NOK | Kiel – Rendsburg – Brunsbüttel – Nordsee | Helgoland
SOMMERTÖRN 2026 – vierter Teil
Zum Ende dieses Teils werden 782 Seemeilen auf diesem Törn in MALAs Kielwasser liegen.
Durch den Nord-Ostsee-Kanal (NOK) bis Helgoland
Diese Kanalfahrt sollte für uns ohne die schon erlebten „3x ROT-Unterbrechungen“ im allerbesten Sinne ereignislos und gut laufen. Rendsburg mit Familienbesuch ist unser klares Highlight. Und dann geht es weiter bis Brunsbüttel mit einer Überraschung für uns. 🙂
Dienstag, 18.08.2026
NOK | Kiel – Rendsburg
Die erste echte Überraschung hatte die eine große Schleuse Kiel allerdings für uns bereit. Wir konnten SOFORT einschleusen. Das hatten wir noch nie!
Früh morgens machen wir die Leinen los. Noch deutlich vor dem Wachwerden. 😂 Glücklicherweise geht das bei uns eingespielt und reibungslos. Ein Morgenspaziergang mit Bordhund, der Kaffee und das Frühstück muß warten, als Gesche ausruft: „Schau mal, da steht im Morgendunst schon ein Segler vor der Schleuse an!„.
Das war noch vor sieben Uhr … Und diesmal sind wir (angesichts damals schon gemachter Wartezeit-Erfahrungen) … schnell.
WEISSES LICHT!

Kaum, daß wir bei ihm liegen, erscheint bereits das freundliche weiße unterbrochene Licht oben am Signalmast. Ganz alleine für uns zwei Seglerchen – und wir laufen zügig ein, um die Abläufe auf gar keinen Fall zu verzögern.
Wo festzumachen ist …

Beim Eindampfen in die Schleusenkammern können wir am mittleren Signalmast nochmal kurz unsere Köpfe heben und bekommen noch – zumindest nach unserem Kenntnisstand der (derzeitigen) Abläufe dort in der Schleuse bei Kiel – zusätzlich den netten Service, daß man uns die Information mitgibt, wo genau wir kleinen Seglerchen denn tunlichst festmachen sollen.
In diesem Fall leuchtet das steuerbordseitige weiße Licht am Mast, während das andere dunkel bleibt. So laufen wir an die rechte Seite und machen an den tiefliegenden Schwimmplattformen fest. Wie immer – weit vorne.
Noch beim Einlaufen strickt Gesche die Fender um, sodaß sie tief auf der Wasseroberfläche liegen, vorne und hinten jeweils angetüddelt. Das hast sich bei uns bewährt.
Fest in der Schleuse bei Kiel.

Gleich danach werden wir zufrieden in den Kanal entlassen. Vor uns liegen etwa 19 Seemeilen Kanalfahrt. Diese werden hier natürlich in Kilometern gerechnet.😅
Also … etwa 35 Kilometer. Eingelaufen sind wir also bei Kanalkilometer 99 und „abbiegen“ wollen wir bei Kanalkilometer 65. Etwa 4½ Stunden Dieselfahrt … wir seufzen & greifen zum ersten Kaffee dieses friedlichen Morgens.
Ein kurzer Blick zurück …

Ein kurzer, etwas wehmütiger Blick zurück in Richtung Kiel und Ostsee, dem Revier, in dem wir uns wieder sehr wohlgefühlt haben, zeigt auch, was uns die kommenden Stunden so erwarten wird.
Ein langes „Wenig bis nichts“ … und immer mal wieder Überholvorgänge durch die ‚Großen‘ im Kanal. Da halten wir uns ganz rechts, bemüht, in der vorbeilaufenden Wulstbugwelle mit MALA nicht grasen zu gehen – und ansonsten … bestrebt, einfach nur wach zu bleiben. 🙂
Der Kaffeekonsum an Bord steigt dramatisch an. Und Energie haben wir ja im Überfluß in dieser Zeit. Also laden wir alles, was irgendwie Kabel hat – und versuchen, aus dieser motorgetriebenen Fahrt das Bestmögliche für uns alle zu machen.
09:00 Uhr – ein Seitenblick in den Flemhuder See

