Sommertørn 2025

HARLINGEN – TEXEL – HARLINGEN – AMELAND – SCHIERMONNIKOOG – HET RIF – RICHEL – K’ZAND – HARLINGEN


Unsere erste Urlaubswoche … die gar keine wurde. Am 28.07.25 schrieb ich im Segeln-Forum noch mit gewisser wetterseitiger Verzweiflung:


Wir versuchen es mit allem. Hilft nur nix. Selbst unsere Familienrezepte, nebst geheimer Rituale und Opfergaben jedweder Art blieben bemerkenswert wirkungslos.

Seufzend legen wir unsere erste Segelwoche mit etwas Vorlauf zu den Akten praktisch. Kein Urlaub zunächst. Weiter gesunden und zusätzlich auf Wetterbesserung hoffen.

Wetter.

Das Wettergeschehen sieht wild aus. der DWD (oben Mitte) scheint temporär mit „404“ auch schon nicht mehr mitmachen zu wollen 😉

Windstärken mit ordentlicher Spreizung von 6, in Böen 8 und 9 Beaufort. Alles mit „Sternchen“ versehen – also beliebig unverbindlich. Oh Mann. Wir halten noch etwas aus, dann entscheiden wir auf:

Los jetzt. Wenn’s gar nicht werden sollte, dann haben wir eben
wenigstens schöne Tage im Hafen und auf dem Wasser!
„.

Das hätten wir glatt früher so machen sollen. Eine gute Entscheidung.


Ein früher Start diesmal, von zu Hause aus. Umplanung:

Wir ’schicken‘ noch schnell eine Postkarte, legen dann alle Planungen zur Seite und planen entweder gar nicht mehr, oder einfach nur noch von Tide zu Tide. So.

Von Bord.


Do, 31.07.25

Ankunft.

Wir kommen in Harlingen an – und kümmern uns erst einmal um unseren tapferen Kutter. Wassertanks werden gefüllt. Auch Diesel toppen wir etwas auf und schleppen das Zeug 20l-Kanister-weise und mehrfach zum Boot. Dort füllen wir in Regenpausen fleißig um, bis 100l den Aufenthaltsort geändert haben …

MALA – in den Startblöcken.

So langsam werden wir annähernd fertig an Bord. In der kurzen Regenpause haben wir den letzten Diesel transferiert. Da hebt sich ‚unsere‘ Klappbrücke und die Northern Gannet läuft in unseren kleinen Werfthafen ein. Das Boot kennen wir doch?!

Susanne & Egon mit ihrem wunderschönen Alu-Schiff brauchen auf dem Weg weiter nach Süden eine schnelle, gute Reparatur. Da sind sie aus unserer Sicht in Harlingen genau richtig.

Northern Gannet.

Wir drücken die Daumen, gehen abends noch sehr nett gemeinsam essen und verbringen einen wunderbaren Abend. Zwei TO-Schiffe … ein Vereinstreffen 🙂

Eine gute Woche später sollte die Northern Gannet bereits repariert kurz vor Den Helder stehen. Sehr gut. Morgen wollen auch wir auslaufen. Ins Watt. Mit „Tag-für-Tag-Planung„.


Fr, 01.08.25

Start. Endlich.


Segeln bei wechselndem Wetter nach Oudeschild. Alles funktioniert wie es soll. Es gelingt uns nicht, die kleinen Regenzellen zu umfahren. Das geben die engen Wattfahrwasser nicht her. Also wird immer einer von uns geduscht. Müssen ja nicht alle ohne Not naß werden.

Wetter.

Mal schön & trocken …

… und in der nächsten Minute das ganze Gegenteil. Sommer 2025 auf der Nordsee.

Traumbedingungen.

Gegen 17:30 Uhr sind unsere Leinen fest auf Texel. Nordwestwind um 4-5 insgesamt wirkt es eher wie Herbst.

Oudeschild.

Einem muffeligen Typ neben uns gefiel es nicht, daß wir zügig gegen den Wind anlegten (und perfekt tatsächlich – ohne irgend etwas zu berühren oder auch nur in die Nähe zu kommen, nebenbei gesagt).

Er jammert rum, daß ‚man‘ sowas langsamer zu machen habe. Während seine Hunde den Rest des Tages lauthals an Deck kläffen, daß die Nebenlieger rundum die Augen verdrehen. Oh Mann. Wir sind urlaubsreif und brauchen solche Menschen nicht.

Oudeschild scheint Armleuchter jedweder Couleur anzuziehen. Warum auch immer. Ist nicht das erste Mal, das uns so ein Vogel dort begegnet, leider. Nur dort. Egal. Ignorieren, die Insel kann nichts dafür – und sobald es geht, werden wir wieder rauslaufen.


Sa, 02.08.25

Texel – Landtag.

Unser Landtag auf Texel ist ein kulinarischer Spaziergang durch die Stadt. Mit Krabbenbrötchen, Fisch, Salat, noch mehr Fisch & lokalem äußerst hochwertigen Bier. 🙂

Landtag.


So, 03.08.25

Kimstergat vor Anker.

Zurück nach Harlingen (miese Wettervorhersage). Wir fliehen praktisch in jeder Hinsicht. Zunächst ins Kimstergat vor Harlingens Haustür, – für noch eine Nacht vor Anker und um uns etwas durchpusten lassen. Wenn das etwas dickere Wetter dann in Kürze eintrifft, kriechen wir dann für ein, zwei Tage im Starthafen wieder unter.

Flucht.


Mo, 04.08.25

Harlingen – Rückzug.

