Septembertørn 2025


Harlingen – Terschelling – via Zuidostraak – K’zand – Warns – IJsselmeer | de Kreupel – Harlingen


Samstag, 27.09.25

Nach einem Frühstart um 5:30 Uhr zu Hause, sind wir um 13:00 Uhr in Harlingen am Steg. Das lieft gut.

Wir fackeln nicht lange und laden alles an Bord, machen MALA seeklar, tanken Wasser und Diesel, und werfen um 15:30 Uhr direkt die Leinen los.

Schleusen-Honigkuchenpferde auf dem Weg ins Watt.

Mit wenig Wind erreichen wir den Pollendam. Das wird Leichtwindleinengezupfe, soviel ist klar.

Der Code-0 wird mehrfach gesetzt, geborgen, neu gesetzt … wir ringen dem bißchen Wind bestmöglich Fahrt ab.

Das Wetter sieht mal nach richtig Wind & Regen – mal nach lieblichem Spätherbst aus. Windarm bleibt es für uns heute.

Wetterwolken.

Noch wollen wir nicht loslassen – und so gleitet MALA langsam & mit allen Fetzen gesetzt in Tidenstrom und wenig Wind durch die geschlängelten Fahrwasser.

Code-0.

Bestmöglich halten wir uns am Rande oder außerhalb der Fahrwasserbegrenzungen, während Fähren, Berufsschiffe oder die jetzt orange blinkenden Katamarane hektisch an uns vorbei eilen. Wir fühlen uns eher wie Treibgut 😉

Schnell-Läufer.

Ein bißchen geht noch, dann … beendet der Tidenstrom bald unser leichtwindiges Vergnügen, wir bergen widerstrebend die Tücher und schalten den Diesel zu.

Pastell kurz vor Vliestroom und Meep.

Kurz vor der bereits einsetzenden Dunkelheit erreichen wir so noch Terschelling und bekommen sogar ein Plätzchen mit direktem Zugang zum Steg. Schön hier!

Und gar nicht ganz so leer, wie erwartet. Ganze Stegbereiche sind abgesperrt – für Wartung, Service, Reparatur.

Das letzte Büchsenlicht bei Einlaufen nach Terschelling.

Unser Abendspaziergang mit Hund & Kamera beschert uns die Abende postkartenreife Aussichten oben von der großen Sanddüne hinter dem Sportboothafen.

Abend-Gold.


Sonntag, 28.09.25

Landtag auf Terschelling. Morgens legen wir MALA noch ein paar Meter mit den Leinen weiter nach achtern, nachdem der Nebenlieger morgens aufbrach.

Freie Platzwahl.

Die gesamten Stege weiter vorne sind jetzt von den Seevögeln übernommen. Entsprechend sieht es auch aus 😉 – und Muschelschalen und Kalk knirschen bei jedem Schritt unter den Schuhen.

Auch MALAs Seitendeck ist nach kurzer Zeit entsprechend eingedeckt …

Jetzt viel frei – reserviert für Seevögel.

Schließlich raffen wir uns auf für eine kurze Wanderung in die Stadt, um etwas einzukaufen und Brötchen zu holen, sind aber schnell wieder zurück.

Bei extrem angenehmem Wetter lassen wir dann die Zeit verplätschern, die wir einfach nur auf unserem Boot genießen.


Zum Sundowner geht es auf die Düne neben dem Hafen – die Aussicht genießen.

Im warmen Licht tiefstehenden Herbstsonne legen sich lange Schatten in die kleinen, beinahe leeren Gassen. Kein Vergleich zum trubeligen Treiben in der Hauptsaison. Wir mögen das so sehr.

Terschelling-Herbstspaziergang.

Einfach nur Auszeit und Erholung:

Herbst-Cockpit-Lesezeit.


Dünenspaziergang.


Mia.


Mit einsetzender goldiger Dämmerung trennt sich die Crew.

Während Skipperin und Hund die große Tour noch fortsetzen, wird der bordeigene Knipser zwischen Dünengras und Sand zurückgelassen 😉


Jetzt ist „Zuschauen, Bewundern & Abwarten“ angesagt. Über Gold mit warmen Reflexionen in den Gassen des kleinen Hafens geht das Licht-Farbspektakel zügig weiter in Richtung Orange und Rot.

Gold

Feuerorange

Irgendwann, während der Himmel in prächtige orange Farbtöne gewandt ist, übernehmen eine Etage tiefer die Seezeichen- und Straßenbeleuchtungen.

Der Brandaris-Turm beginnt, seine beruhigenden Lichtkegel über die Waddenzee zu strahlen.

Währenddessen verglimmt zischend das letzte Rot am Horizont.


Orange > Blau


Es macht Platz für die tief dunklen Blautöne, die aufzuziehen beginnen. Der Mond erhebt sich heute schwerfällig und mühsam nur über die Horizontlinie.