Wir lassen MALA gemächlich laufen. Der Diesel dreht bei Wohlfühl-Drehzahl und wir bummeln so mit 4,9-5,1kn Fahrt das grün gesäumte Ufer entlang. Im Flemhuder See lagen wir beim letzten Mal eine Zeitlang als Flucht vor der 1. Kanalsperrung (3x ROT) an den große Pollern und warteten.
Diesmal dürfen wir einfach vorbeiflanieren …
Dank wieder toller und für uns sehr gut passender Tips und Empfehlungen/Einordnungen aus dem Segeln-Forum wissen wir frühzeitig, wo wir in Rendsburg für unsere Treffen mit Familie unterkommen möchten. Gut erreichbar für unsere ‚Landcrew‘ – und entspannt für uns. Und das sollten die tollen Anlagen des RVR (Regattaverein Rendsburg) werden.
Ein sehr nettes Telefonat später wissen wir: Die Stege „Bravo“ oder „Delta“ dürfen wir als Gäste nutzen und sind herzlich Willkommen. Das ist schön!
Und das fühlte sich später für uns auch so an. Die vielleicht modernsten Sanitäranlagen auf unserem diesjährigen Sommertörn, tolle Stege, Boxen und sehr nette Segler rundum. Eine Waschmaschine (dringend nötig 😉) und ein prima Restaurant, in dem wir später sehr gerne essen sollten.
Leinen fest als Gäste beim RVR.

Bereits um 13:30 Uhr liegen wir gut & fest an den schönen Stegen des RVR und machen MALA ‚landfein‘. Unser Atlantic-typisches Rückwärts-Anlegen sorgt hier für keine scheelen Blicke. Viel zu tun an Bord ist für uns nicht.
Gegen den erwarteten (kräftigen) Regen spannen wir später noch Bimini und Regenschutz auf – und sind bald danach mit echter Vorfreude auf unsere Familie bereit, sie an Bord zu empfangen.
Mit Gesches Eltern haben wir eine lustige Kaffee-Runde, später am frühen Abend dann ‚abgelöst‘ durch Stephans Cousine, mit der wir eine lange, witzige gemeinsame Nacht haben werden, die uns dann noch einen ausgedehnten Spazierganz beschert, um Swantje wieder zurück zu ihrem Wohnmobil auf der anderen Kanalseite zu begleiten.
Wir wissen jetzt: Auch ZWEI (nasse) Bordhunde können wir auf MALA absolut entspannt beherbergen.

Ein runder Tag und wir gehen extrem zufrieden und mit gewisser Bettschwere in die Kojen. Morgen ist schließlich wieder Kanalfahrt …
Mittwoch, 19.08.2026
NOK | Rendsburg – Brunsbüttel
So eine Kanalfahrt, wenn gut verlaufend, hat erfreulich wenig besonders Berichtenswertes. Das ist gut. 🙂
Wir verlassen die Box um 13 Uhr mittags. 38 Seemeilen (ca. 65 Kanalkilometer) liegen vor uns, wir starten „auf den Punkt“, sodaß wir a) das derzeitige Regengebiet noch abwarten und b) zum allerletzten Moment der gestatteten Tagfahrzeiten (derzeit bis 21:30 Uhr) in Brunsbüttel ankommen.
Kaffee – durchhalten.

Wir winken den Spaziergängern am Ufer, weichen den ‚Großen‘ aus, erfreuen uns an den vorbeiziehenden Brücken und den immer wieder knapp vor oder hinter uns gut & erfahren abgepaßt vorbeihuschenden Fähren.
Und da sich ja viele von den berühmten Schwebefähren am Kanal ein vollkommen falsches Bild machen, ist es eine gute Gelegenheit, mit diesem Mythos hier einmal aufräumen zu können. 😉 Ganz ohne Seemannsgarn – da schwebt sie, die Fähre. Und bald ist Party, wenn man dem Plakat trauen kann.
Schwebefähre.

