Nordsee | Helgoland – Terschelling Vlieland – Harlingen
SOMMERTÖRN 2026 – fünfter Teil
Die letzten vier Tage feiern wir unser heranströmendes Wetterglück & können kaum fassen, daß sich wirklich ein kurzes Zeitfenster mit Ostwind durchzusetzen beginnt. 😄
10:30 Uhr. Unsere Landleinen gehen los, wir laufen „einmal um die Ecke“ und füllen noch 200 l Diesel auf . Kurz vor der Hafeneinfahrt stehen bereits unsere Segel.
Vor uns liegen noch einmal schöne und genußvolle Segelstunden in einem der längeren Schläge, die wir so mögen, eine prima Nachtfahrt auf der etwas welligen Nordsee und eine optimale Seegatt-Passage.
Ein ganz feiner Törnabschluß, der uns zunächst noch nach Vieland & zu einem sehr netten Treffen mit Rainer von der Canata – und dann nach Harlingen und dem gut abgepassten Treffen mit Susanne & Egon von der Northern Gannet führen, die den Kreis ihrer Atlantikrunde hier schließt.
Nordsee | Helgoland – Vlieland – Harlingen
134 Seemeilen am GPS (140sm an der Logge) von Helgoland bis Vlieland werden wir loggen. Ziemlich genau 24 Stunden (konkret von ‚Leinen los‘ bis ‚Leinen fest‘: 23h 45min) sind wir dafür gesegelt. Das bei Ostwind zwischen 4 und zeitweise 5 Beaufort. Also ein für unseren kleinen Alu-Kutter richtig gutes Etmal. 👍 Mit einem Schnitt von ca. 5,6kn.
Wir selbst rechnen in unseren Überschlägen bei guten Bedingungen für gewöhnlich mit 5,0kn und etwa 122sm in der Praxis als „Langfahrt-Annahme“ für MALA.
In der reinen Theorie und mit maximaler (Rumpf)-Geschwindigkeit (bei uns etwa 7,8kn) wäre der Wert 187sm/Tag, und nach Rechnung für ein Verdrängerboot könnten bei unser Wasserlinie auch 5,2kn und somit als Etmal 125sm in 24h angesetzt werden.
Diese Fahrt von Helgoland bis Vlieland bleibt … ein richtig guter Schlag für uns. 😎⛵️ Gut auch, daß wir uns die Zeit nehmen konnten, um diese guten Wetterbindungen abzuwarten. Oder, – wie Bert von der Heimkehr VII nicht müde wird zu sagen: „Geduldiger Skipper hat immer guten Wind„. Stimmt.
Dienstag, 25.08.2026
Nordsee | Helgoland – Vlieland
TRACK – HELGOLAND BIS VLIELAND.

Um 11:15 Uhr lösen wir die Leinen an der Tankstelle. Und haben tatsächlich noch ein Lob bekommen – für gutes Manövrieren und daß uns nicht viel gesagt werden mußte. Denn es gibt viele Auflagen für die Tankmöglichkeit dort. 😀
Jedesmal … wenn wir von Helgoland wegfahren, schauen wir derart wehmütig zurück. Auch diesmal, obwohl wir so lange, wie selten auf der besonderen Insel bleiben durften.
Im schönen Spätsommerlicht leuchtet uns die rote Felsenseite noch lange hinterher – „… kommt bald wieder! …“ – so interpretieren wir das gerne, während Helgoland im Kielwasser langsam kleiner und kleiner wird.
RÜCKBLICK.

Die Nordsee nimmt uns in die Arme. Etwas kabbelig tut sie das zunächst, während wir so langsam in den Tritt kommen. HALBWIND! MALAs Lieblingsdisziplin. Und Anlieger auf die TG9, bzw. auf das Reedegebiet dort.
MALA läuft unter Groß I und zunächst nur mit Fock, dann kommt der Klüver dazu und der bestellte und erhoffte Ostwind um 4 treibt uns voran. Traumsegeln. Steuern tut einmal mehr die Windfahne für uns. Das läßt uns Zeit … einfach nur genießen zu können.
Kabbelig.