Ein ruhiger Morgen für uns vor Harlingens Haustür. Im Pollendam ziehen die traditionellen Schiffe der ‚bruine vloot‚ wie an der Perlenschnur gezogen noch raus Richtung Inseln, bevor Wind und Wetter uns alle kurz ein wenig ausbremsen werden.

Der Anker hielt die Nacht wieder ausgezeichnet, wie unser „Anker-Track“ klar zeigt. Bewegungen im vorgesehenen Schwojkreis, mit Tide & Wind um den Anker schwenkend. Prima. So soll das sein.

Frühstücksperlen am Horizont – MALAs Anker hält.

Genau diesen Anker holen wir jetzt auf. 🙂 „Zurück nach Harlingen, dann laufen, duschen, klar Schiff machen, sortieren, ausruhen und den kommenden Wind abwarten“ – das steht jetzt an.


Abends gehen wir chinesisch essen mit Susanne und Egon von der Northern Gannet. Der gemeinsame Abend und Austausch steht im krassen Gegensatz zu dem sommerlichen lokalen Sauwetter draußen 😉 – denn er war richtig wunderbar und schön!

Den beiden wünschen wir von wirklich ganzen Herzen eine gute kommende Zeit und viele schöne Seemeilen. Und – wer weiß – vielleicht passen wir sie ja ab, wenn sie mal auf ihrem Rückweg wieder bei uns in der Nähe vorbeilaufen.


Im Austausch mit Susanne kamen wir in unseren Unterhaltungen an den Sicherheitskonzepten an Bord vorbei. Ein guter Grund, unser gebasteltes „MOB-Bergesystem“ mal wieder rauszusuchen und zu überprüfen.

Außerdem ein guter Grund für uns, diese zwei Landtage unter anderem auch ganz grundsätzlich für laufende Inventur an Bord von MALA zu nutzen und unsere Listen aktuell zu halten.

Das ist eine Daueraufgabe bei uns (und beugt den befürchteten Fragen „… sag‘ mal, wooo ist eigentlich …“ vor … mit der Standantwort: „Schau‘ halt in die Liste!„. 🙂

Das war in diesem Fall dringend nötig. Gefunden, aber nicht aktuell erfaßt:


MALA – MOB-Bergesystem (gebastelt).

Das Gesamtbild unseres Systems ist links zu sehen. Die einzelnen Komponenten sind:

  • Bild 1: Treibanker mit angeschäkelter Kette als Gewicht,
  • Bild 2: Schwimmleine in 2 Paketen – 1x Richtung Anker, 1x Richtung Want,
  • Bild 3: Ausschnitt daraus, „der obere Teil“ mit Wirbel, Klemmblock / Curryklemme, Snatch-Block und Schwimmer mit Schnappschäkel für MOB.
Der Ablauf dazu wäre dann wie folgt … (bei Interesse noch aufklappbar)

Vorgehensweise:

Der Wichard-Schnappschäkel (3) wird um ein Want gelegt. Optional am Ende des Großbaumes mit eingehakt und der Baum dann nach außen gefiert und via Preventer und Schot fixiert. Beim Want wird die orange Bandschlinge (3) mit einem Fall noch bis auf obere Schulterhöhe nach oben gezogen, eine Sorgleine sichert nach unten.

Die gelbe Leine (2) und der damit verschraubte Treibanker (1) werden an Deck/im Cockpit klar gehalten und zur Seite gelegt. Die Lose der gelben Leine wird weitgehend durchgeholt, sodaß die gelben Schwimmkörper (analog Life-Sling) später direkt rausgeworfen werden können und klar auslaufen.

Der Snatch-Block ist hier optional – und soll eine weitere Möglichkeit bieten, eine schnelle Umlenkung der gelben Leine (die Part, die zum Treibanker geht) – z.B. an der Fußreling – einrichten zu können.

Die beiden gelben Schwimmkörper werden zum Mann im Wasser gefiert oder geworfen, beziehungsweise es wird bei Bedarf ein großer „Fangkreis“ um den Mann im Wasser gefahren, bis Kontakt hergestellt ist und und der schwarze Einhandkarabiner in den D-Ring der Schwimmweste eingehakt werden kann.

Sollte das so miteinander nicht (mehr) möglich sein wird stattdessen per Bootshaken die gelbe Dyneema-Schlinge, mit der wir jede Weste ausgestattet haben, gefischt, hochgeholt und in den schwarzen Karabiner an den Schwimmkörpern eingehakt.

In diesem Fall muß die Höhe der Rolle/Curryklemme am Want (am Baum) etwas nach oben korrigiert werden, um die Person im Wasser nachher hoch genug hieven zu können.

Jetzt kann angezogen werden: Der Treibanker an der gelbe Schwimmleine geht auf derselben Seite ins Wasser, gegebenenfalls nochmal umgelenkt per Snatch-Block (z.B. weiter nach vorne) – und MALA läuft nun langsam voraus und die Leine kommt steif unter dem „Gegenzug“ des Treibankers.

Diese Kraftdifferenz hebt die Person im Wasser heraus, hoch bis an Umlenkrolle und Curryklemme am Want, während MALA eine Kurve um den MOB fährt und so auch die Schraube entsprechend freihält.

Da von der Curry-Klemme aus der Zug stets nach außen und unten geht, hält sie die gelbe Leine entsprechend fest und diese läuft nicht wieder aus.

So der Plan … hoffentlich werden das niemals einsetzen müssen.


Di, 05.08.25

Hafentag. Bastel-, Reparatur- und Ausspanntag …

Bewegung.

