Fr, 22.05.2026
⏰ RRRRRRRRRRRRRRR ‼️⚠️
Das lästige Vibrieren geht übergangslos in ein gleichartig klingendes ungehaltenes Grummeln des Schiffers über 😉 – „Ja doch! Wo sind wir? Wat soll das? Was machen wir denn hier?!“.
Der Wecker war’s … aha?! Immer dasselbe morgens … 😉
Richtig: Harlingen! Wir liegen in unseren Kojen. So langsam komme ich zu mir. Das lausige Wetter der vergangenen Woche, das so viele unser bereits im Revier segelnden Freunde teils in den Häfen festhielt ist wie bestellt in „strahlenden Sonnenschein“ umgeschlagen. Das ist gut.
Und es ist scheinbar früh morgens …☀️😎 Perfekt für unsere Vorhaben! Aufstehen!
Noch vor 8 Uhr sind wir bereits rege und wuseln kurz über’s Deck. Gleich danach dieselt MALA langsam schon aus ihrer Box und wir bugsieren unseren geliebten Kutter direkt vorsichtig in den bereitstehenden Kran.
„Mensch, wir haben ja tatsächlich gestern noch Vorsegel eingezogen!“ 😂 Schau an.
Zwei Minuten später hängt MALA bereits sicher in den Gurten und wechselt amphibisch angehaucht … vom Wasser an Land.
Wer hätte gedacht, daß wir hier später doch noch eine ganze Nacht auf dem Trockenen verbringen sollten … aber der Reihe nach:
MALA schwebt ein.

Zumindest mein Blick geht beim Auskranen oder Trockenliegen immer direkt auch zu unserem Propeller. Dem wir ja Lack und Chemie außen weitgehend ersparen & ihn stattdessen glatt poliert und möglichst sauber und leicht fettig halten.
Glück gehabt – auch dieses Jahr sieht’s wieder recht ordentlich aus. Allerdings arbeitet sich die Propeller-Anode, die wir jährlich tauschen und unterjährig im Watt stets kontrollieren, ganz erheblich ab. Also macht sie wohl ihren Job …
Wir kaufen die Dinger direkt vom Prop-Hersteller und wechseln vorgabegemäß. Das scheint in unseren Revierbedingungen so auch notwendig zu sein.
Aber muß so eine Anode wirklich derart konstruiert sein, daß sie große Teile Ihrer Substanz immer genau an den drei Schraubpunkten zu verlieren scheint? Während in der Mitte eigentlich noch viel Material steht?! Naja. Hmmmm …
Propeller.

Mittlerweile sitzt MALA sicher an Land. Die Dampfstrahler fauchen und unser Kutter verschwindet einige Minuten im nebeligen Wasserdampf rundum. 🙂
Als die Wolken sich verzogen haben, ist sie sauber und es steht für ihren Bauch „Trocknen“ an.
MALA liegt zunächst flach auf drei Hölzern und wir lassen die Sonne & liebliche Brise hier Werk verrichten. Auf der Höhe kommt man gut an die Seiten ran …
Schnell packe ich den Propeller noch ein paar Minuten ein – so löst sich eventueller Kalk in Kürze etwas williger.
Schnell eingepackt.

Die Sonne strahlt, eine leichte Brise weht & MALA trocknet schnell. Mit besonders freundlicher Rücksicht auf den Rücken des Skippers wird unser Kutter noch schnell „eine rückenschonende Etage höher gelegt“ – und sitzt dann zufrieden auf Lagerböcken und läßt sich pflegen.
Abgesetzt, trocken & abgeklebt.