Bereits gegen 14 Uhr stehen wir am Reede-Gebiet vor der TG9. Unter drei Stunden vom Steg der Tankstelle aus. Uns beginnt zu dämmern, daß wir eine für unsere Verhältnisse wirklich flotte Überfahrt zu genießen beginnen. 😀
Reede.

Durch das Gebiet der Reedelieger schlüpfen wir wie üblich durch. Ein Großer, der ebenfalls reinkommt, um zu ankern ’scheucht‘ uns etwas aus dem Weg, da wir gerade da herumtrödeln, wo er sein Grundeisen hinzulegen gedenkt. Wir weichen gerne eine Runde aus, das führt uns knapp unter den Bug eines anderen Schiffes – und danach ist alles frei voraus. Bis Riffgatt und dann Seegatt vor Vlieland / Terschelling.
Dicht bei.

Die nachstehende Aufnahme entsteht auf Höhe Spiekeroog, oben am Rand der inneren Küstenverkehrszone zum außen liegenden Verkehrstrennungsgebiet. Dort fahren wir gerne – und dann meist in Ruhe. Der Großteil anderer Fahrzeuge läuft oft weiter innen unter Land.
MALA trägt mittlerweile ihr Vollzeug, alles wird gelüftet. Für unsere leichten Segel ist allerdings zuviel Wind. Brauchen wir aber auch nicht – der Kutter läuft.
Vor dem Wind

Bald werden wir ein wenig vor dem Wind kreuzen müssen, so unsere Befürchtung, auf Basis des aktualisierten Wetter-Routings. Aber auch hier wieder – gefehlt:
TRACK, AUSSCHNITT:

Wir kommen erheblich besser längs, als ursprünglich angenommen. Und 160° zum (scheinbaren) Wind kann MALA heute stabil fahren, die Welle ist nicht sonderlich hoch, dennoch etwas schaukelig das Ganze, da sind wir einig.
Der Track zeigt unseren Bogen rund um & durch die Reede, dann das Laufen mit festem Winkel zum Wind an Windsteuerung, bis wir außen auf Höhe Norderney dann ans VTG „ditschen“ und einen Holeschlag einbauen. Unsere „ETA Seegatt Vlieland“ (voraussichtliche Ankunftszeit) verfolgen wir bereits kontinuierlich. Wir wollen ja auf den Punkt da sein.
Bei 16:30 Uhr stehen wir auf Höhe Langeoog.
Nachtfahrt
Mittwoch, 26.08.2026
Später gehen wir Wachen und laufen wie immer gerefft in die Nacht. Unsere Wachwechsel & Übergaben liegen auf dem Stück diesmal bei:
- 22:15 Uhr – S ⇨ G, vor Riffgatt,
- 00:30 Uhr – G ⇨ S, hinter Riffgatt,
- 02:15 Uhr – S ⇨ G, Ostecke Ameland,
- 05:15 Uhr – G ⇨ S, Ostecke Terschelling.
Wir empfinden später beide, daß diese Nachtfahrt, wenngleich ruhig, aufgrund der weiterhin etwas kabbeligen Welle eher auf der anstrengenden Seite war.
Unser Schlaf in der Freiwache war nicht ganz so erholsam, wie sonst. Das Wachwerden fiel schwerer, als gewöhnlich.
Nachts ist es oft ganz besonders schön & magisch, draußen auf dem Wasser.
Und manchmal, wenn alles stimmt & die langen Wellen am Rumpf entlanglaufen, beschienen vom beinahe vollen Mond … dann geht uns wirklich das Herz auf! 🥰
Als würde uns MALA durch ein silbernes, bewegtes Meer aus flüssigem Metall segeln. Im Hintergrund ziehen die beleuchteten Schiffe ihre Bahnen. Wunderschön! ⛵️
Nachts. Fahrt auf Silber.