Spät dran ist er auch … und kann mit den vergleichsweise kühl leuchtenden Lichtkegeln des Turms nicht mithalten. 🙂

Blau

Jetzt wird es zunehmend kühl. Zeit, von der Düne runterzuklettern. Auf dem Weg zurück zum Hafen …


Auf dem kleinen Radweg an der Waterkant ist Hochbetrieb.

Die vielen Fahrräder rauschen wie auf einer Autobahn vorbei und illuminieren die Szene mit Blick über die Riggs der liegenden Boote und den warm strahlenden Lichtern im Hintergrund wirklich schön.


Die Gelegenheit konnte ich mir nicht durchgehen lassen 🙂

13 Sekunden:


Nachtlichtshow Terschelling


Montag, 29.09.25

Heute ist früheres Aufstehen angesagt: wir wollen mit der Tide durch Inschot in Richtung Ijsselmeer Segeln. Leider absolut „gkW“ – gar kein Wind. Mist.

Der Diesel muss wieder für den Vortrieb sorgen. Wir vertreiben uns die Zeit unterwegs mit Fotografieren, Lesen und wir genießen einfach auch nur die wundervolle Landschaft, die langsam vorbeizieht.


Ein Stilleben nach dem anderen wird vor der Linse vorbeigezogen – mystisch in leichten Dunst gehüllt und mit pastellig-entsättigten Farben, daß es für den bordeigenen Knipser die helle Wonne ist. Hier mit sanftem Pastell-Ton:

Minimalistisch.

Ständig wechseln Farbtöne und Sättigungen. Keinen Moment wirkt das schöne Watt gleich. Mal blauer, mal türkis, manchmal fast graustufig als Schwarz-Weiß – aber immer „herbstlich gedämpft“ und schön ruhig diesmal.

Hier mit dunklerem Blau, räumlich „übereinander geschichtet“, sodaß Wattkanten, Wasser und Himmel sanft ineinander übergehen.

Das Auge kann sich nur an den Prickeln, den Seevögeln oder mal einen Seezeichen oder fernen Schiff festhalten. Wie in Watte – wunderschön.

Rast-Pricke.

Im nächsten Moment ist die Farbe fast weg.

Die große Brennweite des Teleobjektivs schiebt die Perspektiven zusammen und im goldrichtigen Moment rauscht eine Staffel tieffliegenden Federviehs durch die Komposition

Das hätte ich mir nicht schöner wünschen können.

Der Verschluß klickt begeistert und in schneller Folge: 🙂


Malerisch.


Wetterwechsel, wie er an der Nordsee im Herbst so schnell vor sich geht.

Diesmal fast unbemerkt. Jemand zieht das sanfte Tuch über der gesamten Szene zur Seite – und …

… die Farben kehren so langsam wieder zurück. Wir wachen auf, wie aus einem schönen, wattigen Traum.

Das wird auch Zeit, denn der künstliche lange Deich mit der großen Schleusenanlage Kornwerderzand darin ist bereits deutlich zu erkennen.


Fischer passieren uns noch schnell, bevor wir dann dieses wundervolle, sich stets verändernde Seegebiet und Weltnaturerbe, das uns seit so vielen Jahren immer wieder neu in seinen Bann schlägt, verlassen – in Richtung IJsselmeer.

Wir schlängeln uns danach noch über das Wattenhoch – mit gerade noch auflaufendem Wasser und diesmal ausreichend Tiefe.

Das klappt makellos und wir genießen, während wir an einigen unser liebsten Plätzen zum Trockenfallen hier vorbeilaufen. Diesmal nicht …



Zu Hochwasser sind wir bereits am Abschlußdeich, der das IJsselmeer von den Tidengebieten draußen nun trennt – und können sogar recht zügig schleusen.

Noch vollkommen verträumt und im Anlauf inbegriffen haben wir glatt den Dietmar und die Zephyr übersehen!


Wir wollten uns wenigsten gegenseitig winken bei der diesmaligen Passage, haben sogar extra mit Kamera im Anschlag der Dinge geharrt – und ihn dann wohl hinter den dicken Pollern der Drehbrücke verpaßt.

Er war da deutlich besser & hat wohl nu‘ mehr als nur einen gut 🙂


Kaum Wartezeit. Aber dennoch ordentlich Betrieb. Der Dunst ist mittlerweile vollständig verflogen und macht strahlend blauem Himmel Platz.

Lorentzsluis

Nach dem obligatorischen Hundestopp hinter der Schleuse am langen Wartesteiger geht es für uns alle weiter nach Stavoren. Kaum Segeln … sind wir etwa ein Postdampfer?!