Abends sind wir wundervoll bei Fimme und Maaike von „unser“ Werft zu Hause zum Essen eingeladen. Was für ein SCHÖNER ABEND!! VIELEN DANK! Das macht das Losfahren morgen nicht leichter 😉 🙂


Mi, 06.08.25

Wattfahrt.

Der Tag beginnt mit Kaffee, kleiner ‚Stichelei‘ – sodaß der Trans-Ocean-Stander an seinem Ende wieder lieblich vernäht und nicht mehr ausgefranst ist (und ich schummelte bei der Reparatur und gab dem ganzen Ende mit Sekundenkleber etwas mehr Struktur).

TO-Stander.


Wir wollen heute im kleinen Waddenzee-Gebiet mal „Strecke machen“.

In einem Zug von Harlingen wollen wir raus bis kurz vor Vlieland und Terschelling. Beginnend mit gut abgepaßtem auslaufenden Wasser. Auf Höhe von Richel biegen wir rechts ab ins West Meep.

Die „Wattfahrer-Kunst“ hierbei wäre es, das ganze so gut abzuschätzen und unsere Fahrt im Vorfeld mit auslaufendem Wasser und dem Wind in den Segeln so zu justieren und anzupassen … daß wir gerade zu Tidenkipp an diesem Abzweig stehen werden.

Denn dann geht es im nächsten Abschnitt gleich wieder „Tide MIT“ in Richtung Osten und über Noorder Balgen bis hin zur Oosterom, wo wir das Wattenhoch ansteuern und passieren müssen.

Das Wattenhoch (Wantij) liegt hier derzeit etwa zwischen den Tonnen O48 und O50. Da müssen und wollen wir rüber, dann weiter Richtung Blauwe Balg.

Mit dem dann dort dann einlaufenden Strom im Borndiep wollen wir uns bis vor Ameland schieben lassen. Das wäre dann der Hauptgewinn, auf den wir bei unser heutigen Schlickrutscherei hoffen wollen. Wir sind unheimlich gespannt, inwieweit das alles aufgehen wird … 🙂


Unsere Fahrt durch Pollendam und Blauwe Slenk ist zunächst noch sehr gegen den Wind. Erst mit Abkippen in Richtung Vliestroom wird das besser.

Wir laufen in guter Gesellschaft raus Richtung Inseln. 🙂 Es ist die wahre Freude!

Gute Gesellschaft.

Allseitiges fröhliches Winken, und Gucken. Lange können wir die gemeinsame Fahrt mit den oft wunderschönen traditionellen Großschiffen nicht genießen – dann müssen wir den Blinker rechts setzen und nach Osten abbiegen, während die Flotte weiter nach Norden halten wird.

Wir freuen uns – es sieht so aus, daß wir richtig gut pünktlich zum Tidenkipp am Meep sein werden! Das hat mal vorbildlich gepaßt.

Danach schließt sich die wirklich super spannende Wattfahrt durch Oosteroom Wantij und Blauwe Balg an, auf die wir uns schon so gefreut haben. Zunächst aber kriecht uns das lokale Vermessungsschiff bis unter den Adenauer ans Heck Die stellen da unsere Seekarten vom Watt her – dafür sind wir dankbar

Da laufen bahngeführte Meßprogramme – und wir haben diese Schiffe noch nie ausweichen oder ihre Geschwindigkeit im Meßlauf anpassen sehen. Also immer freihalten, was uns angeht. Was immer sie da so treiben – uns werden die Daten im Watt schon sehr bald sehr nützlich sein.

Dicht dran.

Wir sind zu schnell, müssen deutlich weniger Geschwindigkeit erreichen.

Nicht zuletzt deswegen fahren wir seitlich aus dem schmalen Fahrwasser raus & bestmöglich dem Vermesser aus dem Weg seiner Bahnen – Nur ein kleines Handtuch als Vorsegel steht noch. Wir müssen jetzt wirklich langsamer werden. Irgendwie. Und das schnell … 🙂

Voll auf der Bremse.

Am Wantij sind wir ein wenig früh dran, es läßt sich nicht wegdiskutieren … Elegant ist anders.

Wenn man übrigens zur wirklich optimalen Zeit im Watt so seine Schlickrutschereien versucht, dann trifft man in der Regel Gleichgesinnte.

Und so ein Wantij ist einfach zu finden … nur schauen, wo ein Rudel bereits feststeckender Boote sich mit etwas mißlaunig schauenden Schiffern darauf vor einem Haufen Sand oder Schlick ballt – so etwa 2 Faden weiter ist es dann, das Wantij … 😉

Wantij in Sicht.

Was dann an so ’nem Wantij als nächstes im Spiel der Schickrutscher dort passiert, ist lustig: Man beäugt sich gegenseitig amüsiert und kritisch. Vor allem Neuankömmlinge bei den Feststeckschlammasseln. So auch uns.

Wir haben uns leider hinreißen lassen – und es hätte fast geklappt. Das wäre dann aller Ehren wert gewesen. HAT ES ABER NICHT 🙂 Das ist dann eher blød. Und diesmal haben wir es übertrieben. Zumindest etwas.

Auch fest.

An dem ersten Großen (der steckte schon früher in dem flacher werdenden Wattfahrwasser fest …) und an den zwei Kleineren (die steckten erst etwas später …) kommen wir noch gut vorbei – und dann war’s leider nix mehr.

Knapper, als uns das recht sein kann, kommen wir mit gurgelndem Geräusch dicht hinter dem Heck des vor uns bereits schiebenden Traditionsseglers leider doch noch fest. Mist! Es hätte so schön sein können 🙂 – Nix mehr zu machen.

Dummerweise mit Brise von achtern … und so drehen wir uns und beginnen, weiter in seine Richtung zu rutschen. Verflixt, „elegant“ ist anders – das war dann eher „Elefant“. Naja.