Der nächste Morgen. Um 05:45 Uhr beginnt die Sonne, den Horizont in tiefem Orange aufstrahlen zu lassen. Die Schiffe draußen fahren noch ihre Beleuchtungen.
Die Nacht geht. Farbenprächtig, an diesem Morgen.
Sonnenaufgang in wilder Farbe.

Mit Reststrecke von nur noch 21 Seemeilen. Und der SY Canata, einer Dehler 35, mit Rainer im Nacken, die später und von Bremerhaven gestartet ist, seither jedoch von 21 … 14 Seemeilen Abstand kontinuierlich aufholt. 🤣 Der Abstand schmilzt dahin, wie Schnee in der Sonne.
Ab 7 Uhr gilt dann: „Alle Mann an Deck“ 😄.
Verfolgung
Crewbesprechung. Seefahrt is Not! Der Skipperin ist es egal, daß die Canata, prima gesegelt, immer weiter herankommt, 😉, dem Bordhund auch – nur der ehemaliger Jollensegler an Bord, für den geht das so ja gar nicht. 😂
Er steht besorgt am Heck mit dem großen Glas, meint schon das Rigg mit einem oben geführten blutroten Banner am Horizont achteraus zu erkennen 🏴☠️ … läßt erst ausreffen, dann Leesegel setzen – und erwägt, was man alles über Bord geben könnte, um leichter zu werden. 😇
Und dann geht der Wind noch weiter zurück. Ohaaaa …
Weiteren Wettkampfaktivitäten wird von der Expeditionsleitung ein Riegel vorgeschoben. Spätestens, als die kleinen Säckchen wertvollsten Læsø-Salzes aus der Last bereits verwogen & lange nachdenklich angeschaut wurden. Mist. Diese Dehler ist einfach zu fix.

Flucht & Ausweg 😉
OK, wenn wir hier mit regulären Mitteln schon nix mehr gewinnen können, dann müssen wir zu Freibeuter-Methoden greifen. Irrlichter verbieten sich leider – es ist bereits hell.
Also … rechnen. 🏴☠️
Wir kommen in 10 Minuten am Stortemelk an. Das Timing dazu war ja unsere 125 sm – Zielpunktaufgabe von Helgoland aus und wird jetzt die Rückversicherung … 😂
Ankunft also 20 min nach lokalem Hochwasser. Wir sind eine Winzigkeit hinter dem Wunschzeitplan. Auf die Strecke wohl noch in Ordnung. Wir konnten nicht mehr schneller machen. 🤣 Die Tide kippt, wir willen aber um die (kurze) lokale Nachlaufzeit.
Jetzt im Moment stehen aktuell 242 cm Wasser gegenüber SKN (Seekarten-Null) auf der Karte. Bei einem Tidenhub von 195 cm heute. Es steht eine flache Rest-Welle von unter 50 cm. Zwischen den Sänden, die wir ja gut kennen, wird es dann noch deutlich weniger sein, wissen wir von früheren Durchfahrten hier. 😇
Das wird unsere Lösung, im augenzwinkernden Hase & Igel Spiel. Wir fliehen à la Dulcibella über die flachen Sände. Hipp Hipp Hurra!
An der richtigen Stelle der Westergronden drehen wir hart ab in Richtung Land. Schlängeln uns zwischen den Sänden etwas hin und etwas her, unsere früheren Tracks geben uns Orientierung. Die liegenden Steine und den hohen Sand umgehen wir, passieren das liegende Wrack der Equador, die einst mit Kaffee, Wolle und gutem argentinischen Fleisch beladen aufgrund eines bedauerlichen Komminikationsmißverständnisses hier strandete, nicht mehr geborgen werden konnte – und heute mahnend in der Karte steht.
So gewinnen wir wichtige Meilen, die nicht mehr aufzuholen sein werden, der Tidenkipp besorgt den Rest & der Skipper kann aufatmen. 😉😉😉
Die Bedingungen, diese Passage hier heute am uns gut bekannten Seegatt so zu machen, sind für uns schlicht ideal. Sonst ist das nix. Für die Durchfahrt am Seegatt gilt generell: Bis zur Ansteuerung und dann dem ausgetonnten Strich folgen. Oder, um A. Dumbledore zu zitieren: "Do as I say, not as I do".
Wir laufen konzentriert durch, haben überall die erwartete Wassertiefe, die wir im Auge behalten, teils aussingen und unseren Kurs daran anpassen.
Wenig später schon steigen die Wassertiefen wieder an und wir sind durch & laufen bereits auf das kleine Fahrwasser zu, das zum Hafen Vlieland führt.
Tradition in klein.