Nich ganz … aber Termine haben wir dennoch, liebe Freunde, Cathy, die ich seit Schulzeiten aus Schüleraustauschprogrammen kenne, hat ein Treffen mit uns morgen in Stavoren arrangiert.

Sie und ihr Mann Hans sind mal kurz in Europa – und die Chance nutzen wir, ist doch klar.

Johan Frisosluis

Also schnell rein und einen Liegeplatz suchen. Das wird diesmal gar kein Problem – Wir liegen direkt im Stadthafen an der Straße.

Angekommen, Leinen fest.

Abends gehen wir durch die Straßen zu dem Einkaufsladen und danach gibt es ein leckeres Abendessen in „de Kruitmolen“ direkt an der Schleuse.

Ein guter Tip, wir waren gerade noch so zeitgerecht, daß man uns noch gefüttert hat 😉 – und insgesamt sehr zufrieden mit einem wieder einmal schönen Tag. DANKE, MALA!


De Kruitmolen


Dienstag, 30.09.25

Der Morgen beginnt in aller Ruhe! Das ist schön. Wetterseitig sieht es freundlich und gut aus, Blauer Himmel, liebliches Spätsommer-Gefühl in der nur sanft bewegten Luft rundum.

Kaffee in der Hand – und ein Bericht in der Yacht-Zeitschrift über das Segeln-Forum, in dem wir aktiv sind. Das fängt gut an.


Hafentag in Stavoren. Gesche geht joggen, eine große Runde bis nach nach Warns. Danach ist MALA-Pflege dran, wir klarieren und putzen unser Boot innen.

Und leider auch außen – Großputz (dank je wel Vogels). Manchmal ist das Federvieh rundum schon sonderbar … 🙂


Stavoren-Idylle

Wir freuten uns schon ein paar Tage auf den Nachmittag:

Wir bekommen einen kurzen Besuch an Bord von Cathy und Hans, unseren lieben Freunden aus Alaska & den Niederlanden. Klasse!

Wir liegen wirklich prima.

Einkaufsbummel mit Blumen

Zum Kaffee und schönem Klönschnack sitzen wir gemeinsam in der Sonne.

Viel zu erzählen! Auch, wie sich die aktuellen sozialen und politischen Entwicklungen „auf der anderen Seite vom Teich“ derzeit so anfühlen. Die Zeit geht viel zu schnell rum.


Dann müssen die zwei bereits weiter – und wir bereiten uns vor, einen weiteren schönen Abend an Bord zu genießen. Heute wird groß aufgekocht.

Die Leinen slippen wir morgen erst – und freuen wir uns dann, wieder raus auf’s Wasser zu kommen.

Mit einem extern getrunkenen Kaffee im „de Schans“ haben wir … auch diesmal kein Glück.

Wir haben auch diesmal kein Glück … nicht geöffnet. Beim nächsten Mal dann wieder … 🙂

PS: Warum auch immer, wir scheinen mit dem netten Café am Kanal einfach nicht klarzukommen 🙂

Einmal saßen wir schon draußen – und genossen einen wirklich guten Kaffee. Ansonsten war unser Timing lausig – immer, wirklich je-des-Mal geschlossen. So auch diesmal.


Mittwoch, 01.10.25

Gemütlicher Start mit Kaffee und Hörnchen. Danach schönes vor dem Wind Segeln unter Klüver.

Unser Ziel heute ist Hindeloopen. Da das nur ein kurzer Schlag von gerade einmal 5 Seemeilen wäre, fahren wir einen kleinen Umweg um „De Kreupel“ und machen damit gute 22 sm draus.

Bei herrlichem Segelwind. Sogar der Code-0 durfte nochmal ran. Fast wie Jolle-Segeln damals … einfach nur zum Spaß.



Segelzeit:


Wir haben heute den gesamten schönen Tag „segelfrei“ – wir dürfen ganz und gar frei und nach Belieben auf’m See umsegeln! 🙂

Erst abends wollen wir im Stadthafen liegen – gemeinsam mit Manfred von der Rüm Hart, worauf wir uns schon sehr freuen. Und es sollte wieder ein ganz wunderschönes Treffen werden. Aber erst haben wir noch seemeilenweite Zeit & Vergnügen auf dem Wasser. 🙂


Es plätschert munter um MALAs Bug herum, während wir uns um de Kreupel herumaalen und dann die Segel aufmachen, um die Strecke nach Hindeloopen zurück zu laufen. Plaisiersegeln 🙂

Irgendwann geht uns auf dem IJsselmeer das Wasser vor’m Bug aus – und wir laufen gemütlich in Hindeloopen ein. Nach nettem Austausch mit der Rüm Hart, die bereits im alten Hafenteil wunderbar am Steg liegt, wissen wir bereits, daß direkt vor ihrem Bug noch etwas Platz für unseren kleinen Kutter sein wird.