Unser Schwenkkiel muß als unsichtbare Bremse herhalten. Wir fieren diesen ein wenig ab. Und siehe da: Der Abstand zum Vorauskriechenden steigt (glücklicherweise) direkt wieder an, es wird nicht mehr enger – und so hängen wir die nächsten 15 Minuten ebenfalls fest und schauen grimmig aus der Wäsche.

Tja, Wattfahrerlos. Und wenn’s nicht so ist, dann war’s auch nicht wirklich so knapp wie möglich. Insofern nix passiert – und zu unserer Ehrenrettung sei gesagt:

Als wir etwas später die Handbremse lösen, sind wir zum Glück mit guten 5 Minuten Abstand das erste Boot, das wieder in Fahrt kommt. So konnten wir wenigstens ein paar Bootslängen unter Segeln noch gewinnen.


Jetzt geht es weiter … entspanntes Segeln unter Klüver bei raumem Wind bis dicht ran an die Sände bei Blauwe Balg. Mit einer gut befüllten Seehundbank sogar.

Solange keiner hochschaut … ist der Abstand nicht so schlecht.

Ameland I

Eben wollten wir beginnen, und die Idylle, Einsamkeit und wahrhaft erholsame Ruhe rund um Ameland lauthals zu preisen …

Ameland II

… da zog dieses Szenario an uns vorbei! 🙂 Massen an Menschen und Booten, die sich am Strand und auf den Dünen drängeln. Nanu?

Das Treiben war das weit bekannte „Rettungsboot-ins Wasser-Ziehen“, so wie anno dunnemals. Daher der Volksauflauf. Uns gefiel’s sehr – das sieht man nicht alle Tage!

Freeway.

Wir für unseren Teil legen uns nicht mit dazu, sondern ziehen weiter – Richtung Freeway, sozusagen – und laufen kurz danach im Bogen auf Ameland, in dem kleinen Hafen Nes ein.

Der überaus nette Hafenmeister organisiert das Liegen für alle, weist Plätze zu, kennt sich aus (mit eigenem, schönem Boot im Hafen) – und dann gehen unsere Leinen schon fest & wir sind da.

Dieses Mal nicht wie üblich trockenfallend vor der Tür, sondern hochherrschaftlich im Hafen! 😉 Einen wirklich schönen Liegeplatz haben wir da. Gefällt uns gut.


Do, 07.08.25

Landtag Ameland.

Heute ist Landtag. Ausschlafen und danach eine lange Wanderung durch die Innenstadt von Nes (sehr empfehlenswert) und weiter durch die Dünen bis zum Strand. Da lassen wir uns durchpusten. Aber so richtig.

Echtes Nordseefeeling inklusive Treibsand und große Wellen. Kurzes Bad im Wasser für alle- auch den Hund. Danach sind wir alle sauber und anständig erst in Salz, dann in Sand gepökelt. 🙂

Im Wind.

Auf dem Rückweg essen wir in der Stadt gemütlich – und stellen fest: Es ist viel geboten & auch echt viel los. Unfaßbar eigentlich, daß wir diesmal einen Platz im Hafen wollen … und sogar bekommen haben.

Abends geht’s für uns erst einmal zum Sundowner (orange – siehe Bild nachstehend) zurück aufs Boot. Inklusive sehr nettem Klønschnack rundum.

In der Stadt hatten wir noch ein schönes Werbeplakat gesehen – Live-Musik!


Somit geht es für den zweiten Teil des Abends für uns auf jeden Fall nochmal zurück in Richtung Ortschaft – zum stramm beworbenen Rock-Konzert (blau – siehe Bild nachstehend).

Die Musiker und Künstler wohnen direkt auf den großen Plattbodenschiffen neben uns. Schwimmende Hotelanlagen praktisch. Hier ist vielleicht was los. Das erklärt auch das lebendige Hin- und Her die ganze Zeit und die spannenden Menschen. SEHR schön!

Farbenfroh.

Wir genießen den farbenfrohen Zauber überall und schwanken wesentlich später, außerordentlich – ähm- angetan & rechtschaffend müde, immer den grünen Lichtern folgend 😉 … zurück zum Absacken im Cockpit und ab in die Kojen (grün – siehe Bild vorstehend).

Lange Ausschlafen morgen früh wird ja nix … Das ist draußen im Watt oft wesentlich besser.


Fr, 08.08.25

Wattfahrt.

Früher Start für uns, die Nachbarn wollen zeitig ablegen. Das Los des Päckchen-Liegers. Das war gut abgestimmt, alle wissen Bescheid und es läuft.

Wir selbst sind noch ziemlich müde und würden am Liebsten wie so manche Vögel rundum den Kopf erstmal ins Wasser stecken und alles ignorieren … Geht aber nicht.

Also laufen wir mit aus. Und gehen auf … Wattfahrt.

Platsch.

Durch Zuider Spruit, Pinkegat und Holwerder Balg schlängeln wir uns. Das sind wundervolle kleine Fahrwasser, etwas aus der Nebenlinie. Der Weg führt uns bei schönstem Wetter fast bis hoch ins Seegatt.

Man sieht die Nordsee groß, anmutig und heute freundlich, im Takt der leichten kleinen Wellen und langen Dünung ruhig atmend, hinter den Sänden liegen. Schön! Wir grüßen respektvoll 🙂


ℹ️ Hoppla?! Schluß mit der Tagträumerei hier! 🙂 Direkt voraus im schmalen, gewundenen Fahrwasser erscheinen ‚plötzlich‘ grüne Tonnen in „unerwarteter Lage“. Sie liegen rechtwinklig zu der Kurslinie und weit abseits der vorgeplanten Route auf den Anzeigegeräten. Das kann nicht passen.