Es belebt sich schlagartig, die Niederländer sind wie erwartet noch voll aktiv. Kleine Boote, Segler, große und kleine Traditionssegler, moderne Schnellfähren.
Lebendig, alt & neu.

Zügig laufen wir noch um die Ecke von Vlieland. Das ablaufende Wasser beginnt bereits kräftig einzusetzen, wir sind eine Winzigkeit zu spät dran. Und wissen das …
Vor der Hafeneinfahrt Vlieland steht bereits der kräftig quersetzende Strom, der uns schon mehrfach die Schweißperlen auf die Stirn trieb.
So auch diesmal. Und der steht gar nicht lange, im Tidenverlauf, dieser bløde Querstrom – doch ich passe ihn immer mal wieder mit Grandezza genau ab, wenn er sich noch am wohlsten fühlt.
Wir warten noch drei, vier Boote ab, die uns netterweise Platz im Hafen machen – und rutschen dann unter unmöglichem Winkel quer auf die Holzpoller zu und rein.
Den armen Steuermann schüttelt’s, während er im Winkel mächtig vorhalten muß und hektisch am Rad Kaffee mahlt, um das kleine Mauseloch zu treffen. Dann ist es geschafft. Das war etwas knapp, so quer da reinzudriften. Brrrrrr.
Angekommen & fest.

Kurz danach liegt MALA gut und allerliebst am Steg. Wenngleich für unsere normalen Abläufe „verkehrtherum“. Das wollten wir uns bei der Enge und dem seitlichen Wind zum Abschluß aber heute mal nicht antun.
Wir legen in der Regel rückwärts an, da wir so in aller Regel besser runterkommen. Hier geht’s, aber der Bugspriet-Rüssel der Atlantics ragt dann immer arg vor, finden wir. Das meiden wir normalerweise – und das Gestell am Steg sieht so aus, als sei da auch schon der eine und der andere Segler mit irgendwelchen Anhängen angetickt. Hört man so … ts, ts. 😇
MALA-Bordbäckerei ab sofort wieder geöffnet.

Angekommen, im derzeitigen ‚Heimrevier‘. Wir freuen uns, halten Kontakt zu Rainer, den wir gleich treffen & mit dem wir zwei ganz und gar feine Tage und Abende gemeinsam verbringen.
Um die von ihm prompt ausgelobte „Regatta“ zurück nach Harlingen werden wir uns wohl nicht drücken können & Rauswinden auf Freibeutermanier auf der kurzen Strecke wird auch nichts.
Wir schauen also, daß wir möglichst viele Photos von Canata machen, solange wir sie noch sehen können 😂, geben unser Bestes – und behaupten später felsenfest, wir hätten es exakt so gewollt, das Regattafeld … von -ähm- ganz weit hinten souverän zu kontrollieren. 😉 Das scheint mir immens glaubwürdig. 😎
Und jetzt geht’s in die kleine Stadt, gemeinsam Biertrinken und die volle Insel genießen. Denn wir Glückspilze sind gemeinsam mitten in ein großes Festival („Into the Great Wide Open 2026„) geraten, das gerade erst beginnt – und die Insel ist so voll und lebendig, quirlig, wie wir sie zumindest noch nicht erlebt haben!
Der Hafen liegt voll mit den schönen Tradis, die den Künstlern einmal mehr als mobile Wohn- und Schlafstätten dienen. Feine Tradition!
Wir besuchen diese traditionellen Schönheiten auf unserem Abendspaziergang noch einmal. Und laufen ganz raus, auf den reparierten Holzsteg an der Einfahrt, was jetzt wieder möglich ist.
Die Backbord- und die Steuerbordlaternen der Hafeneinfahrt färben die Spitzen der oben weißen Poller sehr adrett, während sich der Mond genau dazwischen in der ruhigen Waddenzee spiegelt und am Horizont blinken Vlielanderbalg und Fransche Gaatje rüber.
Nachts. Einfahrt Vlieland Hafen.