Hier werden wir sicherlich mit mehr Zeit und von zu Hause aus noch kräftig ergänzen, mit Photos und Anekdoten fortschreiben.
Für den Moment reicht es uns selbst als Gedankenstützen so … und wir müssen die Leinen klarmachen, zum Anlegen in dem kleinen Hafen Brunsbüttel binnen für eine Nacht. So der Plan …
Tja, aber wie das mit Plänen von Seglern nun so ist … bei Niedrigwasser in den Sand geschrieben … So auch hier.
Der kleine Hafen war (uns) zu voll. Wir wollten keine x-fachen Päckchen im Schwell der ‚Großen‘ hier haben und unseren Hund über die ganze Chose hin und her balancieren …
Hafen gut gefüllt …

Man kann’s ja mal versuchen …
Kurzentschlossen drehen wir einen Kringel – und finden uns Minuten später und mit dem langsam wirklich schwindenden Restlicht im NOK wieder.
Einmal quer rüber – und wir halten unsere Nase mal ganz vorsichtig in den leeren Kleinboot-Wartebereich. Und da folgt die nächste Überraschung für uns:
1x WEISS, UNTERBROCHEN – und MALA gleich ganz alleine zu Haus 😉

Ein erneutes Schleusen OHNE Wartezeit für uns. Und: GANZ ALLEINE. In dieser Riesenkammer. Wir trauten unseren Augen nicht, als die Lichter am Mast ad hoc für uns umgestellt wurden. Im oberstehenden Bild oben links in der Ecke bereits zu sehen.
Und das Schleusentor steht auch auf. „Los, das gilt uns! Ab in die Kleine Süd!„. Der Steuermann schüttelt sich noch ungläubig, während er den Hebel tief auf den Tisch legt, um soviel Entgegenkommen ja nicht mit bløden Verzögerungen noch Probleme zu machen.
Wir hasten förmlich – erstmal rein in die leere Kammer, dann gleich um die Wette mit der untergehenden Sonne. Denn jetzt gilt es sich zu überlegen: WOHIN MIT UNS?! 🙂
Abschluß NOK für diesen Törn.

Und während Gesche leise fluchend mit Leinengeflecht, widerborstigen, rostigen Ringen und Ketten auf – hier schlüpfrigem und wenig freundlich anmutendem – Treibholz ringt … erhasche ich noch einen letzten Blick zurück in den Kanal, als die Tore sich schließen. DANKE! Toll war’s diesmal – und ein schönes, weiteres Teil-Kapitel unseres Sommertörns klappt damit mit dem einrastenden Tor vernehmlich zu.
Jetzt muß der Blick wieder voraus gehen. Nicht nur im Wortsinne – sondern auch zeitlich. Unser Tidenrevier hat uns zurück. Und da müssen (zumindest wir) immer noch ein bißchen kalkulieren und überschlagen, sodaß es alles zu unser Zufriedenheit läuft und wir die von Mutter Natur gebotenen Hilfen auch sinnvoll einsetzen. 🙂
Genug geträumt. Knarrend beginnt sich das große Tor vor uns zu öffnen und MALA gleich in die Elbe zu entlassen. In derselben Geschwindigkeit wird’s jetzt dunkel. Daß wir ein Stück zeitlich nach lokalem Hochwasser hier ein würden, war uns klar. Die justierte Tidenuhr in MALAs Navigation tickt und zeigt uns sowas vorab. Aber wat nu?
Das soll jetzt schnell gehen. Die Elbe schließt uns in die Arme und nimmt uns mit. Wir entscheiden fix: „Cux – direkt durch nach Helgo – oder ..?!“ stehen auf dem Auswahlzettel. Da fällt uns der kleine alte Hafen Brunsbüttel ein.
Ein fixer Blick in die wenigen Unterlagen, die wir dazu haben, etwas Überschlag zu Wasserstand und Tiefgang – und wir legen fest: „Das versuchen wir noch! Aber flott nu‘!„.
Prickensuche im Abendlicht.