Hektische „Navigationsaktivitäten“ sind die Folge an Bord.

Oha! Im Watt fahren wir nach Sicht. „Was wir sehen – das gilt„. Und daran orientieren wir uns.

Würden wir das nicht so tun, wären wir hier vielleicht drauf und dran gewesen, zu früh abzubiegen … mittlerweile wissen wir, was da los ist: Böser Fehler: Die Route wurde tatsächlich in der falschen Zoom Stufe erstellt, da werden nicht immer alle Tonnen angezeigt (ein Klassiker an schlechter/falscher Bedienung moderner Systeme – auch wir sind da ganz offensichtlich absolut nicht frei von).

Beim schnellen Zusammentippen am Plotterbildschirm noch fix – bereits unterwegs im Doghouse sitzend – haben wir glatt eine der vielen kleinen Wattfahrwasser-Kurven … unterschlagen.


Das darf natürlich nicht passieren (es passierte allerdings & leider schon viel routinierteren Seglern in einem Rennen zur See) – in Zukunft müssen auch wir im Kleinen wohl unsere Routen noch konsequenter explizit kontrollieren und „abfahren“, wenn wir unsere Steuerkurse draus machen.

Glück gehabt – nichts (!) geschehen. Dafür haben wir ja die Sicherungsebene, nach Sicht zu fahren (oft sogar mit mehrfachem, unterschiedlichen Kartenmaterial parallel).

Sonst hätten wir vielleicht einmal schwungvoll und ungeplant auf Schiet gesessen. Kommt auch vor, so ist das nicht … 🙂 Aber nicht heute.


Bei der Einfahrt ins letzte Fahrwasser tummeln sich viele Seehunde im Wasser – wie immer erwischt man meist keinen direkt mit der Kamera.

Zum Glück erscheint am Horizont eine Sandbank. Auf der liegen die Seehunde dicht an dicht gepackt in der Sonne – gratis & franko für den Knipser, sozusagen.

Seehunde in der Sonne.

Wir ankern. Danach: Kaffeepause in der Sonne. Trockenfallen wollen wir. Hier am Smeriggat. Flottes Baden ist angesagt – denn der Wasserpegel fällt schnell auf unter einen Meter Tiefe.

Gegen 14 Uhr lugt hie und da erster Sand hervor. Bald können wir von MALA herunterklettern und über das Watt laufen gehen.


Noch allerdings warten wir … der Wassersaum kommt – und mit ihm die Vögel, die ihrem gedeckten Tisch nacheilen. Wir genießen leise, schauen zu & sind … „zu Gast“.

Sehr schönes Sandwatt finden wir an dieser Stelle, fester Sand, auf dem man herrlich gehen kann. Heute ist auch Bootsputz angesagt- da kommt sogar die Igelbürste mal wieder zum Einsatz, wir saugen, wischen, putzen und polieren, was das Zeug hält. 🙂

Abwarten – Vögel first.

Um 16:00 Uhr sind wir dann endlich dran und können aussteigen und unserseits das Watt erkunden…

… und dann wir …


MALA in ihrem angestammten Revier.

Sundowner.


Sa, 09.08.25

Vor Schiermonnikoog.

Bis heute, Samstag, reicht das Kielwasser unseres Sommertørns diesmal beinahe bis ganz rechts im nachstehenden Gesamtbild. Noch liegen wir auf dem Sand im Smeriggat, unterhalb und westlich des gebogenen Sandes – Het Rif.

Von dort aus hoffen wir, noch ein kleines Stück weiter nach Osten & bis Schiermonnikoog zu kommen.

Das wird ein äußerst lustiger Aufenthalt, bevor wir dann nochmal zurückkommen werden, zu diesen schönen Sänden in der Region.


Glücklicherweise gibt uns der Watthügel morgens wie abgeschätzt frei und wir können gegen kurz nach 10 Uhr den Anker aus dem Sand ziehen und langsam Fahrt aufnehmen … Heute ist nur ein kurzer Schlag geplant.

Wir steuern das verwinkelte Fahrwasser nach Schiermonnikoog an. Das letzte Mal waren wir damals im Jahr 2020 in diesem lustigen Geschlängel am Reegeul (LINK).

Diesmal biegen wir kurz vor der letzten Kurve scharf nach rechts ab und rutschen mit dem verbleibenden Restwasser unter MALAs Rumpf nach Steuerbord raus aus den teils bereits flachliegenden Tonnen.

Den Anker legen wir noch ab – dann geht uns das Wasser aus und wir beginnen bereits, festzuliegen. Das ging jetzt schnell.


Wir liegen mit mehreren Ankerliegern in Gruppen auf dem Sand verteilt, und warten auf das vollständige Trockenfallen. Baden, Sonnen und wirklich ganz großes Vor-dem-Hafen-Kino.

Einige kommen noch nach uns rein – und nicht alle schaffen es mehr auf ihren Ankerplatz oder in den Hafen. Manche akzeptieren das routiniert, andere versuchen, mit der verbrennungsmotorgetriebenen Brechstange das Blatt für sich doch noch zu wenden (mit viel blauem Dunst und mal mehr, mal weniger Erfolg in dem Ansinnen).

Wir lernen eine ganze Reihe von Möglichkeiten kennen, wie man als Segler so hängenbleiben kann. 🙂 Allesamt undramatisch. Nur einem einzigen davon gelingt es, mit viel Motorleistung, Lärm und blauem Rauch, nach langem Wühlen, sich die letzten Meter bis zwischen die Poller des kleinen Hafens zu schieben. Aber schön war das nicht. Er hat zahlende Gäste an Bord – da ist das wohl nicht gut, wenn die letzten 30 Meter fehlen ….