Abgeklebt mit Tape und trocken, geht es ans Antifouling. Dieses Jahr wieder Trilux 33. Am Rumpf selbst sind keine Fehlstellen oder zutage tretende Aluminiumflächen erkennbar. Alles hat gut gehalten.
Der Schiffer – in (nur noch leicht) gebückter Haltung unter dem Rumpf aufbewahrt – hummelt sich durch seine Mittagspause und naß schwitzend & ebenso naß schleifend durch die Papiere bis 3000er Körnung vorsichtig und schließlich weiter bis zur liebevollen Politur. Fertig!
Schön! (das muß man wohl mögen …)
Glanzvoll & in Wartung …

Sobald alles sauber gereinigt und glatt ist, folgt der nächste Schritt. Die Pflege von innen, sozusagen …
Am Propellerende hinten kommt die Anode runter und weiter vorne am Prop der Schmiernippel drauf – und es steht Fettfüllung mit Flügelgymnastik an. 🙂
Wir drücken das alte Fett mit neuem, frischem (ebenfalls vom Hersteller) unter fröhlichem Flügelbewegen so langsam durch, bis achtern nur noch hellweiße Würmchen kommen. FERTIG.
Ein letzter Blick auf die schönen glänzenden Oberflächen, dann kommt die neue Anode drauf, die Schmieröffnung wird verschlossen – und alles mit Ausnahme der Anode wird von außen liebevoll noch etwas eingecremt 🙂 – das glänzt zwar nicht mehr so schick, hat sich bei uns aber bewährt.
Der Seilschneider hat in seiner neuen Kunststoff-Führung immer etwas Spiel, so auch jetzt – und wir sind hier fertig. Alles fein.
Propeller – Collage vorher-nachher.

Arbeitsfeld-Wechsel.
Während ‚oben‘ die Skipperin für einen seeklaren Status an und unter Deck, einen gezogenen und gereinigten ‚Schaufelradsensor‘ der Logge und später am Abend sogar noch für ein erfreulich frisch gedampftes Deck sorgt (die Gelegenheit war einfach zu gut …) – krieche ich eine Etage tiefer noch etwas umher.
Die großen Rumpfanoden sind recht dick, in Ordnung, fest und werden nur etwas an der Oberfläche aufgefrischt.
Die Doppelpropeller des Bugstrahlruders sind in Ordnung. Bis auf einen ganz leichten Kratzer, einmal quer über MALAs Bauch, hat das Sand- und Schlickrutschen der vergangenen Saison auch jetzt wieder zum Glück keinerlei bleibende Spuren hinterlassen. Alles OK.
Der Kratzer hat den Primer nicht durchdrungen – und kann so also direkt wieder übergepönt werden. Sehr gut.
Rumpf, Hauptanoden, Sensoren, Bugstrahlruder & 1x Wattsteinchenspuren.

Einzig unser Schwenkkiel, der tanzt immer noch etwas aus der Reihe und braucht besondere Zuwendung. Alle Stellen mit kleinen Farbablösungen werden konsequent ausgeschliffen und schnell mit Primer belegt. Erst nach Trocknung desselben dann nachfolgend mit mehreren Lagen Antifouling.
Hier werden wir künftig eventuell mal eine 2K-Beschichtung als Basis einsetzen, die sollte auch nach Werfteinschätzung noch haltbarer sein. Vor allem auf längerer Fahrt vielleicht ein guter Punkt künftig.
Schwenkkiel.

Gegen frühen Abend sind dann alle Arbeiten soweit abgeschlossen.
In Abstimmung mit der Werft entscheiden wir uns für eine Nacht an Land, so hat all der Anstrich fein Zeit, vorgabegemäß auch noch in Ruhe trocken & danach dann hoffentlich genauso fein halten zu können.
Am großen „Werft-Round-Table“ genießen wir noch ein paar sonnige gemeinsame Stunden, Wein, der richtig schmeckt nach so einem Tag – dann löst sich die fröhliche Runde auf.
Wir nutzen das letzte Restlicht, passen die vier vorgesehenen Versteifungsstreben für die Rohr-Reling ein, verkleben die Rohre und montieren alles. Da waren wir jetzt mal schneller, als geplant. Auch schön.
Als die Sonne untergeht, können wir uns über eine vollständige Fertigstellung freuen – und klettern müde hoch auf unser schwebendes Boot für einen letzten Absacker heute Abend in luftigen Höhen.
Sehen … können wir das Wasser hoch von Deck aus ja bereits 😉