Wir finden problemlos und mit Restlicht noch rein. Kaum drin, ist es allerdings dunkel geworden. Und flach ist das auch. Bei 1,6m und einmal 1,4m schwenken wir MALAs Kiel hoch. Dazu drückt ein ganz ordentlicher Wind in den kleinen Hafen.
An der länglichen Steganlage scheint kein Platz mehr für uns. „Abbruch!“ beendet unser Anlaufen rückwärts auf einen vermeintlich letzten freien Platz mit Hinweis auf rote Schilder, die wir im Dunkel und unter Winddruck aber nicht mehr in Ruhe und bei Lichte lesen können.
Wir entscheiden uns kurzerhand für eine Nacht am „Jolli-Steg“ – ganz, ganz vorne, wenn man reinkommt und eingewebt wie die ganz Großen, in ein schnell geschlagenes Netz aus verzwickten Springs, Festmachern, Stütz- und Landleinen.
Alter Hafen Brunsbüttel

Wie immer, wenn wir spät erst kommen & früh schon gehen wollen …
Bewundernswertes Vereinsheim bei SVB

… laufen wir an Land, erst für eine große Runde mit dem Hund – und dann zu unseren Gastgebern, um – in diesem Fall einen bereits toll vorbereiteten Umschlag mit Liegegeld & DANK – zu hinterlassen.
Was für eine beeindruckende, gute, moderne und schöne Anlage. Wir sind ganz schön baff. Alles ist gut geregelt, weiter oben stehen auch Camper, die hier wohl mit dabei sein dürfen – und im Abendlicht, untermalt vom immer kräftiger werdenden Rauschen des ablaufenden Wassers sehen wir tiefer drin im kleinen Hafenschlauch, daß wir vielleicht am langen Steg doch noch einen freien Platz vor dem Wehr hätten erreichen können.
Jetzt aber schnell in die Kojen. Morgen wird es zeitig wieder rausgehen. In die Elbe.
Donnerstag, 20.08.2026
NOK | Brunsbüttel | Nordsee – Helgoland
Vor 8 Uhr sind wir zugange. Um 08:30 Uhr lösen wir die Landleinen, danach fädeln wir uns in die Elbe ein. SW 3-4. Ein sehr netter Wind für uns. MALA beginnt zu laufen.
Doch sehen wir davon zu Beginn noch nichts – das kleine, lästige Schaufelrädchen des Gebers sitzt nach unseren Schlammbad in der Nacht einmal wieder fest und erholt sich trotz kräftig Fahrt durch’s Wasser nicht.
Seufzend ziehen wir den Geber – und drei Minuten später haben wir auch wieder Fahrt 😉 Und wie!
Speed! 🙂

Wir segeln ja eigentlich noch mit sehr gebremstem Schaume, sozusagen, tief gerefft, Kaffeebecher in den Händen – daher 6,6 kn FdW aus 13 kn achterlichem Wind. Wir lassen es ruhig angehen.
Und es werden schöne 10,1 kn (😎) über Grund angezeigt, die Elbe hilft hier nach Kräften mit – und wir überlegen bereits, uns mit dem von hinten heranfliegenden Halunder Jet (Bildmitte, sogar zu sehen) anzulegen. 😉 Wurde aber nix. Komisch.
Wir reffen später aus – und lassen MALA aus der Elbmündung laufen. Ziel: Helgoland.
Tonnenleger.