Donnerstag, 27.08.2026
Canata, MALA & zwei ganz zufriedene Schiffer.

Wir ruhen aus. Gehen spazieren & abends in die Stadt. Sitzen wechselseitig in den Salons unser schönen Boote und übertreiben es am letzten Abend vor unser gemeinsamen Weiterreise mal wieder so, wie es eben bei besonders gelungenen Treffen so oft ist. Saugut.
Viel los.

Wir sitzen noch lange in die Nacht zusammen & klönen – nur die Rest-Vernunft treibt uns dann ‚früh‘ am Abfahrttag doch noch in die Kojen. Denn um Punkt 8 Uhr stehen beide Crews vollzählig an Deck und lösen gemeinsam die Landleinen. Danke, Rainer, das war Klasse! 👍
Freitag, 28.08.2026
Waddenzee | Vlieland – Harlingen
TRACK – VLIELAND BIS HARLINGEN.

Die Regatta … ist -ähm- schnell berichtet. 😉😇 Wie verabredet, trafen sich einst die ehrenwerten Kombattanten zum allerersten Morgenlicht draußen vor der Hafeneinfahrt. So auch wir. 😎
Natürlich warten wir fairerweise draußen vor dem Hafen, bis unser Einhandsegler seinen Stoff oben hat. Wir Einhundsegler haben es da gemeinsam erheblich leichter, das muß man zugeben.
Canata im Morgenlicht.

Gleich nach dem knallenden Startschuß aus den Kanonen legen wir uns die Dehler gekonnt direkt vor unserem Bug zurecht. Wir setzen dann überraschend ein sehr ausgefuchstes Wettkampfsystem aus großem Schmetterling, flankiert von kleiner Fock als Leesegel ein. 🏴☠️
Eine sehr seltene alte Kutter-Technik, die auch ad hoc dazu führt, daß sich der Abstand zwischen uns in dem wenigen Wind signifikant zu verändern beginnt. 🥳 (faktisch stimmt das, kein Seemannsgarn. Leider in die falsche Richtung, aber das sind Details, die die geneigten Leser nicht weiter interessieren dürften, glaube ich …). 😇
Alles oben.

Im gleißenden Gegenlicht, nach Eintritt in den Vliestroom zieht sie dann davon …
Schön anzusehen.

Wir lassen es auch laufen, so viel bei der freundlichen Brise & ohne Leichtwindsegel drin liegt – und genießen die schöne Fahrt durch Vliestroom, Blauwe Slenk und schließlich Pollendamm, den wir diesmal segeln können, aus vollen Herzen.
Einmalig.

Vor allem diese – vielleicht ziemlich einmalige? – Mischung aus Tradition und Moderne auf dem Wasser hat’s uns besonders angetan. Alle gemeinsam kreuzen wir, was geht, keiner wirft die Maschine an – und wir haben ein Vergnügen zusammen, lassen uns gegenseitig Luft, wenden haarscharf aneinander vorbei … während Harlingen Stück für Stück näherrückt.
TRACK.