Danach ab in die Kojen – morgen früh um 8 Uhr geht’s ja wieder weiter & hoffentlich wohlbehalten zurück ins Wasser.
⛵️
Sa, 23.05.2026
⏰ RRRRRRRRRRRRRRR! 😂
Na, das hatten wir ja schon … Start ist erneut um 8 Uhr morgens.
Hellwach & wunderbar geschlafen. Allerdings viel zu früh für unsere Tide draußen, aber die Kranbahn muß freigemacht werden – und MALA will zurück in ihr Element.
Das Kranen funktioniert routiniert und gut wie immer. 👍 Noch in den Gurten hängend, stellen wir sicher, daß alles dicht ist und so trocken bleibt, wie erwartet. Paßt.
Dann fallen die Gurte – und wir sind … WIEDER UNTERWEGS! Stolze 27 Faden Gesamtstrecke beträgt unser erster Schlag in Richtung Wattenmeer! 😂 Das wird ordnungsgemäß im Logbuch vermerkt. Dann gehen die Landleinen bereits wieder fest und der Diesel verblubbert. In schmucker Sichtweite noch zu unserem Kran. Wir müssen warten … in diesem Falle auf die Tide draußen. Und das tun wir gerne.
Törnstart! Da liegt sie … startbereit … 🙂

Na, wenn wir schon so in der schönen Sonne herumliegen & warten … dann können wir doch zumindest unter dem Deckmantel der ‚streng wissenschaftlichen Analysen‚ eine anständige Reihenuntersuchung vornehmen, wieviel Energie aus MALAs neuen Speichern denn nun für 2x Luxus-Kaffee mit warmer Milch dazu so aus den Systemen geht …
2x Kaffee komplett bitte …

In unserem Fall ist das jetzt mit erweitertem Speicher erfreulich wenig. Das ist genau das Gegenteil von „wenig erfreulich“ & wir sind entsprechend angetan. 👍
Die Einschaltzeiten sind kurz (25 Sekunden Vorwärmen der kleinen Maschine mit eingeschlossen) – und am Ende kosten uns zwei Kaffee lediglich „einen knappen Prozentpunkt“ am Batteriemonitor-Schätzeisen, wenn überhaupt. 😅☕️☕️
Viel mehr, als in Summe vielleicht 6Ah dürften uns damit ein Doppelpack kleiner Kaffeetassen nicht kosten, wenn wir sie im Anflug von Größenwahn denn auch mal unterwegs elektrisch zubereiten wollten.
Wenngleich uns die Stromstärken bei Entnahme durch den Inverter mit 93 Ampère für die Kaffeemaschine und 118 Ampère für die Mikrowelle immer wieder beeindrucken.
Auf warme Milch werden wir unterwegs lächelnd verzichten können – und 3x 25 Sekunden à 90A reißen dann kein besonderes Loch mehr in unsere Bilanz, da sind wir zufrieden kaffeeschlürfend einig.
Dumdidumdidum … 🎶
Genug jetzt! Bevor wir noch mehr Unfug anstellen können, läßt uns die Tide dann langsam zusammenpacken und den Brücken- und Schleusenparcour beginnen, sodaß wir passend um und bei Hochwasser vor der Haustür Harlingens stehen werden.
Denn unseren Test-Kreis drehen wir heute um ein einen großen Sandhaufen oberhalb des Boontjes und durch ein eher auf der etwas flacheren Seite liegendes Fahrwasser – das Molenrak.
Brücke-Kanal-Schleuse-Hafen-Waddeenzee.

MALA kennt den Weg … ich stehe da hinten eigentlich nur rum, um einerseits eben dort vorhanden zu sein, weil man das hier so macht und andererseits um hinreichend nautisch in die Gegend zu blicken. 🥳
Brauchen tut mich unser tapferer kleiner Kutter da nicht, der findet alleine raus ins Watt & wieder zurück. Folglich fahren wir also ein paar Meilen einfach nur mit und wickeln bei Bedarf irgendwelche Tüddelbänder an irgendwelche Schleusenpoller, wenn MALA da anhält … 😄
Entspannung beginnt bereits einzusetzen.
Zunächst laufen wir dicht gefolgt von einem Motorboot, das mit uns schnell durch die Klappbrücke rutscht, dann führt uns MALAs Weg nur wenige Minuten später durch die Seeschleuse – diesmal die große – und schon gehen die Segel noch im Hafenbecken von Harlingen hoch, so wie wir das mögen.
schnell ein paar Segel … noch mitten beim Hochziehen …