Kurz vor Cuxhaven ‚erwischen‘ wir noch einen Tonnenleger, der unsere kommenden Papier-Seekarten-Aktualisierungen vorbereitet 😁 und gelbe Tonnen aus der Elbe zieht. Sehr nett.
Etwas später fürchten wir anhand unseres bisherigen Kartenmaterials noch, ein Gebiet aus gelben Tonnen umfahren zu müssen & luvten entsprechend frühzeitig … da war aber nix.
Wahrscheinlich hatten sie die schon rausgefischt, wer weiß. Alle anderen fahren dwars, keine Tonnen zu sehen – also gehen wir auch etwas weg von der Windkante.
Wir können also wieder etwas abfallen, MALA laufen lassen – und Cux fliegt in einem langgezogenen Strich an Backbord vorbei, während wir die letzten Kurven der Elbausläufer mitnehmen. Gemeinsam mit anderen fahren wir weiter raus. Die hingegen haben bereits ausgerefft und lassen uns erstmal noch etwas zurück.
Dem etwas tiefer liegenden Fahrwasser „Norderelbe“ widerstehen wir tapfer – anders als einige unser Mitfahrer – und lassen dann nach Tonne 20 laufen, reffen aus und öffnen die Segel.
Die Windfahne übernimmt, die zunehmend länger werdende Welle kommt langsam rein, während uns noch auslaufendes Wasser schiebt. Der Wind kommt südlicher, als von den Fröschen vorhergesagt, was uns gut tut und freut. Er wird etwas später aber weiter in Richtung West drehen.
MALA rennt. Und wir schauen nur zu. Den leichten Winddreher haben wir mit eingeplant – und so kommt ein feiner Anlieger auf unsere Insel zustande, den die Windfahne einfach mitnimmt.
Von dem Verkehrstrennungsgebiet (VTG) halten wir uns frei – und rauschen fröhlich grinsend mitten durch das Gebiet der Großen Reede-Lieger.
Nah bei.

So sehr dicht vor den haushohen Bugen vorbei zu segeln, ist immer ein komisches Gefühl. Zumindest für uns.
Da hilft es sehr, im Glas zu erkennen, daß auf einer der Seiten am Bug eine dicke Kette heraushängt, die sicherstellt, daß das Schiff an Ort und Stelle bleibt, auch wenn es teils aus den Schornsteinen beängstigend qualmt … 😉
Die AIS-Signatur zeigt keinen Vorauspfeil – und wir huschen durch.
Laaaaand ho!

15:30 Uhr. Diesmal … werde ich hier der Ausguck sein, der unser Ziel findet. Jawohl. 😎 Doch noch ist ja beim allerbesten Willen nix zu sehen …
Und mit nautischem Blick voraus, seemännisch mit einer Hand locker abgeschatteten Augen und einem braungebrannten Arm lässig am Want halten im Seegang auf und ab schwankend …
Während ich noch träume reißt mich ein wenig einfühlsamer Ruf aus den hübschen Seefahrer-Phantasien 😉 – „LAAAAAND HOOOO!„. Voraus! Da, ganz deutlich.
Verdammt. Wieder doch nur der Maulwurf an Bord. 🤣 Eine geschlagene halbe Stunde später kann auch ich den voreiligen Ruf unseres exzellenten Ausgucks bestätigen … Während MALA immer mehr im kräftig zunehmenden Wind zum Abheben anzusetzen scheint.
Bei ordentlich Wind und in Welle läuft unser kleiner Kutter wie auf Schienen. Jedesmal eine echte Freude für uns in Cockpit oder Doghouse, während der Bug zunehmend beginnt, Wasser hoch zu werfen, daß uns etwas weiter hinten schwungvoll um die Ohren fliegt.
Jetzt scheint sich für uns auch zu zeigen, daß einige Mitläufer, die sich früher für das Fahrwasser der ‚Norderelbe‚ entschieden, jetzt und mit dem drehenden Wind das kürzere Ende hatten.
Sie scheinen uns, im Glas betrachtet, bereits eingepackt zu haben und die letzten Seemeilen gegen die zunehmend bockige Welle gegenan zu dampfen. Genau das war für uns nix.
Wir hingegen denken jetzt ebenfalls ans Einpacken – und zwar direkt vor der Insel. An der grünen Eins bergen wir alles und laufen in den großen Vorhafen, wo wir dann Leinen und Fender im geschützteren Wasser klarieren und in den kleinen Südhafen weiterlaufen.
Fest auf Helgoland.

