August 2026.
Ende August 2026. Nach dem Sommertörn. 🙂 – Dieser Teil setzt auf den ersten Teil und unsere Umbau-Aktion aus Mai 2026 auf.
Vorweg: Das Konzept und alle im Jahresbeginn getroffenen Entscheidungen und umgesetzten Installationen haben sich für unsere Nutzung vollauf (!) rentiert und bewährt! 👍
SOLARPANELS – AUSBAU der mobilen Panels und Möglichkeiten der parallelen ZUSAMMENSCHALTUNG
ERSTES FAZIT

Unser erstes Fazit zur Elektrik-Überarbeitung von MALA nach 4 Wochen Sommertörn und recht intensiver Nutzung bei vier längeren Schlägen auf Nord- und Ostsee:
- Die feste Anbindung, der seitlichen Solarpanels, schwenkbar, hat sich für uns sehr bewährt. Der Klappmechanismus funktioniert, die Anpassung auf See war unkompliziert. Bei Hafen-und Schleusenmanövern hatten wir hier zu keinem Zeitpunkt Sorgen oder Probleme, daß es zu Beschädigungen der Panels kommen kann.
- In Summe war mehr Energie verfügbar/wiedergewonnen, als unsere abgeschätzten Energiebilanzen voraussagten. So konnten wir (vollkommen ungeplant) den Kühlschrank 24/7 konstant durchlaufen lassen, das war nicht erwartet.
- Auf den langen Segelschlägen (insbesondere Nord-/Süd-Richtung) ist der Ertrag wie erwartet sehr tageszeit– und kursabhängig, oft bekommt nach der Nacht eine Seite zunächst viel Sonne und liefert Ertrag, die andere Seite ist trotz hoher Aufstellung dann oft noch abgeschattet. Teils von Baum/Segeln, teils von einem Bimini-Gestänge. Das ändert sich im Tagesverlauf dann und kehrte sich schließlich weitgehend um.
Beide Batteriebänke mit ihren LiFePO₄ – Erweiterungen können nach unser Setzung gleichermaßen bis zu einem Anzeigewert von 60% an den Batteriemonitoren entladen werden. Die Lithium-Batterien sind dann annähernd leer, die Blei/AGM-Batterien jeweils bis auf 50% ihrer Nennkapazität entladen.
- Die SERVICE-Bank fiel nicht unter 92% angezeigten Ladestand, sie erreichte im Tagesverlauf immer wieder 100%.
- Die NAVIGATIONS-Bank (beim Segeln mehr belastet, als die Servicebank) ging bis 82% Ladestandanzeige am Batteriemonitor zurück und hatte Segeltage, an denen sie nicht zu 100% über das zugeordnete feste Solarpanel wieder gefüllt werden konnte. Hier waren der Kurs, die Abschattung und auch zwei Tage mit starker Bewölkung maßgeblich dafür, daß es an diesen Tagen nicht wieder zu 100% Füllstand kam.
- Zweimal nutzten wir in dem Zusammenhang den B2B-Lader und transferierten zum Abend hin für die nächste Nachtfahrt für etwa eine ¾ Stunde Energie mit einem Ladestrom von ca. 16 A von der Servicebank auf die Navigationsbank, um zu kompensieren.
- Bereits unterwegs wünschten wir uns die Möglichkeit, die derzeit gewählten festen Zuordnungen der seitlichen Panels zu den jeweiligen Batteriebänken ändern zu können (um unsere systemseitigen Installationen einfach & übersichtlich zu halten, hatten wir diese Zuordnung in der Auslegung zunächst ja bewußt so gewählt). Und sei es nur eine Änderung in Einzelfällen oder temporär. Auch die eventuelle Möglichkeit einer vorläufigen PARALLEL-Schaltung der Panels wäre an zwei Tagen sehr vorteilhaft gewesen.
- Unsere an Bord von früher noch befindlichen, kleinen mobilen Solartaschen – 1x Sunware (noch am Markt) 120WP mit Fox-Regler (5,1kg), – 1x preVent (in Liquidation derzeit) 135WP mit eigenem MPPT-Regler (2,7kg) – haben wir zeitgleich mit den seitlichen Panels ausprobiert – mit positivem Ergebnis. Die Regler schienen sich nicht gegenseitig erkennbar zu „stören“, die tatsächlich beobachteten Ladeströme addierten sich. Wenngleich diese (älteren) Panels im Vergleich deutlich weniger Ladestrombeitrag liefern konnten, als die HV-Platten an den Seiten (3-5A Beitrag beobachteten wir zeitweise).