Wir merken – die Handgriffe sitzen wohl noch. Beim ersten Mal in der Saison machen wir stets etwas langsam – so lassen sich kleinere Problemchen am besten bemerken. Diesmal allerdings steht geschrieben, daß es derer keine geben soll. FEIN!
Auch scheinen wir nicht alles mögliche vergessen zu haben (von noch nicht gelösten Sicherungen bis hin zu noch nicht eingeschorenen Leinen o.ä. – die Möglichkeiten sind vielfältig, wie wir wissen …). Es läuft.
Kaum, daß wir unseren Bugspriet raus in Richtung Pollendam und dann in das daneben liegende Molenrak halten, stehen alle Tücher bereits zu unser Zufriedenheit.
Viel Wind ist nicht … aber das wußten wir und es ist uns so zum Testen rundum gar nicht unrecht.
Alles geht gut von der Hand, MALA liegt gewohnt fein auf dem Ruder und läuft dank sauberem Unterwasserschiff hocherfreulich.
… ab in den sonnigen Tag …

Wie so oft biegen wir zunächst erstmal kurz in Richtung Kimstergat rechts ab und machen dort alles klar. So halten wir uns im Zweifel auch aus dem manchmal dichten Getümmel vor dem Hafen gerne einfach heraus … 🙂
Diesmal schauen wir sogar noch zu, wie die armen Segelschüler der Zeezeilers mit x leichtwindigen Wenden und Halsen im schmalen Fahrwasser gepiesackt werden. Ein Vergnügen für alle. 🤣
Nachdem sich alle ein- und auslaufenden Großen vor der Hafeneinfahrt sortiert haben und an Bord bei uns unsere vielen Leinen an Deck lieblich zurecht gestrickt sind, schlüpfen wir entspannt durch’s Nadelöhr zwischen Boontjes, Pollendam und der geschäftigen Harlingen Hafenausfahrt, wo jetzt alles erfreulich frei ist für uns. Etwas Geduld ist manchmal was Gutes.
Mit Willkommens-Salut …

Wenn man so träumend & testend vor sich hinsegelt … dann hören manche ja Flöhe husten und aufmerksam auf jedes kleine ungewöhnliche Geräusch an Bord.
Ich bin zu Beginn jeder Saison so jemand. 😅
Umso mehr irritierte mich zunächst, tief rumpelnde baßlastige Schläge zu vernehmen. Nanu?! Die gehören da nicht hin, in MALAs Klangkulisse. „Was ist hier los?!!“ …
Erst ein Blick ins Kielwasser und achteraus zeigte es: An Land rumpelt das. Und wie. Sogar rot leuchtend, weit hinter den Bäumen irgendwo. Also weder Notsignal noch Grund zur Beunruhigung.
Sehr gut. Wir nehmen das als freundlichen Salut, fühlen uns sehr geehrt – und ziehen weiter unser kleines Kielwasser durch das flache Watttenmeer. Aus dann doch 8-12 kn Wind aus netter Richtung macht MALA für uns zeitweise über 6kn Fahrt durch die Gegend. Strömen tut hier am Rande jetzt nicht viel.
Wir sind hocherfreut. Das ist so eine Art Dauerzustand, wenn man uns nur eine Zeitlang ans Wasser läßt … 😇
MALAs neue Solarpanels lassen sich back- und steuerbords hochschwenken. Dank der (im Bild oben gut erkennbaren) neuen Zusatz-Streben / Struktur-Verstärkungen hängen sie jetzt auch sehr robust & flatterfrei an ihren Rohren – und wandeln dabei fleißig Licht in Strom.
Nett von ihnen. Hier zeichnet sich für uns bereits erstmalig ab, daß wir wohl unterwegs, auch beim Segeln mit Instrumenten und laufenden Plottern an sonnigen Tagen energieseitig nun an Bord weitgehend im guten Bereich oder gar im Überschuss unterwegs sein dürften.
Der angezeigte ‚Ertrag‘ je Panel liegt streckenweise bereits bei Ladeströmen von knapp unter 8A. Das hilft natürlich. Fein!
… Zeit viel zu kurz …