Um 18:15 Uhr liegen wir. im 3. Päckchen für heute, gut geschützt. Landseitig am dem großen, ‚metallicblauen‘ Kat „Qi„, der ebenfalls einen TO-Stander fliegt – und über den wir mit Hund im Arm später an Land kraxeln dürfen. 👍
Eine gute Sache. So belassen wir das für heute – und freuen uns, daß unsere Reiseplanung bis hierhin so gut gereicht und gepaßt hat.
Freitag, 21.08.2026 bis Montag, 24.08.2026
Nordsee | Helgoland – VIER LANDTAGE
Morgens, im üblichen „Paketchen-Wechsel-Dich“ Spiel im Hafen hier auf Helgoland sortieren wir uns alle neu. Alle Vöglein fliegen hoch – und setzen sich wieder. Wir (leider) noch ohne das Glück, mit Hund direkt an den Steg zu dürfen – aber dafür an sehr netten Nachbarn und mit wesentlich weniger Klettertour.
Neu gemischt.

Eine kleine Überraschung ist auch das größere Atlantic-Schwesterschiff PO5, mit deren Crew wir noch gemeinsam Kaffeetrinken gehen, bevor sie sich auch bei Nord-West dann terminlich getrieben auf den Weg nach Harlingen machen, wo wir sie vielleicht noch wiedertreffen werden.
Gemeinsam laufen wir auch über frische, breite, rote Fußgängerwege einmal ums Carré zum Hafenmeistergebäude und zahlen erstmal einige Tage Liegegebühr. Denn wir bauen fest auf den bestellten und erhofften Winddreher auf östliche Richtungen. 🙂
Das würde unsere große Runde Harlingen-Nordsee-Limfjord-Læsø-Ostsee-Helgoland-Harlingen echt rund machen. Raum- oder Halb … beinahe die komplette Strecke. Schön wär’s! 🙂
Und die Wettervorschau – und der Vergleich einer ganzen Anzahl von Simulationsmodellen scheint sich da recht einig:
Erst wird’s etwas windiger, dann einen Tag flau, während der NW-Wind über Nord drehend dann zu einen Ostwind werden soll.
Wir sitzen hier & können unser mögliches Glück diesbezüglich kaum fassen.
Wettervorschau.

Das beschert uns vier (!) schöne Landtage auf Helgoland.
Und dann eine möglicherweise schnelle Überfahrt zurück in die niederländische Waddeenzee, ggf. mit Kreuz vor dem Wind in der Küstenverkehrszone, falls es für unseren Spi noch zu viel Druck sein sollte.
Ein riesiger Grund sich zu freuen! Ein schneller Besuch im TO-Stützpunkt der Engel zum Behufe einer ausreichenden Proviantierung bei so langer Landliegezeit, war hochgradig erfolgreich … 😉 😉
Wir schalten, sicher im Hafen liegend, mit extra Landleinen, zusätzlichen Springs und gut abgefedert auf „Autarkie-Betrieb“ um. Wir nehmen keinen Landstrom. Zum ersten Mal. 🙂
Wasser ist mehr als ausreichend, Diesel hoffen wir hier noch bei Abfahrt zu bunkern – und elektrisch scheinen wir trotz Regenschauern bei unserem Verbrauch in eine Balance zu kommen.
Die kommenden Tage werden wir hier professionelle Landlubber werden & das sicherlich sehr genießen.
Zu Helgoland wird hier bestimmt noch später weiter nachgetragen werden (gegen das eigene selige Vergessen …).
Weiter im gesamten Sommertørn geht es dann im im fünften und letzten Teil – von Helgoland zurück in Harlinger Gewässer und Wattenmeer.
Später auch Alltag & Arbeit 😉 – aber daran wollen wir die kommenden Tage noch nicht weiter denken.
In diesem Sinne,
A l l e r b e s t e G r ü s s e
– C r e w v o n M A L A A l h e n a –