Als wir ankommen, ist Manfred schon auf dem Steg – und unsere Leinen gehen schnell fest.

Wir sitzen im Cockpit zum (kühlen!) Bierchen auf der Rüm Hart – und gehen abends lecker thailändisch essen. Ein wunderbare Wahl und echtes Glück für uns – Gesche und Manfred überzeugten den netten Wirt, daß wir drei noch den letzten kleinen Tisch bekommen können & wir genießen einen feinen Abend.


Auf Rüm Harts Seiten im Blog („Leinen los (2)„) hat Manfred von seinem Törn ebenfalls berichtet. Er sagte uns ja im Vorfeld, daß er sich die Hufe verkratzt hatte 🙂 – aber ein derart kräftiger Einschlag, wie ihn Manfred bei seinem Sturz abgekommen hatte – der Kerl ist echt tapfer. 🙂


Am nächsten Tag läuft Rüm Hart in Richtung Heimat und Arztbesuch – und wir weiter in Richtung Harlingen. Allesamt freuen wir uns auf das nächste Treffen. Und das ist bereits fest vereinbart 🙂

Hindeloopen


Donnerstag, 02.10.25

Gemütlicher Start wieder mit Kaffee und Hörnchen. Wir entscheiden uns eher etwas schweren Herzens, die gemütliche Schönwetter-Rumsegelei der letzten Tage jetzt aufzugeben. „Präventiv“ sozusagen 😉

Aber erstmal verabschieden wir unseren tapferen Einhandsegler – in Richtung Warns (und etwas Pflege) 🙂 – SCHÖN WAR’S WIEDER, VIELEN DANK!

Nach dem Manfred ausgelaufen ist und wir ihn photographisch vom Deich noch eine Zeitlang auf dem IJsselmeer unterwegs begleiteten, laufen wir dann zurück zu MALA.


Unsere Wettervorschau scheint auf allen Kanälen einig, daß das große Tiefdruckgebiet oben in der Nordsee beginnen wird, seine windigen, langen Arme in unsere Richtung auszustrecken. Die Frage wäre lediglich: „Wann genau wird das bei uns ankommen?„.

Und wie auch immer – wir wollen das im Zweifel aus der Sicherheit von MALAs Heimatbox aus erleben, nicht unterwegs doch noch voll erwischt werden.


Also lieber zeitig los, mindestens einen halben Tag ‚Reserve‘ einfahren – und darauf abzielen, im Nachmittag noch bei Harlingen durch die Wasserwege und Schleusen, Brücken huschen zu können, bevor die vielen Knoten Wind uns dann später durchschütteln werden.

Wir bekommen schönes vor dem Wind Segeln unter Klüver, auf unserem Weg nach Hause. Kornwerderzand Schleuse kann diesmal ganz ohne Wartezeit passiert werden. Für uns ist es selten, daß wir uns mal ausschließlich unter Vorsegeln ziehen lassen.

Meist ist das Groß mit gesetzt – und sei es nur als Stabilisierung – und Rückversicherung, daß wir jederzeit eine Windabdeckung zum Bergen der Tücher am Bug schaffen können.

Wettervorschau – diesmal ohne uns bitte.

Zum Abschluss schmettern wir noch unter Vollzeug das Boontjes hoch. Wir genießen über 7kn Rauschefahrt. Bei frischem Wind passieren wir Schleuse und Brücke in Harlingen und liegen abends wieder sicher in unser Box. Punktlandung!

Wir feiern das abends ausgiebig in MALAs Salon sitzend. Heute sollte es noch weitgehend ruhig bleiben.


Freitag, 03.10.25 – Samstag 04.10.25 – Sonntag 05.10.25

MALA liegt gepflegt und wildfertig in ihrer Box. Alles an Deck ist abgeräumt und festgelascht – die Leinen sind gedoppelt und scheuergeschützt. Es kommt wirklich Wind.

Draußen beginnen erste Böen melodisch im Rigg zu singen. „Das hat Potential“ sagen wir uns – und planen um.

Wir bleiben noch. Am Freitag feiern wir mit den Freunden der Werft am „runden Tisch“ – dann ziehen wir uns in die Wärme und Geborgenheit von MALAs Salon zurück – und hören die nächsten 1 1/2 Tage dem Sturm zu, wie er langsam zu Hochform aufläuft. Es wird ordentlich Luftbewegung.

In Regenpausen gibt es kurze Spaziergänge mit dem Bordhund, wobei wir gut aufpassen, daß uns der nicht wegfliegt 😉 – Ein wunderschöner Herbsttörn nimmt ein windiges Ende, das wir in Sicherheit und wie so oft absolut fasziniert genießen.

In diesem Sinne,

A l l e r b e s t e   G r ü s s e
   –   C r e w  v o n   M A L A   A l h e n a    –

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