- bei beiden Solartaschen meinen wir einen erkennbaren Unterschied im ‚Ertrag‘ zu beobachten – das mag an deren Arbeitsspannungen (20…24V) im Vergleich zu den HV-Panels (45…55V) liegen, die den dahinter sitzenden Reglern im Vergleich möglicherweise bei Wolken & etwas Regen weniger Spielraum lassen und schneller „in die nähe unser Systemspannung“ geraten, – das mag sicher auch an den Panels selbst oder an deren Reglern liegen. Es war durchgängig so beobachtbar.
- Das Auslegen unser mobilen Panels/Solartaschen wie bisher oben auf dem aufgespannten Bimini brachten erneut die besten Ergebnisse. Auch längs an der Reling auf der Sonnenseite hängend, außen unverschattet, waren die Erträge gut. Da wir in der Regel ohne Bimini segeln, ist die Reling ein für uns guter Anbringungsort.
- In der Anwendung auf dem Bimini werden wir künftig kleine Alustreben als Verstärkung mit überlegen, die auf den Rohren aufliegen und mit angenietetem Gurtband fixiert sind, sodaß unser alter Stoff die 2x 7kg der neuen, etwas schwereren Panels nicht ganz alleine tragen muß.
Auch der Ausbau mit den „LiFePO₄ – Rucksäcken“ und der Umfang der eingesetzten BOS LE300-Puffer/Ergänzungs-Einheiten paßt für uns ordentlich. Wenngleich sich durch die ungleiche Belastung im Modus „Segeln“ die Bänke nicht vollständig „parallel gleichermaßen entladen“, meinen wir, daß die Gesamtmenge unser Energiespeicher ausreichend scheint.
Die Möglichkeit des Querladens via B2B erschließt uns hier zusätzlich einen Ausgleich zwischen den Bänken.
Hier sehen wir insgesamt keinen Änderungsbedarf derzeit, ein weitergehender Ausbau erscheint uns im Moment nicht sinnvoll/zielführend.
Soweit (unser) erstes Fazit – und damit auch die Ansatzpunkte für Verbesserungen, an denen wir unser System für uns passend weiterentwickeln wollen & werden. [dieser Text hier auch als kleine Gedankenstütze für mich selbst …]
AUSBAU & WEITERE VERÄNDERUNG | NÄCHSTE SCHRITTE
▶︎Größere & modernere Solartaschen
Unsere Wahl fällt auf zwei neue mobile Solarpanels (2x Offgridtec FSP-2 225W Ultra faltbares Solarmodul) mit je 225WP Nominalwert, die ebenfalls mit höheren Spannungen arbeiten. Einige technische Angaben verkäuferseitig dazu sind:
- Anzahl Seiten: 5 x 45 Wp
- Modulspannung (Vmp): 37,2 V
- Max. Ladestrom (Imp): 6,05 A
- Leerlaufspannung (Voc): 43,7 V
- Kurzschlussstrom (Isc): 6,41 A
Also dann „fünffach“ zusammenklappbare Taschen, in vertretbarer Größe wenn wir sie wegstauen (560 x 440 x 25 mm) und bei uns noch mit voll relings- und bimininitauglichen Abmessungen, wenn wir sie hinhängen oder offen auslegen (560 x 2430 x 5 mm). „Lang – aber nicht so hoch„. Das sollte klappen.
Beide Panels dann jeweils kombiniert mit eigenen, bei uns bewährten Victron SmartSolar MPPT 100/50 Reglern, die wir fest unter Deck wie vorbereitet installieren und deren Anschlussmöglichkeit wir dann auf dem bewährten Weg aus Teil I heraus und an Deck führen.
Die Entscheidung zu diesen Reglern hat für uns zwei Aspekte: Zum einen ermöglichen sie uns von den Leistungswerten eine Parallelschaltung dieser zwei Panels (und ggf. noch je eines weiteren) bei Bedarf, zum anderen haben wir so insgesamt vier baugleiche Regler in der Ladetechnik von SERVICE- und NAVIGATIONS-Bank – und könnten so bei eventuellem Ausfall unterwegs auch aus der bestehenden Installation ersetzen.
- EIN mobiles dieser 225WP-Panel sollte dann in der Praxis im guten Sonnenschein in etwa 13-15A erwartbaren Ladestrom hinter dem Regler bringen können. Wir rechnen für die später aktualisierte Energiebilanz mit 6-12A.
- Bei ZWEI der Panels in PARALLEL-Schaltung sollten bei den Bedingungen in der Praxis 31-35A durchaus erreichbar werden. Wir rechnen mit 15-25A.
Und das ist hier auch unser Hauptansatzpunkt dieser Verbesserung, so wird es uns ohne viel Aufwand unterwegs beim Segeln möglich sein, bei Bedarf die Ladung der Batteriebänke flexibel unterstützen zu können und die immer fest bestehende Solarladeleistung der Seitenpanels dann gezielt zu ergänzen.