Unserem Track rüber ’nach Hause‘ sieht man unsere Freude am Segeln echt an. 😂 Wir segelten, was für uns segelbar war. Motorstunden – 15 Minuten, vernachlässigbar, nur zum raus- und später reindampfen kurz. Ab Harlingen dann Maschinenfahrt durch die Kanäle.
Kurz vor dem Hafen biegen wir in aller Regel nochmal kurz ins Kimstergat ab – bergen dort und außerhalb des Trubels vor Harlingens Haustür in Ruhe unsere Segel. Vor allem auch, um den Schnellfähren aus dem Weg zu bleiben. Da ist normalerweise nie etwas los. Heute sollten wir auch hier noch einmal etwas Neues im Revier lernen.
Überraschung 1

Wir beide staunen nicht schlecht, als wir mit geborgenen Plünnen zur Hafeneinfahrt zurück dampfen – und uns plötzlich im kleinen Nebenarm Kimstergat die Schnellfähre (Kögelkwieck) entgegen kommt! 🤯😱 Wir reiben uns die Augen und müssen zweimal hingucken. Die läuft eigentlich eilig direkt in den Pollendam. Immer.
Ihr Funkverkehr mit Hafen Harlingen (VHF 11) bringt dann Klarheit. Die arme Schnellfähre leidet unter überhitzter Maschine und humpelt aus dem Weg und ins Kimstergat, um dort das Problem zu kurieren. Oh ha! Wir winken, wünschen alles gute und laufen in den Hafen in Richtung unser Schleuse.
So. damit sollte unsere schöne Fahrt eigentlich auserzählt sein. Aber wenn man das auch nur denkt, dann kommt beim Segeln nochmal was. Ganz sicher. So auch hier …🤣
Anekdote zum Schluß
Wir wissen ja, daß unsere Niederländer sensationell gut & schnell im Wasserbau sind. Aber SO schnell?! Wir waren doch nur knapp 4 Wochen weg?!
Wir schleusen ohne besondere Vorkommnisse, rufen später unsere kleine Klappbrücke in Harlingen, während wir reinkommen – und müssen wie meist, 10-20 Minuten warten, bis die tapferen Radler da sind und die Brücke öffnen.
Dann kommen wir um ‚unsere‘ Ecke … und schauen auf eine nagelneue Pier! Ganz offensichtlich im Bau befindlich, an der vor uns zwei Boote bereits liegen und auf die Brücke warten.
Überraschung 2

Wir laufen langsam an, stoppen auf, legen uns dazu – und Gesche legt locker eine Spring über die glänzenden, nagelneuen Poller, die da mit lustigen Armiereisen schick und ziemlich frei noch im Sand und Schotter stehen. Soweit fein. Wir liegen „Legerwall“ auf den brandneuen Holz – alles kraftfrei und prima. Toll!
Hinter uns läuft noch eine Motoryacht an, die mit etwas Problemen zu manöverieren scheint. Sie werfen eine Leine, der dritte, vierte Versuch trifft – und setzen zum kraftvollen Eindampfen und Reinziehen an. Da kommt plötzlich ein wild wedelnder Mann mit gelbem Helm, Wasserwaage noch in der Hand und hochrotem Gesicht, „STOOOPPP!!“ brüllend gerannt und scheucht die arme Motoryacht wieder zurück. Hmm? Nanu, was ist da los?
Als das geklärt ist, kommt er erklärend zu uns – und sagt: „Oh Mann! Wir haben alle Poller gerade akribisch ausgerichtet. Die Vermesser stehen da hinten noch. Die Dinger sind alle absolut lose – nur hingestellt. Die werden morgen erst einbetoniert!„. Wir staunen, lachen gemeinsam – und dann geht die Brücke auf. Wir sind froh, daß wir nicht in unserem üblichen Manöver mit nur einer Spring an den wertvollen Dingern gezogen haben. 😂 Das wäre ja was geworden …
Gleich danach laufen wir passend in MALAs Heimatbox – und Susanne & Egon von der Northern Gannet nehmen unsere Leinen! Die beiden haben ihre Atlantikrunde (fast) beendet, waren vor einem Jahr zum „Re-Start“ hier in Harlingen – und jetzt wie gemeinsam ausgemacht wieder. TOLL! Kurz vor uns sind sie eingelaufen und stehen nun am Steg an MALAs Box. Wir freuen uns riesig! Und wie!
Und kaum, daß die Leinen fest waren & MALA gut lag, saßen wir zum tollen gemeinsamen Kaffee (VIELEN DANK!) im Cockpit der Northern Gannet zusammen. Perfekt.
BESTMÖGLICHES Ankommen – und zwei weitere tolle Tage, um die wir unseren Urlaub hier mit den beiden gemeinsam nur ZU gerne verlängern! Wir klaren MALA auf, wie immer.
Was für ein feines Ende und was für ein perfekter Abschluß für unseren Sommertørn 2026. Besser geht’s kaum. Und alles heile geblieben. Das werden wir feiern.
Ich besuche unsere Freunde von der Werft. Auch wie immer. Wir sitzen am großen Kaffee-Tisch mit allen zusammen und berichten ein wenig. Bis auf die neue, nicht funktionierende Lichtmaschine haben wir keine Probleme und genießen den Nachmittag in der Werft, wo alles gut ist und noch Urlaubszeit herrscht. Verdient!
Abends wollen wir beide TO-Crews dann gerne wieder gemeinsam in die Stadt.
Wir haben Glück – auch Harlingen feiert!

