Sommertørn 2024 – Teil II

(Fortsetzung)


So, 04.08.2024

Aus dem Watt via Harlingen … weiter ins IJsselmeer & nach Warns.

Um 08:50 Uhr springt unser tapferer Diesel an und die Ankerwinsch rattert kurz darauf los.

Danach geht alles schnell & wir verabschieden uns schon mal allerherzlichst, bevor MALA gleich danach mit Schwung einmal kurz in ihren Starthafen rauscht.

Die Leinen wollen wir diesmal gar nicht festmachen 🙂

HARLINGEN voraus.

Es ist 10:05 Uhr, da liegt die Harlinger Hafeneinfahrt bereits wieder in unserem Kielwasser.

Und die tapferen Jungs werden immer kleiner hinter uns, während sie mit ihren Seesäcken die Hafenmole hinaufklettern. Die beiden vermissen wir jetzt schon.


Wir haben vor Rührung gar kein einziges Bild gemacht. Das war eine ganz feine Zeit zusammen! 🙂


Neue Crew ab sofort: Gesche, Stephan & Mia, der Bordhund.

Ein angenehmer Nordwest um 3 treibt uns langsam das Boontjes hinunter, Richtung K’zand. Gute 5kn und halber Wind, wunderschön. Und sonnig.


Bei unseren beherzten letzten Schlenkern, kurz vor dem Abzweig in Richtung Schleuse, ‚finden‘ wir mit leichtem „Schloooork!“ … mal wieder eine weitere der lokalen schlammige Flachstellen in diesem Fahrwasser.

Hmpft. Per Knopfdruck läßt sich das bei MALA zum Glück direkt lösen. Schwenkkiel ist TOLL!

Jetzt aber: Wir packen ein & fahren zur Schleusen. Ab ins IJsselmeer für eine kurze Zeit. Genau, wie wir uns diesen Sommertörn ursprünglich mal ausgemalt hatten: Wenig fixe Pläne, viel aus dem Bauch heraus einfach entscheiden. SCHÖN!


Eine halbe Stunde warten wir am Steiger. Es wird für uns ungewohnt voll. Sommersaison. Gegen 12:15 Uhr beginnt für uns und das dicht gepackte Rudel der ganzen Freizeitbötchen die Schleusung, diesmal in der großen Kammer, alle passen rein und es geht reibungslos. Prima.

Mit Rauslaufen folgt für uns der obligatorische Hundestop – und dann lassen wir uns langsam mit Kurs Süd durchs Binnenmeer treiben. 🙂

Hundestop.

Ein wunderbar-friedlicher Segeltag sollte vor uns liegen.


In Warns selbst waren wir noch nicht. Hinter Stavoren sind wir bislang nicht weiter reingedieselt, ins Landesinnere – und der freundlichen Einladung der Rüm Hart-Crew hierzu, kommen wir heute ja nur ZU gerne nach!


Um 15:55 Uhr bergen wir bereits vor Stavoren die Segel und die Maschine erwacht zum Leben. Es geht in Richtung der friedlichen, kleinen Schleuse, die wir sehr mögen. Strahlt irgendwie etwas Entspanntes, aus …

Nach wenigen Minuten laufen wir bereits wieder raus und langsam den Kanal entlang.

An der Brücke warten wir nur kurz – und direkt danach sehen wir die beiden bereits knipsend und freundlich einladend winkend am steuerbordseitigen Ufer stehen. KLASSE!


Für uns ist dank der Freunde ein toller Platz längseits am Steg bereits abgestimmt, an dem wir gut & gerne festmachen.

Zu unser bassen Überraschung springt uns mitten im Manöver das ALLERERSTE MAL unser Bordhund direkt an den Steg! Das hatten wir noch nie.

Mia läuft, um die beiden zu begrüßen, sie scheint sie ad hoc zu mögen. Ein lustiger Anfang.

Ankunft Warns – auf Einladung der Rüm Hart-Crew

Den Kaffee nehmen wir gleich im Cockpit der Rüm Hart, danach geht’s in Richtung des derzeit wirklich ausgezeichneten Club-Restaurants und dort zu Schellfisch und Rotbarsch. Ü-B-E-R-R-A-G-E-N-D!

Wir freuen uns! 🙂 Und der Abend in freundlicher & lustigen Runde mit den Seglern am langen Tisch stand den leckeren Speisen in nichts nach! Großartig!

VIELEN LIEBEN DANK für diese schöne Einladung!!


Mo, 05.08.2024

Von Warns direkt zum Einkaufen & zurück vor Ankern bei K’zand.