Alle anderen lachen, lassen ihre Ketten fallen, fügen sich in ihr Wattfahrerschicksal und bleiben ohne weiteres da liegen oder stehen, wo sie eben sind. Sehr cool.

im Fahrwasser.


Schlickwatt des Grauens. 🙂

Hoch & Trocken.

Wieder gegen knapp 16 Uhr können wir aussteigen. Während an unserem Trockenfall-Platz noch tolles, festes, sandiges Watt in der Außenkurve des Priels ist, müssen wir (zu Fuß) weiter Richtung Land durch zunehmend sehr tiefes Schlickwatt stapfen. Gemeines, glitschiges, hinterlistiges Watt.

Da beutelt es uns ganz schön und auch der Hund sinkt bis zur Schulter ein. Wenn das geschafft ist gibt es noch trügerisches Schmierseifen-Watt: der Name ist Programm. 🤪 Es wird ganz kurz vor Land noch lustiger. Was für eine Sauerei!


Für die Glücklichen, die es bis zu den ersten Grasflächen mit höherer Bodenhaftung und dann an Land geschafft haben sollten, gibt es großzügige Waschplätze um die Slikvoeten zu reinigen. Dringend nötig.

Ankerfeld.

Alle 8 Füße der Crew reinigen, waschen und schrubben wir, bis alle wieder einigermaßen landfein sind. Dann wandern wir in Richtung Stadt.

Einkaufen, gucken, flanieren, etwas essen in einer netten Bar und gestärkt mit einem Eis das Ganze dann retour …

Wir essen, bevor wir zurückwandern.

Für den Rückweg wählt die Crew diesmal einen etwas anderen Weg übers Watt.

Nicht Luftlinie zum Boot, sondern zunächst erst parallel zum Steinwall raus bis an den Priel, dann dort auf trittfesteren (aber scharfkantigen) Muschelresten weiter Richtung MALA.

Auch schlickig aber wir laufen am Schluß mitten durch den Priel und können auf diese Art im Restwasser den gröbsten, klebrigen Schlamm wieder abwaschen, bevor wir ans Boot kommen.


Eine große Verbesserung – das wäre mit Bordmitteln und zappeligem Hund auf der kleinen Heckplattform von MALA und in luftiger Höhe ein zweifelhafter Spaß gewesen! So hingegen geht’s gut.

Gepriesen seien die Wattschuhe. Was für eine Sauerei. 🙂

Rückweg durch den Priel.

Bei unser Priel-Begehung sahen wir auch an zwei Stellen die Ursache, warum dort überdurchschnittlich viele (und ganz offensichtlich gut revierkundige) Schiffer festkamen oder durchschieben, bzw. nochmal etwas weiter innen anlaufen mußten:

Zwei der Tonnen lagen mittlerweile etwas unglücklich – und zwischen ihnen eine Sandnase. Da war kein Rüberkommen mehr, bei schon stark gefallenem Wasser.

Das erklärt einen Teil unserer Beobachtungen von vorhin. Und wir sind nicht die einzigen, die sich das nochmal angucken gehen 🙂

Wieder zurück an Bord.


So, 10.08.25

Waddenzee-Sand im Hochbetrieb.

Der nächste Morgen. Um 10 Uhr schwimmen wir bereits wieder auf und fahren gemeinsam mit vielen anderen Booten durch die enge Rinne zurück ins Hauptfahrwasser.

Alle beinahe zeitgleich – das war nochmal ein lustiges Durcheinander. Zum Glück ohne Festkommer diesmal.

Heute ist bei herrlichem Sonnenschein für uns nur ein sehr kurzer Schlag geplant.

Wir fahren wieder raus auf die Sände. Diesmal etwas weiter östlich und ein wenig höher, auf eine Sandfläche, die wir bereits früher gesehen haben und diesmal konkret besuchen möchten.


Zwischen Engelsmanplaat und von Het Rif liegend finden wir einen traumhaften Ankerplatz der bei Ebbe trockenes Sandwatt freilegt. Den hatten wir uns einige Tiden vorher mal markiert. Und unser erster Ausflug mit Bordhund Mia zeigt: Gut getroffen diesmal! 🙂

Het Rif.

Teils spitzenmäßige Sände, teils in etwas tieferen Lagen mit Grünzeug und heute noch leicht unter Wasser bleibend. Hinter den Krümmungen schlickig.

Hier hilft es wirklich, wenn man weiß, wo man liegen möchte (und das über die Tiden schon mal vorher angeschaut hat).

Wir liegen hier diesmal … saugut.

Auch zu weit vorne ist das Liegen nicht günstig (wenngleich verlockend erstmal) – längere Wellen, die von der Nordsee reinkommen, können hier Boote hart auf den festen Sand setzen. Hatten wir an anderer Stelle schon – das möchte man nicht.

Wir finden unseren Platz – und sind dann vollkommen frappiert, was sich rundum alles an Betrieb zu entfalten beginnt:

Toristentrubel auf den Sänden.


Wir können ausgiebig spazieren gehen, teilen uns die Sandbank zunächst nur mit ein paar Seglern.


Danach kommen noch Zweimaster, Ausflugsdampfer, Wandergruppen und Kanuten dazu. Wir sind etwas perplex. Ganze Gruppen traben mit hochamtlichen Booten dazu durch die geschützten Gebiete. Bemerkenswert.