Entweder jeweils einzeln durch eins der mobilen Panels – oder zusammengeschaltet dann auch eine Batteriebank mit beiden mobilen Panels zusätzlich. Das wird uns auch helfen, wenn wir bei weit weniger strahlendem Wetter die kurzen Ladephasen dann bestmöglich ausnutzen wollen.
Ein anderer Anwendungsfall ergibt sich für uns noch beim Ankerliegen: Hier ist die NAVIGATIONS-BANK (wenn fertig geladen) in der Regel „arbeitslos“ – und die Instrumente und Plotter sind abgeschaltet. Die SERVICE-BANK hingegen trägt die gesamte Last.
Aufmerksam von uns dieses Jahr beobachtet, sehen wir unter anderem, daß wir das Laden von heutigen Laptops, Tablets, Powerbanks, Geräteakkus und nicht zuletzt auch Mobiltelefonen zunehmend in unser Bilanz mit berücksichtigen sollten. Es sind nicht mehr die genügsamen Nokia 5110 mit den wochenlang haltenden, kleinen 900mAh-Akkus … nein, da gehen mittlerweile richtig Ampèrestunden rein, in all diese (zahlreichen) modernen Dinger. Und ich habe sicherlich noch nicht alle genannt … 😉😅
Auch sowohl das elektrische Kochen mit mobilem Induktionskochfeld, als auch der schiere Luxus einer kleinen elektrischen Kaffeemaschine nebst Eiswürfelbereiter für den Sundowner, was durch den neuen „Energieüberfluß“ an Bord für uns überhaupt erstmals möglich wurde, ist im Hafen (ohne Landstrom) oder vor Anker für die zunehmend in die Dekadenz abgleitende Crew 😉 … einzig von der SERVICE-BANK zu tragen.
Der wollen wir in diesem Anwendungsfall mit unseren Anpassungen auch gerne etwas stützend unter die Arme greifen. 🙂
▶︎Zusammenschaltbarkeit der festen Seitenpanels
Das bringt uns zum vorerst letzten konkreten Anpassungspunkt der Solar-/Elektrik-Installation (eiiiin haben wir später noch …): Vor Anker möchten wir die beiden Seitenpanels bei Bedarf auf die SERVICE-BANK zusammenschalten können. Als ebenfalls PARALLEL-Schaltung sollte aus unseren fest installierten 120WP HV-Panels dann in der Praxis auch hier eine Verbesserung erreichbar sein.
Unser Überschlag hierzu sieht wie folgt aus:
- EIN Modul bringt nach unseren Beobachtungen gut sonnenbeschienen sehr konstant 7-8A tatsächlichen Ladestrom über die Regler ins System. Das wissen wir jetzt.
- ZWEI Module PARALLEL geschaltet sollten dann in der Praxis wohl durchaus erwartbare 13-15A im 12V-Netz erreichen können.
Darauf wollen wir bauen – und uns durch ein mobiles Verbindungskabel diese Möglichkeit vor Anker zusätzlich erschließen. Wenn wir hier nur aus z.B. 6A Ladestrom 12A machen könnten, dann wäre auch das ein sehr willkommener Zuwachs.
▶︎Verbindungstechnik
Für die fest installierten Solarpanels an Deck setzen wir durchgängig auf die MC4-Steckverbindungen von Stäubli in 6mm2 Solarkabeln. Das geht sicherlich auch anders & prima – wir wollen es so beibehalten, wie bewährt und gut für unseren Anwendungsfall.
Also sind die passenden „Stäubli MC4 Y-Stecker Solar T-Abzweigadapter Parallel Verbinder Connector 2er Set“ in die Einkaufsliste gewandert – und werden sowohl die bestehenden Panels in der Schnittstelle vor der Führung unter Deck verzweigbar machen, als auch die zusätzlichen, neuen Anschlüsse vor deren Führung unter Deck mit einer Y-Weiche mit abdecken.
Verwendet werden MC4-Blindstecker, die diese zusätzlichen Einschleifpunkte belegen und dicht halten. Im Anwendungsfall, daß wir etwas einspeisen oder in PARALLEL-Schaltung einschleifen wollen, öffnen wir die MC4-Steckverbindungen mit den zugehörigen kleinen Sonderschlüsseln – und sind für unsere Installation – direkt am Ziel.
Optional zu den Blindsteckern haben wir zusätzlich Stäubli Silikonabdeckungen, mit denen wir die offenen MC4-Stecker bei Bedarf auch temporär wasserdicht verschließen können, ohne komplette Blindstecker wieder aufzuclipsen.
Zum Behufe 😂 dieser Verbindung von Panels bauen wir noch zwei MC4-Stecker-bestückte mobile Sonderkabel, die bei den Solartaschen liegen und können, wenn gewünscht die zusätzliche Ankopplung dieser Module ohne viel Aufwand erreichen.