Es sind die großen Fischereitage! Ein riesiges Stadtfest, mit vielen Bühnen, Musik, Wagen und jeder Menge Menschen. Toll!
Erst aber essen wir in Ruhe zusammen, hören unheimlich spannende Reisegeschichten von der tollen Tour der Northern Gannet, die uns brilliant gefallen und auch vor dem Hintergrund späterer eigener Planungen ganz besonders interessieren. Wir haben wieder einen feinen Abend! Mit manchen Menschen paßt das einfach. 😄
Noch ein Bier auf dem Rückweg an einer der netten Bars – und dann geht’s zurück in unseren kleinen Werfthafen. Egon & ich quatschen sich im tollen Austausch und mit Bier in MALAs Doghouse noch derart fest, daß bereits die Sonne beginnt aufgehen, als wir in Richtung Kojen laufen. 😂👍 Traumhaft und schön.
Samstag, 29.08.2026
Am nächsten Morgen sind wir beide dann etwas später dran … Susanne, Gesche & Mia saßen da längst beim Kaffee. Auch das ist Urlaub. 😎
Dieser Tag steht für uns ganz im Zeichen der Pflege unsere tapferen kleinen Kutters. Wir waschen, putzen, prüfen und pflegen, … alles. Mit Freude und Hingabe. Das hat MALA mehr als verdient!
Abends sind wir fertig. Und MALA liegt zufrieden in ihrer Box. Draußen bricht das Wetter beeindruckend zusammen – und wir planen kurzerhand um. Anstatt Tanz in Harlingen, gibt’s einen Pizzaabend (da hat die Northern Gannet Crew ja durchaus einen Ruf 😉) – und in einer Regenpause laufen wir rüber in die gemütlichen Räume der Werft.
Micro-TO-Pizza-Treffen-Sommertörn-Abschlußabend.

Draußen rauscht der Regen stattlich und nimmt uns weiter Teile des Deckwaschens freundlicherweise ab. Später am Abend kriechen wir zufrieden in die Kojen.
Für die Northern Gannet geht’s morgen weiter über die Kanäle und Richtung Heimat – und für uns über die Autobahn nach Hause.