In der anderen Himmelsrichtung schlagen Kanuten auf dem Sand ihre Zelte auf. Ob die wissen, daß … 😂 – Spaß beiseite. Die wissen genau, was sie da tun.

Die Silverwind, ein flachgehendes Fahrgastschiff für 166 Personen, fährt dicht an die Sände, spuckt Fahrgäste auf’s Watt, diese wandern über die Sandhügel – und werden weiter achtern von dem Schiff wieder aufgenommen.

Geführte Wattwandergruppen kommen bei uns vorbei auf einen netten Klönschnack.

Bei recht flott auflaufendem Wasser später werden einige der wohl etwas säumigen und alleine laufenden Wattwanderer zu echten Wattläufern – und richtig schnell, beim Versuch, das bereits tröötende Transportschiff noch zu erreichen …


Die Lichtstimmungen ändern sich alle paar Sekunden. Schön! Mal blauer, mal güldener .. immer wunderschön. So langsam verlaufen sich die Gäste wieder.

Wattturm.


Wattwurm.

Spaziergang.

Dann beginnt wieder mehr Ruhe einzukehren. Zum Sundowner und einsetzender Flut sind wir wieder nur noch wenige Segler auf der Sandbank.

MALA.


Der Blick über die schützenden Sände, hinaus auf die Nordsee ist berückend, heute Abend. Lange sitzen wir noch draußen und sehen dem Farbspektakel zu. Vorhin noch blau und sonnig, wechselt die schöne Stimmung alle paar Minuten. Orange ist dabei, sich durchzusetzen.

Auf den Plattformen draußen, direkt vor dem Weltkulturerbe, flammen erste Lichter auf. Ein fast skurriles Bild entfaltet sich direkt vor MALAs Bug, während das letzte warme Licht zunehmend an Leuchtkraft verliert. Im Watt ist das vielleicht meine Lieblingsstunde …

Industrieanlagen draußen vor der Tür.

Aus warmem Orange und rückleuchtenden Wasseroberflächen werden mit jedem Grad, den die Sonne an Standhöhe verliert, immer tiefer orange Farbtöne. Das Licht auf dem strahlenden Wasser rundum versiegt langsam und erste Dunkelheit beginnt sich durchzusetzen.

End of Day. 🙂

Die Natur um uns wird leiser, auch der letzte Wind legt sich – und alles wartet auf den Auftritt des Mondes, um die Szenerie erneut – jedoch in seinem ganz anderen Stil für uns zu beleuchten. Das dauert noch ein wenig, wir essen zwischendrin – und dann ist der da, der Mond. Und die Szenerie um uns herum hat sich ein weiteres Mal vollkommen verändert:

Nacht.

Dann ist NACHT. 🙂


Mo, 11.08.25

Auf den Sänden.

Heute wollen wir hier auf der Sandbank bleiben. Natürlich müssen wir nachts nochmal den Ankerplatz wechseln. Irgendwie passiert uns das fast immer, wenn wir neue Sandbänke zu erkunden beginnen.

Ein toller Trockenfall-Platz tagsüber bei Sonne wird zum Tidenwechsel plötzlich ungemütlich und ruppig. Bei auflaufendem Wasser rollt die Welle so stark gegen unseren Rumpf, dass MALA kräftig durchgeschüttelt wird.

Das kommt alles in unser „Wattbuch“ 😉 – nur so lernen wir unsere Sände rundum wirklich mal kennen. Wir brauchen verschiedene Bedingungen, Windrichtungen – und Tiden.

Doppelt.


ℹ️ Das Anlaufen der Wellen wollen wir beim nächsten Mal nicht mehr haben und verholen bei Dunkelheit etwas ins Innere.

Unser spät abends aufgesuchter Platz liegt zu weit im Priel, ringsherum Schlickwatt und stinkende Pflanzen. Ausstieg unmöglich. Anders konnten wir im ersten Schritt keinen geschützter liegenden Platz mehr erreichen.

ℹ️ Wir verholen zu HW erneut – jetzt etwas weiter Richtung Sandwatt und versuchen unter der Abdeckung der Insel zu bleiben. Das funktioniert diesmal.


👍 Die nächste einsetzende Ebbzeit und das folgende Niedrigwasser zeigt, dass es uns gelungen ist. Es ist ein herrlicher Tag mit viel Sonne und wenig Wind. Wir baden, gehen Wattwandern und genießen. Abends wird im Cockpit gegrillt.

Gourmet mobil.

Der gute Platz wird vermerkt. Er paßt prima zu MALAs Tiefgang – wird aber, innen von Wattseite kommend, wohl im ersten Schuß auch künftig kaum direkt anlaufbar sein, sondern eventuell einen „Zweisprung“ brauchen, wenn wir mit knappem „Tiden-Timing“ in Zukunft mal wiederkommen werden.

Dann mag es besser sein, vorne im Priel liegen zu bleiben – und dann umzulegen mit dem nächsten höheren Wasser.


Di, 12.08.25

60 Seemeilen & 12 Stunden außen herum.

Heute steht ein langer Schlag an. Um 7 Uhr wird noch einmal der Hund bewegt. Das ist hier wirklich ein toller Ankerplatz. Wir schwimmen um 10:00 Uhr auf und verlassen bei 10:30 Uhr den Ankerplatz.

Es grüßt uns ein stetiger Ostwind, das Westgat ist nahezu lieblich und wir lassen uns schön an Ameland und Terschelling vorbei pusten.

Ostwind.


Wir genießen die fahrwasserfreien Gewässer (wenn nicht Baggerschiffe oder Sperrgebiete sowie Einzelgefahrenstellen uns auf Trab halten) und sind zum Sonnenuntergang kurz vor dem Zuider Stortemelk.