Es werden in diesem Zusammenhang nochmal größere (besonders große) Kennzeichnungen und Kabelbeschriftungen in den Installationen an Deck nachgerüstet, sodaß bei einem entsprechenden Anschließen draußen auf See (oder auch drinnen vor Anker) keine Verwechslungen vorkommen. Vor allem, wenn die Crew mal erschöpft und nicht bei 100% sein wird … PARALLEL wollen wir’s haben 🙂 – wenngleich alles auch so dimensioniert ist, daß bei Verwechslung und REIHEN-Schaltung kein Schaden entstünde.
Unter Deck ist leitungsseitig, reglerseitig und auch absicherungsseitig bereits alles für diesen Fall der zusätzlichen Einspeisung entsprechend ausgelegt und dimensioniert. (dafür feiern wir uns jetzt ein wenig, müssen wir doch die kürzlich erst installierten Bauteile nicht mehr überarbeiten, sondern können uns an etwas Weitblick in diesem Fall freuen … 😅).
In den Solarleitungen im Durchmesser von 6mm2 vor den Reglern werden auch in Parallelschaltung bei den HV-Panel-Spannungen im System nicht nennenswert mehr als 16A erwartbar (Leitungsabsicherung wird voraussichtlich bei 20A oder 30A liegen, die Leitungen selbst wären noch deutlich höher belastbar).
Die Abgangsleitungen nach den Solarreglern in Richtung 12V-Bordnetz, mit ihren Auslegungs-Maximalströmen von bis zu 50A sind herstellerseitig mit 16m2 vordefiniert, was dem Maximum entspricht, was die Klemmen am Gerät noch direkt aufnehmen können. In unserem Fall ist das in dem Durchmesser bei Leitungslängen <<1m bis zur Busbar auch so umgesetzt. Von da aus geht es mit den 25-35mm2 Leitungen der Werft dann weiter in diesem Systemzweig.
In unser Installation ist hier (wie oben beschrieben) derzeit nicht mit Ladeströmen über max. 35A zu rechnen.
Selbst bei Parallelschaltung eines dritten baugleichen Solarmoduls (haben wir nicht vor, ist aber in der Sicherheits-Auslegung mit abgedeckte Option) und damit dann ’nominal‘ 675WP ergäbe sich ein real erwartbarer maximaler Ladestrom im Bereich von 36-45A.
Auch damit lägen wir noch unter einer Drosselung durch den Solar-Regler, die ab 50A einsetzen würde, Sicherheit bleibt gewährleistet. Dann wäre allerdings auch der Regler bei voller Leistung das limitierende Element – und wir müßten das neue Setup nach Tests ggf. anpassen.
▶︎Nachsatz – zusätzliche Ladetechnik
Wir trafen uns auf unserem Sommertörn schönerweise mit einigen tollen Crews. Mit Klaus von der Lubini und auch Egon von der Northern Gannet konnte ich mich zu dem von uns ins Auge gefaßten SailingGen Hydrogenerator (externer Link) austauschen. Beide haben diese Energieerzeuzger bereits länger (und viel länger 😃) schon im Einsatz und profunde Erfahrungen dazu. Für den Austausch sind wir unheimlich dankbar.
Da MALA mit allem anderen rund um Lade- und Speichertechnik an Bord jetzt soweit auf unserem erreichbaren Zielzustand angekommen ist … bleibt Armins SailingGen unser letzter (logischer) Schritt in dieser Richtung.
Mit erwarteten Ladeerträgen von 3 A bis 11 A in unser „Reisegeschwindigkeit“ von 4,5 kn bis 7 kn sollten wir für unsere NAVIGATIONS-BANK in Fahrt bereits hieraus alleine weitgehend abgedeckt sein.
Unter 4kn FdW wird bei diesem Hydrogenerator nicht mehr viel passieren – und bei max. Rumpfgeschwindigkeit von „Ende 7 kn“ dürfte das anderen Ende bei max. 14-16 A erreicht sein.
Wirklich gut brauchen würden wir für die Navigation unterwegs nur 4-6 A Ladestrom. 3 A im vollen Energiesparmodus unterwegs. Das könnte also alles gut passen, wenn uns eine konstruktive Umsetzung zur Befestigung des SailingGen unterhalb unser Windpilot Windfahne (und ohne zusätzliche Löcher im Rumpf) einfallen wird.
So. Damit entsteht, kaum daß unsere Landleinen nach dem Sommertörn wieder fest sind & wir in unserem Alltag zurück sein werden, gleich wieder jede Menge „Neuprojekt“ für unseren geliebten Kutter … für das wir wohl erstmal wieder arbeiten gehen möchten. 😉
In diesem Sinne,
A l l e r b e s t e G r ü s s e
– C r e w v o n M A L A A l h e n a –