Guten Morgen. Wir dürfen ausschlafen. Dann herrlich duschen – und in der morgendlichen Sommersonne gemeinsam mit Sigrid & Manfred ausgiebig am großen Tisch direkt auf der grünen Wiese im kleinen Hafen frühstücken.

An wirklich alles gedacht! 🙂 Auch ein weiteres Puzzleteil eines absolut bilderbuchartigen Urlaubstages zusammen. Wir könnten gar nicht breiter strahlen 🙂


Zum Mittag noch soll es dann für uns weitergehen. Lustigerweise gemeinsam das erste Stück. Rüm Hart und MALA dieseln zusammen los, warten kurz an der kleinen Brücke für schnellen Durchlaß – und plätschern gemeinsam und friedlich nebeneinander herlaufend durch den kleinen Kanal in Richtung IJsselmeer.

Die Verschlüsse der Kameras klicken auf beiden Booten wie irre 🙂 – Familie Kodak wäre stolz auf uns gewesen.


Dank des Tips von Manfred wird MALA in Kürze rechts abbiegen.

Wir wollen die Chance nutzen, uns für die kommenden Wochen mit der nächsten jungen Crew und mit Hinblick auf die dann kommenden ‚Wattwochen‘ nochmal richtig zu proviantieren.

Und da soll es hier in Stavoren ja bestens möglich sein – das wollen wir sehen.


Großes „Halloo!“ beim Abschied – und während Rüm Hart bereits direkt ins IJsselmeer dieselt, setzen wir den Blinker rechts und schlängeln uns durch die überfüllten Kanäle, die kleine Brücke und legen um Punkt 13:10 Uhr unsere Landleinen fest … unmittelbar vor dem Einkaufsladen.


DAS nennen wir echten Luxus. Und so kaufen wir derartig ausgiebig ein, daß für die nächsten Wattfahrten eine „Beschickung für unglaubliche Lebensmittelmengen“ an MALAs Tiefgang für unsere Tidenberechnungen angebracht werden muß …


Noch vor 16 Uhr sind auch wir dann geschleust und genießen bei sanften südlichen Winden um 2 einen wunderbaren Segelschlag das IJsselmeer wieder hoch bis an den Abschlußdeich, wo wir gegen 19 Uhr dann unsere Ausgangsposition im Prinzip wieder erreichen.

Der Anker hält – und wir haben dran gedacht, Eiswürfel zu machen …

Jetzt fehlt nicht mehr viel … an und für sich lediglich ein angemessen spektakulärer Sonnenuntergang vielleicht. 😉

Der freundliche Abend ließ sich auch hier nicht lange bitten, würdigte unsere hingebungsvollen Vorbereitungen & warf sich orange leuchtend kräftig ins Zeug, um uns mit unseren Kaltgetränken einen würdevollen Rahmen angedeihen zu lassen.

Danke, schön!


Di, 06.08.2024

Nach Makkum – Atlantic-Treffen, neue Crew aufnehmen & wieder raus.

06 Uhr. Der zweiten Ankerwache fallen entfernte Piepstöne auf. Es ist der Plotter draußen im Cockpit, der leise piepst … mit der erwarteten, sanften Winddrehung hat MALA, an der Kette hängend, ihren Ankerort etwas verlassen, was dem Ankeralarm piepend aufstößt.

Wobei von „Alarm“ keine Rede sein kann. Unser geplanter Lautsprecher ist sinnvoll. Es ist unten im gut gedämmten Salon praktisch nix zu hören und die Positionsüberwachung am Handy findet die Abweichung noch gering genug, um Ruhe zu bewahren.


MALA hatten wir gestern noch fertig aufgehübscht. Alles frisch und neu, für unsere nächste Crew 😉 :).

Noch ein Logbucheintrag zum Ankeralarm und ein letzter vermeintlich wohlgefälliger Blick über’s Deck, bevor es für die Ankerwache wieder zurück in die Koje gehen kann …

Aber nix war’s! Unser Kutter ist dick gepökelt in kleine Fliegen. MIST!!

Und das gerade jetzt. SO wird der Morgen doch noch erstmal hektisch. Wir sind im Urlaub … und HABEN DOCH KEINE ZEIT! 😉


Wirbelnd und mit fliegender Pütz spülen und scheuern wir das Boot. Verflixt, das ist nicht schön.

Noch um 10:30 Uhr, wärend die Maschine schon läuft und die Anker klackernd die Kette einholt … scheuern, wischen und schrubben wir. An, auf … und UNTER Deck.