Es sind feine Bedingungen. Optimale Bedingungen. Wasser einlaufend, knapp zwei Stunden vor lokalem Hochwasser. Wind gleichmäßig NE um 4 Bft. Sicht klar und gut.

Wir entschließen wir uns, über die Westergronden einzulaufen. Durch das uns sehr gut bekannte Seegatt. Die Schlüsseltonne, wie auch das lange gewundene Fahrwasser Zuider Stortemelk können wir diesmal problemlos abklemmen.

Sanfte Nachtansteuerung Seegatt.

Aus unseren Notizen:

Im Dunkeln einmal dwars.

Denn Nachtankunft im Stockfinstern, unter Radar und mit Suchscheinwerfer, gegen die Zeit … das ist auch für uns ein echt seltenes Vergnügen, da muß alles passen, sonst geht das nicht gut.



Glück gehabt – alles fein aufgegangen. Aus dem vor- und nachstehenden Bild kann man ein bißchen erahnen, daß die Sicht diesig, dunkel und am Ende tatsächlich etwas lausig war. Umso mehr freut es uns, daß wir in langsamem Schritttempo sozusagen auch hier wieder ordentlich im Dunkeln klar kamen.

Digitale Instrumente und Karten helfen dann oft nur bedingt. Wir fahren nach Radar, Sicht mit dem dicken Handscheinwerfer – und tatsächlich Kompaß. 🙂


Wir freuen uns jetzt und warten nun auf Niedrigwasser. Absacker – Koje. Anker hält.

N8.


Langzeitbelichtung am nachtdunklen Trockenfallplatz.


Mi, 13.08.25

Im Watt bei Richel.

Sommertag vor Richel. Morgens früh bei Niedrigwasser eine Hunderunde auf dem Watt- das frühe Aufstehen wird mit einem tollen Sonnenaufgang belohnt. Danach allgemeines Genießen und den schönsten Platz zum Lesen.


Zur Begrüßung kommt noch ein Seehund vorbei. Wir genießen den Tag in der Sonne, gehen ausgiebig Baden und eine Runde im Watt spazieren. Den Hund kühlen wir zwischendurch trotz Schatten mit nassen Atlantic-T-Shirts … ☀️

Ankertrockenfallerholungsplatzsommerwettercollage.


Do, 14.08.25

Wattfahrt über Zuidostraak.

Heute begrüßt uns Regen zum Niedrigwasser. Es bleibt wechselhaft. Wir gehen nur kurz mit dem Hund raus. Als wir Aufschwimmen ist der Sommer zurück. Die Sonne scheint und es weht eine milde Brise.

Wir lichten den Anker und segeln in Richtung Kornwerderzand. Wieder zwei enge Fahrwasser, aber wir sind nahe Hochwasser.


Wir ankern auf einer Sandbank. Die Sonne strahlt unerlässlich- wir können uns glücklicherweise direkt abkühlen und gehen schwimmen. Abends noch eine Klönschnackrunde über die Sandbank.

Wir treffen weitere TO Segler, eine Jugendgruppe auf einem Großsegler sowie einen armen Motorbootfahrer, der unfreiwillig die Nacht hier verbringt. Alle genießen einen wunderschönen Sonnenuntergang.


Zwei TO-Schiffe in der Abendsonne.


Fr, 15.08.25

Abschluß.

Die Nacht war ruhig und wir haben morgens keinen Stress. Aufschwimmen um ca. 11 Uhr, danach können wir auch Anker auf gehen.

Einen blendend schönen Segeltag bekommen wir noch geschenkt – und schmettern mit 7 Knoten bei Halbwind das Boontjes hoch. Idealbedingungen für unseren kleinen Kutter. Was für ein Geschenk und was für ein schöner Abschluß!


Guppy.

Wir winken Guppy, die uns entgegenkommt. Auch sie rauschen mit Vollzeug und halbem Wind durch das Boontjes, Richtung IJsselmeer. Diesmal bleibt keine Zeit für ein gemeinsames Treffen. Uns schwappt die Welle der Rückkehrer von den Inseln entgegen. Jedes Mal schön anzusehen!


Wir genießen noch einmal in vollen Zügen, während MALA mit uns zufrieden gen Harlingen plätschert. Sie kennt die Strecke, wir müssen nix tun …

Vollzeug – nach Hause.


Schön war’s. Wirklich schön! Aber … viel, viel zu kurz.
Das würden wir uns für später mal anders wünschen. 🙂

Sommertørn 2025 – Crew.


Direkt nach der Schleuse noch eine echte Überraschung: Die Swantje liegt seitlich an den Wartedalben, muß aber natürlich gleich in die Schleuse einlaufen.

Wir schnacken von Bord zu Bord mit Angela & Holger kurz und sehr nett – und dann geht’s auch für alle auch schon weiter.

Für die Swantje-Crew auf ihre lange erwartete etwas längere Tour – für uns zurück in die Heimat-Box und den Alltag. So ist das beim Segeln … 🙂

SY Swantje – auf dem Weg in die Schleuse & raus.


Einige Minuten später liegen dann schon in unserer Box. Aufklarieren, MALA pflegen, zusammenpacken. Abends sehr netter Round Table auf unserer Werft. Und dann ist der schöne Törn schon rum.

Und wir freuen uns und hoffen auf viele weitere gemeinsame Seemeilen mit unserem geliebten kleinen Alu-Kutter. 🙂

In diesem Sinne,

A l l e r b e s t e   G r ü s s e
 –   C r e w  v o n   M A L A   A l h e n a    –


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