Wir sind derart begeistert, wie schick MALA bei den paar Knoten Wind mit uns fröhlich durch das flache Molenrak kreuzt, daß wir glatt bei Sonne und Energie-, Tiefenmesser & Kaffeeüberfluß vollkommen vergessen, zumindest einmal kurz etwas überschlägig zu rechnen.
Wir rauschen bereits zügig den Bogen längs durch’s Verversgat, gleich kommt das Zuidoostrak ‚von rechts dazu‘ – und dann wird es bereits höchste Zeit für uns, die Flügel hochzunehmen, den Blinker zu setzen und auf den Sand zu rutschen.
„Komm‘, es ist noch knapp vor siebzehn Uhr … auf geht’s!“ – „Was denkst Du?! Einszwanzig aussuchen und dann sanft auf dem Sandhügel festlaufen lassen? Oder 10 Zentimeter mehr und doch noch kurz den Anker ansetzen?“.
Wir kennen die Ecke hier ganz ordentlich. Vor allem wissen wir in etwa, wie die Sände liegen und wo sie wie ansteigen.
„Ja, das ist besser. Etwas mehr Luft vielleicht. Moment, ich schaue mir noch fix die kommenden drei Tiden und die Hochwasserstände an … ja, OK, paßt! Da hinten hochrutschen, da, wo’s eher sanft anzusteigen beginnt! Ab dafür!“.
Tidenschätzungen gemeinsam können so schön einfach sein, manchmal. 😅🥰 Ein rückversichernder Blick auf die Tidenuhr in der Navi zeigt, daß wir hier morgen auch wieder runterkommen werden.
10 Minuten später hängen wir gut & sicher an Dehnleine und Anker, minimal Wasser noch unter MALAs Bauch. Wir genießen die Sonne und warten darauf, daß der Wasserstand weiter fällt.
Alleine sind wir heute auf unser ausgewählten Sandplate. Das ist im Hochsommer anders. Nur ganz draußen manövriert sich noch ein Plattboden mit seinen Gästen in Position.
Die Skipperin bleibt sich – wie so oft fast ungeachtet beinahe jeglicher Wassertemperaturen – treu und nutzt das ablaufende Naß noch schnell für eine kleine Baderunde.
Das wird auch Zeit, denn wirklich tief ist es nicht mehr ,hier auf dem Sandhügel. Man kann rund ums Boot bereits gut stehen.
Es sei sehr erfrischend, läßt die Schwimmerin uns von draußen wissen. Mia und ich bevorzugen heute den warmen Sonnenplatz im Cockpit.
Jetzt aber schnell!

Und da MALA bekanntlich ja ein anständiges Schiff ist 🥰 … haben wir brav den kleinen schwarzen Ball gesetzt, da vorne. Müssen wir ja auch wieder üben, dieses verzwickte Zusammenfummeln der beiden Plastikplatten … 😅
Mit Ball.

Neben dem Bordhund können auch wir das Aussteigen zum gemeinsamen Wandern etwas später kaum noch erwarten. Vorfreude macht sich im Cockpit breit.
Erst aber kommen die Seevögel dran, wie immer. Und diese beginnen, sich so langsam schon mal in der Nähe der ersten erwarteten zutage tretenden Flachstellen zu sammeln, während im Hintergrund die Bauwerke an der Küste im flachen Abendlicht noch einmal warm aufflammen.
Seevögel.

Wir schauen den vielfältigen Seevögeln mit unserem dampfenden „Solar-Kaffee“ in den Händen in aller Ruhe leise zu. Immer wieder faszinierend für uns.
Die ersten von ihnen stehen da hinten bereits! Ein Blick über unser Bordwand zeigt: „Höchstens noch 5-10cm. Schönes klares Wasser!„.
Etwas später – die ersten Hügelchen durchbrechen die Wasseroberfläche – nimmt das Festmal direkt am langsam ziehenden Wassersaum lautstark seinen Lauf, während der gedeckte Tisch dabei stetig etwas weiter geschoben wird – eben so, wie der Sand herauskommt.
Mit dem Saum wandert auch das hungrige Federvieh dann hüpfend & Happen für Happen aufschnappend immer weiter. Gleich sind alle gefiederten Zweibeiner weit achteraus.
Dann sind wir bald dran … 🙂
Die Tiefe ist schon lange weg an den Anzeigen. Diesmal müssen wir nicht loten – wir wissen, wo wir liegen. Und das Sandwatt hier ist so sanft und flach, wie es freundlich ist.
Endlich. Abendrunde!