Sonntag, 30.08.2026
Wir winken Susanne & Egon, packen die letzten Taschen – und unser schöner Sommtertørn 2026 geht zu Ende. Toll war’s! Rundum toll. Zeit für ein Fazit 🙂
Fazit, Zusammenfassung, Abschluß
5 Törnabschnitte in Zahlen
| TEIL | VON | NACH | MOTOR | LOGGE | GPS | ∑ GPS | ZEIT |
| 1 | HAR | LEMV | 41 h | 333 sm | 336 sm | 334 sm | 80 h |
| 2 | LEMV | HALS | 6 h | 87 sm | 90 sm | 424 sm | 20 h |
| 3 | HALS | KIEL | 8 h | 258 sm | 249 sm | 673 sm | 53 h |
| 4 | KIEL | HELGO | 16 h | 105 sm | 109 sm | 782 sm | 22 h |
| 5 | HELGO | HAR | 5 h | 160 sm | 155 sm | 937 sm | 29 h |
| SUMME | – | – | 76 h | 940 sm | 939 sm | – | 204 h |
Details, Zahlen, augenzwinkernde Auswertungen … 🙂
- Von den 204 Stunden Fahrzeit waren wir 128 Stunden unter Segeln unterwegs, 63%.
- davon ist MALA ca. 80% oder 100 Stunden unter Windpilot-Steuerung gefahren.
- von den Segelstrecken waren 6% Amwindkurse und 94% Halbwind oder Raum.
- es konnte 1x der Spinnaker gezogen werden, 3x der Code-0.
- wir haben x-mal Segel gerefft. 0-mal davon mit Problemen.
- 2x sind wir im Schlamm stecken geblieben (Kiel, Harlingen), 1x am Fahrwasserrand angetickt (Limfjord). Gepriesen sei unser Hubkiel.
- Insgesamt umfaßte der Sommertørn 30 Kalendertage.
- davon waren 17 Segeltage und 13 ganze Landtage in 5 Häfen.
- von den 17 Segeltagen waren 6 Tage mit Nachtfahrten.
- keiner dieser Tage hatte Regen.
- alle der Segeltage lagen zwischen 3-5 Beaufort im Mittelwind.
- 5 Inseln wurden angelaufen.
- Wir haben 11 verschiedene Häfen in drei Ländern besucht.
- davon waren 6 Häfen ganz neu für uns.
- und 2 weitere haben wir darüber hinaus noch nicht mit MALA angelaufen.
- 5x lagen wir längsseits am Steg.
- davon 3x im Päckchen.
- 2x hatten wir Liegeplätze im der Box.
- 2x an Schwimmschlängeln.
- 1x an Mooring.
- Wir sind durch 4 Schleusen gefahren, haben uns 5 Brücken öffnen lassen und sind unter 2 weiteren Brücken hindurchgefahren.
- Wir hatten am NOK in Summe maximal 5 Minuten Wartezeit vor den beiden Schleusen. (!)
- Es gab diesmal im NOK 0 Sperrungen (3x ROT) und 1x Zwischenstop (geplant) für uns.
- Es wurde 0 Mal geankert. (das gab’s noch nie bei uns!)
- Es wurde 5x umgeplant, was 4-5 Häfen wetterbedingt rausfallen ließ.
- Es gab 1x Positionsbestimmung mit Sextant.
- Wir haben 8x Schiffe per Funk gerufen und wurden 1x selbst gerufen.
- ca. 1000 l Wasser wurden insgesamt gebunkert und 200l Diesel auf Helgoland an Bord genommen.
- Im Schnitt wurden sicher 7 Kaffee pro Tag ausgeschenkt – also 200 Kaffee insgesamt.
- Alkoholische Getränke unterlagen keiner Erfassung. Wir sind nicht einmal sicher, ob welche an Bord waren.
- 10 Zitronen wurden (aus rein medizinischen Gründen) gegen Skorbut in Getränken zu uns genommen.
- Dank Lars wurden 2 Fische gefangen und 3x selbstgemachte Pizza serviert.
- Es wurden (nur) 2 Brote gebacken.
- Die Skipperin war 7x Schwimmen, das entspricht 23,33% und liegt damit unter dem normalen Durchschnitt.
- Wir nutzten 1x Hafenwaschmaschine + Trockner als Service.
- Wir waren 9x auswärts Essen, davon 5x im Restaurant.
- Eine Buglaterne mußte ausgetauscht werden.
- Der Loggen-Schaufelradsensor war 2x auffällig und mußte 1x gezogen werden.

In diesem Sinne,
A l l e r b e s t e G r ü s s e
– C r e w v o n M A L A A l h e n a –
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