Denn da ist das gemeine Insektenzeug natürlich ebenfalls hingelangt. Eine Sisyphus-Strafarbeit, die wir murrend und unter angemessen altgriechischen Flüchen noch verrichten, als MALA bereits bei Makkum in den langen Kanal einläuft.


Bevor wir die nächsten Kinder an Bord nehmen, wollen wir uns noch mit der Petite Ourse 5 treffen. Pierre und Martine, die wir sehr mögen, sind auf ihrem Rückweg von Norden kommend kurz im Wattenmeer untergeschlüpft, um den nächsten Teil innen durch zu weiter zu gehen.

Wir fanden das eher zufällig heraus, als wir gestern hin- und herschrieben und schließlich beide behaupteren, wir würden gemütlich vor Anker bei Makkum liegen 🙂


Das klärte sich dann auf – die PO5 liegt tatsächlich IM Hafenbereich von Makkum vor Anker. Und hat uns zum französischen Frühstück geladen. Na – das lassen wir uns nicht zweimal sagen. Und schon nach Kurzem ist MALA fein längseits am wesentlich größeren Schwesterschiff festgemacht und wir klönen eine tolle Stunde im Cockpit.

Petite Ourse V & MALA


Die Jungs drehen dann noch eine Photo-Runde im Gummi-Tender – und dann winken wir auch schon wieder, nachdem beide Boote sich voneinander gelöst haben und unsere Freunde den Anker aufholen und weiterlaufen. Schade, das war zu kurz. Aber so ist das beim Segeln …


MALA selbst läuft nur noch ein paar Meter weiter in die Hafenarme von Makkum hinein – und schon gehen wir wieder längseins, diesmal als schneller Zwischenstop am Kopf des Gemeindesteges weiter innen – um kurz anzuhalten und unsere Crew zu übernehmen.


Die beiden sind super pünktlich, sie haben den großen Umzugssprinter auf Parkplätzen bei Makkum untergebracht (Maren wird die nächsten Monate in Utrecht leben) und kommen jetzt mit Taschen beladen die Pier entlang und an Bord. Wir freuen uns!


Und Zeit lassen wir jetzt für alle, um erstmal ganz in Ruhe anzukommen.

Bereits um 15 Uhr ist alles verstaut, die große Sicherheitseinweisung an und unter Deck rum – und wir gehen schnell wieder raus und machen Platz für das sicher bald einlaufende Rudel an Booten.


Für unseren Teil … wir legen uns lieber ein drittes Mal vorne ins Ankerfeld, angeln, baden, kochen, klönen und so genießen wir die erste gemeinsame und ruhige Nacht an Bord.

Das Wetter ist noch friedlich, der Wind soll (und wird) erst Tage später eintreffen.

Profi-Lieger … RUHE & ENTSPANNUNG. Schön!


Mi, 07.08.2024

Von K’zand weiter ins Watt, Trockenfallen östlich Verversgat.

Um 08:10 Uhr ist der Anker auf. 40 Minuten später laufen wir bereit mit dem Bordhund zum großen Morgenspaziergang hinter dem seitlichen Anleger an der Lorentz sluis.

Und ebendiese spuckt uns bereits um 09:40 Uhr gut geschleust auf der anderen Seite und mit Kurs „Watt“ wieder aus. Sehr gut!

Einmal Richtung Watt bitte.


Die Strecke ist kurz. Sehr kurz 🙂

Trockenfallen war vorab gewünscht – und bei den weiterhin vorherrschenden westlichen Winden wird es eine Stelle werden, im Bereich, in dem die Sände am Verversgat sanft nach West hin ansteigen.


Das Logbuch vermerkt die Position, an der der Anker gut gefaßt hat. Wasser steht noch viel auf der Karte, was uns Zeit um Baden, Schwimmen und Ausspannen läßt.

Wir haben MALA mit viel Gefühl und Glück tatsächlich auf einem der höchsten Sandhügelchen rundum abgelegt, wie sich später zeigt.

Das war gut – denn die Höhe brauchten wir auch zum vollständigen Trockenfallen. Top!

MALA trockengefallen nicht weit vom Verversgat.


Do, 08.08.2024

Vom Verversgat rein nach Hindeloopen, Wind kommt.

Heute ist zunächst kurz die letzte Ruhe angesagt, dann gehen die Böen gut in die 30 kn und haben dabei ganz ordentlich Abstand zum angesagten Mittelwind.

Alle Modelle scheinen weitgehend einig – Freitag wird das losgehen. Diesmal ohne uns. Wir haben Gäste an Bord – und die möchten es diesmal lieblich und ruhig.


Zunächst dürfen wir aber noch den Tag draußen genießen. Nach großer Hunderunde um 7 Uhr schwimmen wir um 10 Uhr wie erwartet erstmal wieder auf. Kaffee-Zeit … und Zeit der Angler.