Trocken! Es ist uns jedesmal ein großes Vergnügen, auf dem Meeresboden spazieren gehen zu dürfen. Wir sind uns der Besonderheit dieses schützenswerten Naturwunders voll bewußt & genießen das dementsprechend wirklich sehr.
Balsam für die manchmal leicht wundgescheuerte Alltagsseele …
Nur etwas Windrauschen ist zu hören, das leise Brechen der sanften, sprudelnden Brandung weit hinten an der Kante unser Plate – und Seevögel, die sich lautstark über besonders habhafte Leckerbissen freuen.
Wir klettern von Bord und laufen weit und ausgiebig mit unseren Wattsocken auch ohne kalte Füße. Und pendeln zwischen Boot und dem Wattsand rundum hin und her.
Die Sonne schickt sich an, da hinten im Westen eine erste Großvorstellung dieses Jahr für uns zu inszenieren.
Das Himmelskino beginnt …

Photographisch eine besondere Freude.
Herr und Frau Kodak, Agfa oder Illford hätten sich damals sicher sehr gefreut, angesichts des kontinuierlich klickenden Kamera-Verschlusses.
Heute hingegen summt lediglich die Speicherkarte zufrieden und sammelt all die schönen Eindrücke für uns, die mich beim Betrachten in den kommenden Wochen wieder so schön in Erinnerung ins Watt versetzen können. Und die diesen Blog schmücken.
Sogar die Seevögel kann ich manchmal beim Anschauen der Bildchen zu Hause hören, und den Wind, wie er über die Wattflächen streicht … muß mir das Sorgen machen?! 🤔😉
Flammende Wasserflächen.

Dunkelorange.

Jeden Moment ändert sich die Lichtstimmung. Mal heller, mal dunkler, mal gesättigter, dann blasser. Je nach Wolken, Lust & Laune.
Wir laufen weite Bögen, Mia bekommt ordentlich Bewegung – und die Farbenpracht, in die der Himmel jetzt auch den gesamten Wattboden um uns herum taucht, wechselt so langsam von Orange zu Blau.
MALA scheint manchmal schier zwischen Himmel und Meer zu schweben … (wir auch).
Spaziergang im Goldlicht.

Die blaue Farbe tropft förmlich von oben herab auf den Meeresboden hinunter … und mit diesem Wechsel geht dann auch so langsam das Licht …
Übergang ins Blau.

An Land funzeln in der Ferne die ersten künstlichen Lichter und Laternen zu uns herüber. Wie ein entschuldigendes Zuzwinkern, daß der schöne Tag bald vorüber sein wird.
🙂

Um nun natürlich hochauthentische (😎) Photos zu liefern, müßte es jetzt ehrlich gesagt auch immer finsterer werden. Das würde der tatsächlichen Situation durchweg entsprechen.
Ich mag aber noch nicht 🤗 – freue mich stattdessen über lichtstarken Knipserkram & verlängere mir selber ganz unstatthaft noch ein wenig die gut-sichtige Zeit im Watt hier.
Ein schneller Besuch bei unserem verläßlichen Anker, der prima liegt, …
Blau & wieder hell 😉 – dank Schummeln mit Belichtungszeit

… einmal noch verträumt und verliebt an der schönen, glatten Bordwand entlang streichen und sich über den schönen, frischen Unterwasseranstrich etwas freuen …
… und Abschluß draußen für heute.

