicht blinkenden) Lichtern übereinander. Das sind wir. Prima. Zwei weitere Lichter zeigen: Achtung – Euch kommen von Osten noch Seefahrer entgegen. Denn die haben zeitlich ihre „grüne Ampel“, um im Bild zu bleiben.

Wir fädeln uns nacheinander durch das Nadelöhr – und sind frei, Richtung Ostsee! Mehr Bauwerke werden da heute nicht mehr im Weg stehen. Wir setzen wieder Segel & MALA läuft befreit auf.

Jetzt sogar FÜNF rote Lichter …

Der auslaufende Fjord in Richtung Ost ist wenig weiter berichtenswert. Industriegesäumt (da verkehrstechnisch wohl gut angebunden) und landschaftlich nochmal zunehmend flacher, kann uns die vorbeilaufende Kulisse nicht besonders begeistern.

Lustig war an einer Stelle der Gegensatz – während an Backbord große Kohlehaufen der ‚alten Welt‘ lärmend und staubend beackert wurden, glänzten auf der Steuerbordseite riesige, wirklich riesige Windmühlenflügel am Ufer. Die verladen und verbracht werden.

Der weitere Verlauf …

Es setzt sich Abendlicht durch. Noch 3,5 Stunden Restfahrzeit bis Hals sollten uns bleiben. Wir bemerken eine in ihrer Tasche verdrehte Segellatte, die wir mühsam am Rutscher rausschrauben, ziehen und unvertwistet wieder reinoperieren mussten. Alles mit teils abgelassenem Segel vor dem Wind 🤯 – das war eher so „mittel“ … aber von Erfolg gekrönt und insofern OK.

Die letzte Biegung. An Steuerbord liegt der kleine Vereinshafen von Mou Bro, voraus „von draußen“ erreichbar wäre der optionale Hafen Egensø, vor dem wir bereits Ankerlieger im flachen Abendlicht sehen. Unsere Rückfall-Lösung, falls wir nicht doch noch durchsegeln wollen … 🫢

Ob sich da in Hals was für uns finden wird?!„. Wir sind da nicht so sicher und dieseln vorsichtig mal rein. Und ob sich da etwas findet! Søren, der wirklich saunette Hafenmeister, winkt bereits, weist uns ein, direkt an die große Kaimauer, wo Sportboote sonst normalerweise nicht liegen.

Wir haben einen langen, netten Klønschnack (in Dänemark schreibt man das mit „ø“), er freut sich, daß wir so einen robusten kleinen Kutter fahren – und daß wir überhaupt noch spät unterwegs sind und reinkommen.

Alleine deshalb sei er nochmal rausgekommen, erzählt Søren, der so gar nicht verstehen kann, wie er berichtet, daß so viele große Boote schon mittags wieder reinkommen und im Hafen rumliegen. Wir verstehen uns auf Anhieb.

Der Hafenmeister verteilt noch Zusatzfender an Boote (brauchen wir diesmal nicht), da wir alle noch die nächsten Stunden im Schwell liegen – hilft – und dann liegen wir fest. Direkt unter’m Kran.

Etwas später nehmen wir noch einen einbandgesegelten Dragonfly längseits, mit etwas erschöpft wirkendem Skip – und dann lassen wir den Abend auf uns zukommen.

Spät fest im vollen Hafen Hals.

Beim Festmachen fanden wir Blut auf den Seitendeck. Nanu?! Das ist bei uns ungewöhnlich. Und anhand der Fußabdrücke schnell geklärt und behandelt. Unser Bordhund hat sich eine Kralle verletzt. Verarztet und allerbestens verbunden geht’s etwas später noch auf eine kurze Hafenrunde.

Viel geht heute nicht mehr für uns.

MALA … Kutter. unter sich …

Gegen den Schwell kommt noch fix etwas Scheuerschutz auf unsere Festmacher, die in den robusten Ringen und auf dem ausnehmend rauen Beton reiben …

Scheuerschutz …

Für einen müden Rundgang reicht es noch, genauso einen kurzen Satz im Gästebuch für den wirklich feinen Hafenmeister dort – dann fallen wir in die Kojen. 42 Seemeilen Fjordfahrt liegen heute hinter uns. Praktisch alles gesegelt.

Kurz.

Morgen schon hoffen wir, bei der derzeitigen Windrichtung allen Ernstes mal eine echte Chance darauf zu haben, Læsø tatsächlich zu erreichen.

Das versuche ich seit tatsächlich Jahrzehnten 🤣 – es hat nie in die knappen Urlaubstage, Charterwochen oder vorherrschenden Windrichtungen passen wollen. Was dem Barawitzka sein „Lampedusa“ war – das ist für mich wohl „Læsø„. 😅

Und morgen haben wir sie, die echte Chance.


Der rote Track des Tagestörns von Lemvig nach Logstør umfaßt 46sm. Der grün dargestellte Track von Logstør weiter nach Hals war 42sm lang. Grau schon mit gezeigt: Læsø sollte uns tatsächlich endlich mal gelingen! 😄👍

Trackübersicht – Limfjord.

Mehr folgt dann hier im nächsten Teil.


In diesem Sinne,


A l l e r b e s t e   G r ü s s e
   –   C r e w  v o n   M A L A   A l h e n a    –

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