Über’s Angeln & Fangen da draußen in der Waddenzee

Bild

Da ist offensichtlich zum erfolgreichen Angeln in Watt und Nordsee vieles leichter im Vorfeld geredet, als dann draußen im Watt auch tatsächlich getan: Trotz viel gebadeter Köder und Aufwand rundum, einschließlich temporärer Angelhalter 😉 … kam nicht wirklich nennenswert Nordsee rum. Salzwasserfisch zu fangen scheint eine Klasse für sich zu sein. Später in den Kanälen gab es dann noch drei kleine Fische – aber draußen – nix.

So ein Nordseefisch ist halt … ein Fuchs.


Wir genießen die entspannte Ruhe vor dem Wind, bis wir dann gegen 10:45 Uhr noch am Anker Segel setzen und dann das Grundeisen aufholen und leise abfallen. So macht das Freude!

Nach strammen etwa 4 sm gestern werden wir heute mit dem geplanten Tagesetmal diesen Wert glatt vervierfachen 😉

Professionelle Angelhalter.


Die Schleuse ins IJsselmeer ist bereits zu Schiffsmittag passiert. Es schließt sich eine Rauschefahrt bei halbem und raumem Wind an, die uns mit 8 kn ordentlicher Fahrt durch’s Wasser bis vor Workum treibt.

Der letztgenannte kleine Hafen ‚wollte‘ uns diesmal nicht. Wir fahren bis ganz hinten durch – aber kein Liegeplatz für uns. Also laufen wir weiter bis ins schöne Hindeloopen, da wollen wir unterkriechen und die zwei windigen Tage durchgehen lassen.

Hindeloopen-Bummel – Skipperin & 1st Mate … 🙂

Wir schlendern, eingeweht durch die schönen Gassen. Mit Ruhe und Muße – uns genießen vor allem auch die Zeit zusammen! 🙂


Fr, 09.08.2024

Landtag Hindeloopen. Wind abwettern …

Wir sorgen für gute Lüftung mit unseren bewährten Baumwollhauben über den geöffneten Luken, nutzen die Regenpausen für Spaziergänge, schauen Olympia-Übertragungen beim Kaffee – und sehen ansonsten dem Wind zu, wie er tatsächlich ankommt.


Hier stimmten die Interpretationen der Wettermodelle. Und wir sind zufrieden, das im Hafen und mal nicht draußen pfeifend im Watt zu genießen.


Sa, 10.08.2024

Hindeloopen – Makkum. Crewwechsel.

Um 12 Uhr slippen wir in Hindeloopen die Leinen und fahren aus der Box. Ziel: Makkum.

Jetzt liebliche 2-3 Bft. aus West lassen MALA schnell dort Hochlaufen und ehe wir uns versehen, sind die Leinen bereits wieder fest. Es ist gerade einmal 14:15 Uhr. MALA im Kurzstreckenbetrieb 🙂


Und dann geht – wie so oft – alles Schöne viel schneller rum, als man es eigentlich gerne hätte. Nach noch leckerem Kibbeling und anschließender Kaffeerunde sind wir dann plötzlich wieder ganz alleine mit Mia Bord.

Um 16:10 Uhr verschwindet der silberne Transporter am Horizont – und damit gehen wir dann als Zweier-Crew mit Bordhund in die kommende – und für diesen Sommtertörn auch letzte – Woche.


Für Maren beginnt nun das spannendes halbes Jahr in Utrecht. Insofern ist es zwar ein (wie immer auch etwas trauriger) Abschied – aber zeitgleich auch ein Aufbruch in etwas ganz Neues – also ’schön‘.

Nur irgendwie hatten wir verpaßt, das alles unserem kleinen Bordhund ausreichend verständlich zu machen … und Mia schaute noch volle zwei Tage bei jeder Gelegenheit, wann Maren denn wohl nun endlich wieder um die Ecke kommen würde 🙂 – oha! Das müssen wir künftig besser machen.

Abschied …


Wir haben viel vor in der kommenden Woche. Trockenfallen, Zeit im Watt … und Schlickrutschereien à la bonne heure hecken wir aus. 🙂

Mit etwas Glück (OK, viel Glück) kann das ausgesprochen nett werden – denn da ist noch eine Passage in dieser schönen Waddenzee offen, die wir seit so vielen Jahren bisher kein einziges Mal geschafft haben. 🙂

In diesem Sinne,


A l l e r b e s t e   G r ü s s e
   –   C r e w  v o n   M A L A   A l h e n a    –

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