… und dann beginnt irgendwann auch unser Sandplatz um uns herum immer kleiner und kleiner zu werden.
An unserem gewählten Nachtplatz, kommt das Wasser bei Flut mit Verve und etwas höherer Geschwindigkeit von praktisch allen Seiten zeitgleich zurück. Hier, weit oben liegend, kommt es dann am Ende kreisförmig aus allen Richtungen herangeeilt.
Und mit ihm ziehen wir uns zum Sundowner und großen Aufkochen dann auch an Bord zurück. Erste kleine freche Wellen beginnen bald, friedlich an den Rumpf zu plätschern.
Es wird dunkel – und wir werden später in unsere Kojen, sanft gewiegt. Eine der besten und erholsamsten Nächte der letzten Monate für uns bricht an und wir werden sehr zufrieden in unseren gemütlichen Kojen tief & fest durchschlafen.
Morgen haben wir keine Eile. MALA wird zwischendrin und nach dem nächsten Aufschwimmen leise scheuernd und sanft erneut trockenfallen. Um sich dann mit dem nachfolgend auflaufendem Wasser erneut vom Sand zu heben. Wir selbst werden dann wohl eher widerstrebend unseren schönen Platz in Richtung Alltag alle gemeinsam verlassen.
So, 24.05.2026
Moin! … und es ist ein GUTER Morgen. Wie erhofft.
Ein, zwei befreundete Boote ziehen, von draußen reinkommend, in den nahen Fahrwassern vorbei, während wir noch schläfrig und hoch & trocken liegen. SCHÖN!
Die Bord-Energiespeicher sind bereits wieder gut gefüllt. Bald bei 100%. Und das, obwohl wir hemmungslos alles an Geräten und Kleinbatterien (testweise) betreiben und laden, was uns an Bord irgendwie zwischen die Finger kommt. 😉
Das Wetter bleibt so freundlich, wie es die zuständigen Frösche vorhergesagt haben – und wir verpassen um ein Haar dösig unseren letzten Moment, um mit Mia noch etwas zu laufen. Gerade noch gut gegangen, das flinke Wasser war heute beinahe schneller, als wir. 😀
(… ein nicht näher genannter Vierbeiner, mit jetzt vorübergehend nassem Pelz und Bauch, trägt es mit Fassung, bedenkt uns allerdings mit wirklich vorwurfsvollen Blicken ob des lausigen Timings der Schiffsführung diesbezüglich …)
Ein Blick unsererseits hingegen, und zwar auf den Wind rundum, führt zu der einstimmigen Entscheidung, direkt so zurück zu gehen, wir wir kamen.
Auf diese Weise werden wir noch ab Mitte Molenrak mit etwas Glück und halben Wind schön bis vor Harlingens Tür segeln können. Und das sollte klappen.
Harlingen im Bugkorb.

Der Rest unseres feinen ersten Test-Ausflugs verläuft weiter so sanft und schön, wie man es sich nur wünschen kann. Wir erreichen Harlingen, gut abgepaßt, tuchen das Groß sauber auf und rollen die Vorsegel weg. Alles läuft kraftarm. Gut so!
Die Schleuse, in die wir nach wie immer sehr netter kurzer Abstimmung bald einfahren, entläßt uns in die Kanäle dahinter, wir erwischen zeitlich gerade noch ‚unsere‘ Klappbrücke – und liegen Minuten später dann fest und sicher in der Heimatbox.
Ein weiterer schöner Abend und Tag im Hafen soll uns noch erwarten, wir packen langsam und ohne Eile zusammen, putzen und klarieren – und begeben uns dann auf die Rückfahrt.
Nicht für lange – und wir wollen & dürfen bald wieder hier sein. 🥰
Unnötig zu sagen, daß bei all dem Idyll mein wirklich allerletzter Druck auf auf unsere Dusch-Grauwasser-Pumpe … leider ins Leere ging: Nix. Kein Mucks.
Die Bilgepumpe hingegen ist nach Reparatur top – jetzt scheint die andere Pumpe mal dran zu sein. 🙂🙃 Naja – Gesche kommentierte trocken: „Irgendwas ist auf so’nem Boot halt irgendwie immer„.
Stimmt. 🥰 Und dennoch möchten wir von ganzen Herzen keinen der schönen Momente hier missen.
SCHÖNE ERINNERUNG.

In diesem Sinne,
A l l e r b e s t e G r ü s s e
– C r e w v o n M A L A A l h e n a –
Ein Test-Kommentar für die neue Kommentierungsfunktion.
STEPHAN!